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Mitschkes schließen ihr Traditionsgeschäft Ende Januar

„Wir sind dann mal weg“ Mitschkes schließen ihr Traditionsgeschäft Ende Januar

Eines der Traditionsgeschäfte in Duderstadt schließt Ende Januar seine Türen. Jochen Mitschke und seine Frau Hannelore Mitschke ten bokkel hören auf. Doch ein Nachfolger ist bereits gefunden.

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Quelle: Richter

Duderstadt. „Nicht, weil wir müssen, sondern, weil wir wollen“, sagt Mitschke, geben er und seine Frau das Geschäft auf. Am 5. Januar beginnt der Abverkauf – “Und wenn die Ware weg ist, dann sind wir auch weg“, ergänzt Mitschke ten bokkel.
Seit 1947 ist die Familie Mitschke mit Sportartikeln am Standort Duderstadt vertreten. Richard, der Onkel des heutigen Inhabers, eröffnete seinerzeit seinen Groß- und Einzelhandel für Sportartikel in einem Ladenlokal an der Haberstraße. „Es war schon mutig, in das Geschäft zu investieren“, lobt Mitschke ten bokkel. Die Zeiten nach dem Krieg seien gänzlich andere gewesen, aber der Sport habe dennoch eine große Rolle gespielt, ergänzt ihr Mann. Statt Funsport gab es Federball, statt Funktionskleidung Turnhosen.

Mit dem Umzug des Sporthauses in das „Schippelsche Haus“ an der Marktstraße habe sein Vater Harry 1952 als Außendienstmitarbeiter angefangen, für seinen Bruder zu arbeiten, berichtet Mitschke. Mit der Geburt der Kinder habe sich dieser zu einem stationären Handel entschlossen, um Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen zu können. Ein weiterer Umzug stand Anfang der 1970er-Jahre an. An der Marktstraße 39 – den heutigen Räumen von Dreager und Heerhorst – fand Mitschke senior Räume, in denen in zentraler Innenstadtlage genügend Platz für Verkaufsraum und Lager gegeben war. „Im Haus befand sich das Geschäft bis 1995 – allerdings ist es zwischendurch von einer auf die andere Seite gezogen“, erinnert sich Mitschke. Als das Lebensmittelgeschäft im heutigen Ladenlokal von Jeans Fritz schloss, zog das gesamte Geschäft von einem zum anderen Eingang an derselben Adresse um.

Jochen Mitschke war dort von 1984 an tätig. Nachdem er 1968 eine Lehre im Sportfachhandel bei Karstadt und Stationen in Gladbeck, Fulda und Gießen absolviert hatte, kehrte er nach Duderstadt zurück – gemeinsam mit seiner Frau, die er in Gladbeck kennengelernt hatte. Die Arbeitsteilung zwischen Vater und Sohn war klar: Harry kümmerte sich um das Reisegeschäft, Jochen um die Sportartikel. Dies änderte sich zunächst auch in den neuen Räumen an der oberen Marktstraße nicht. Mitschke kaufte das Haus 1995, das Geschäft eröffnete im darauffolgenden Februar. Erst 2001 habe sein Vater aus Altersgründen die Reisesparte aufgegeben, berichtet er.

Umbauten und Renovierungen folgten ebenso wie Anpassungen des Sortiments auf aktuelle Bedürfnisse. Habe sich früher die Konkurrenz in der nächsten Stadt befunden, sei der Mitbewerber heute das Internet, sagt Mitschke. „Dieser Herausforderung haben wir uns gern gestellt.“

Nun ist Schluss damit. In Jahrzehnten Sportartikelgeschichte haben die Mitschkes vom Lederball bis hin zum Longboard beinahe alles miterlebt. Und sportlich soll es auch weitergehen im Leben des Ehepaarens: „Mit meiner Frau könnte ich wochenlang wandern“, sagt Mitschke schmunzelnd. Das Motto für den Ruhestand laute daher „Wir sind dann mal weg“, ergänzt seine Frau lachend. Auch für andere Hobbys und die Familie sei nun mehr Zeit. „Wir haben großes Glück“, sagt Mitschke ten bokkel, „diese Zeit gesund nutzen zu können“.

Die Nachfolge soll ein Intersport-Kollege Mitschkes aus Mühlhausen übernehmen. Wann das Sporthaus Schwab eröffnet wird, ist noch nicht bekannt.

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©Richter