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Mitglieder des Druiden-Ordens wollen Loge Eichsfeld gründen

Markenzeichen goldener Stern Mitglieder des Druiden-Ordens wollen Loge Eichsfeld gründen

„Als unser Orden gegründet wurde, waren die Druiden die Gelehrten-Kaste der Kelten. Das ist aber auch der einzige Bezug, den wir zu den Kelten haben“, sagt Wilfried Himpel. Der 71-Jährige aus Langelsheim gehört seit 1976 dem Druiden-Orden an und ist Altersvorsitzender der Großloge Niedersachsen.

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Wollen Druiden-Orden in Form einer Loge Eichsfeld etablieren: Himpel (l.) und Flacke.

Quelle: Schauenberg

Eichsfeld. Gemeinsam mit dem 45-jährigen Stefan Flacke, Heilpraktiker aus Hundeshagen, verfolgt er ein Ziel: Aus dem derzeit ersten aktiven Druiden-Tisch in Duderstadt soll im kommenden Jahr die Loge Gesamteichsfeld „Zur Brüderlichkeit“ werden.
Der Druiden-Orden. Ein mystisch klingender Name. Was verbirgt sich dahinter? Männer, die Pflanzen sammeln und weiße Gewänder tragen?

„Ich wurde sogar schon gefragt, ob wir zaubern“, sagt Himpel schmunzelnd. Doch mit Magie haben die zumeist männlichen Mitglieder außer durch Namen und Herkunft der Gemeinschaft rein gar nichts zu tun. „Der Druiden-Orden ist Teil einer internationalen Logenvereinigung, die 1781 als eine Selbsthilfe-Vereinigung gegründet wurde und dessen Mitglieder sich zu den Grundsätzen der Wohltätigkeit, der Sittlichkeit und der Nächstenliebe bekannten. Unser Markenzeichen ist der goldene Stern“, erzählt Himpel, „Und trotz der Bezeichnung Orden schlossen sie politische und religiöse Aktivitäten in ihren Reihen aus.“

Erste öffentliche Einrichtungen seien die Errichtung eines Druiden-Kinderheims in Duhnen in den Jahren 1924/25 und eines Erholungsheimes auf Rügen sowie Bau und Unterhaltung eines Altenheimes in Petershagen bei Berlin 1927 gewesen. Bau- und Betriebsmittel für alle drei Institutionen seien aus freiwilligen Beiträgen der Logenmitglieder aufgebracht worden. Alle Einrichtungen seien leider infolge der Auflösung des Ordens während der Zeit des Nationalsozialismus 1935 verloren gegangen, berichtet Himpel.

Förderung der Jugend-, Alten- und Sozialfürsorge

„Wir sind absolut weltlich ausgerichtet“, bekräftigt auch Flacke, „bei uns gibt es keine Einschränkung bei der Aufnahme –weder bei der Nationalität noch bei der Hautfarbe. Wir sind ein bisschen wie die Schweiz – neutral“. Der Wahlspruch der Druiden sei  weltweit „Einigkeit, Frieden und Eintracht“. Der Orden lebe von und mit seiner Tradition, zitiert Flacke den Präsidenten des Deutschen Druiden-Ordens, Frank Graffenberger.

Der Verein Druiden-Hilfe, der eng mit dem Orden zusammenarbeitet, besteht mittlerweile seit 40 Jahren. Ausschließlicher Zweck des Vereins sei die gemeinnützige Förderung der Jugend-, Alten- und Sozialfürsorge bzw. Unterstützung hilfsbedürftiger und kranker Kinder sowie alter und bedürftiger Menschen. Darüber hinaus würden Institutionen der Freien Wohlfahrtspflege unterstützt.

„Wegen dieser mitmenschlichen Leitgedanken gehört unser Orden mit Logen auf der ganzen Welt in die Gruppe jener Organisationen, die zu einer Milderung und Beseitigung sozialer Missstände beitragen wollen, die Wohlfahrtspflege bildet somit eine besondere Aufgabe in unserem Tätigkeitsbereich“, betont Flacke, der selbst durch persönliche Unterstützung die ersten Kontakte mit dem Orden geknüpft hat.

„Ich habe damals den gemeinsam von der Musikakademie Kassel und der örtlichen Druiden-Loge ausgelobten Förderpreis für Gesang bekommen. Jetzt möchte ich durch mein Engagement im Orden etwas davon weitergeben“. Aber auch Logen-Mitglieder selbst würden unterstützt, ihre Talente gefördert, sagt Flacke und verweist auf den international bekannten Pianisten und Dirigenten Justus Frantz.

Festes Ziel gesetzt

„Wir sind eine große Familie, wo Menschen auch aufgefangen werden, wo man Gemeinschaft, aber auch Hilfe zur Selbsthilfe findet, wo Bildung gefördert, aber man auch an die soziale Verantwortung herangeführt wird“, fassen es Flacke und Himpel zusammen.

Mit der offiziellen Gründung der Loge Eichsfeld im kommenden Jahr haben sie sich ein festes Ziel gesetzt. Bereits ins Leben gerufen wurde ein Druiden-Tisch in Duderstadt, dessen bislang sieben Mitglieder sich einmal pro Monat im Hotel Zum Löwen treffen und der deutlich vergößert werden soll. „Männer, die sich mit unseren Zielen und Idealen identifizieren, sind jederzeit willkommen“, sagt Himpel.

Denn die Tradition besagt, dass der Orden traditionell ausschließlich männliche Mitglieder haben sollte. Dieses Bild ist allerdings im Wandel, denn „es entstehen seit einigen Jahren auch Frauen-Logen“, so Flacke. Drei seien bereits in Deutschland aktiv, weitere sollen folgen, spielt der Hundeshagener, der gebürtig aus Kassel stammt, auch auf eine zukünftig weibliche Druiden-Loge im Eichsfeld an: „Das würden wir in jedem Fall begrüßen und unterstützen.“

Die Mitglieder des Druiden-Tisches treffen sich an jedem zweiten Dienstag im Monat um 20 Uhr im Hotel Zum Löwen in Duderstadt. Interessierte sind jederzeit willkommen.
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