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„Mitnehm-Bank“ für Senioren aufgebaut

Blaues Sitzmöbel ist Anlaufpunkt für Mitfahrgelegenheiten „Mitnehm-Bank“ für Senioren aufgebaut

In der Gerblingeröder Ortsdurchfahrt ist in Richtung Duderstadt eine „Haltestelle“ für Senioren geschaffen worden. Wer sich auf die blaue Volksbank-Bank setzt, signalisiert Autofahrern, dass er nach Duderstadt mitgenommen werden möchte.

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Gemeinsam für die Bank: Dieter Nörtemann, Ute Trutwig, Johannes Böseke (sitzend v.l.), mit Thorsten Feike, Angelika Wachtel, Holger Willuhn und Dieter Thriene (v.l.).

Quelle: Peter Heller

Gerblingerode. Die „Mitnehm-Bank“ in Höhe der Musikantenweg-Einmündung ist von der „Jüngeren Frauengruppe“ des Ortes initiiert worden. Volksbank-Vorstand Holger Willuhn ist durch einen Tageblatt-Artikel auf das Projekt aufmerksam geworden und und hat sogleich die Bank gestiftet, die Frauengruppe aus dem Erlös eines Trödelmarktes den ebenfalls blauen Schilderbaum finanziert. Unter der Aufforderung „Nimm mich mit“ können dort auf Klappschildern die Ziele Zentrum, St. Martini und Feilenfabrik ausgewählt werden. Ehrenamtlich zwischen Bodendeckern Platten verlegt, Bank und Schilderbaum befestigt haben Dieter Nörthemann und Johannes Böseke.

„Mobilität ist zentrales Thema in den Dörfern geworden“, sagte Willuhn beim Projektstart am Dienstag und sprach von einem „Mosaikstein für ein selbstständiges Leben“. Auch Dieter Thriene (CDU), Gerblingeröder Ortsbürgermeister und ehemaliger Duderstädter Polizeichef, begrüßt die „Initiative für das Gemeinwohl“. Zwischen Dingelstädt und Duderstadt verkehre werktags stündlich ein Bus, die Mitnehm-Bank sei aber an Wochenenden hilfreich. „Oder wenn man mal den Bus verpasst hat“, ergänzt Angelika Wachtel von der Frauengruppe. Sicherheitsbedenken hat Thriene nicht. Die Senioren steigen auf eigenes Risiko in haltende Autos, Fahrer sind über die Insassenversicherung abgesichert.

Wachtel geht davon aus, dass sich die Aktion einspielen wird und vor allem Gerblingeröder auf der Bank wartende Mitbürger an Bord holen: „Das stärkt auch Gemeinschaft und Zusammenhalt im Ort.“ Senioren sind die Hauptzielgruppe für Mitfahrgelegenheiten, grundsätzlich kann aber jeder das Angebot in Anspruch nehmen. Für die Rückfahrt nach Gerblingerode könnten Absprachen getroffen, andere Möglichkeiten organisiert oder gegebenfalls ein Taxi genommen werden, sagt Wachtel.

Die blaue Bank erinnert an den roten Punkt, mit dem Autofahrer Anfang der 1970er-Jahre vor dem Hintergrund von Fahrpreiserhöhungen „Ein Herz für Tramper“ zeigten. Anhalter sieht man heute kaum noch, mit dem demografischen Wandel sind neue verkehrspolitische Probleme vor allem im ländlichen Raum entstanden. „Blau beruhigt“, kommentiert Ute Trutwig das Bank-Projekt in Gerblingerode und hofft, dass es Nachahmer findet. Zur Abrundung schwebt der „Jüngeren Frauengruppe“ noch ein Schirm als Wetterschutz vor.

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©Richter