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Mobile Müllroboter hören aufs Wort

Landesschulbehörde zeichnet Umweltprojekte aus Mobile Müllroboter hören aufs Wort

Biolina, Metallos, Negrita und Papyros reagieren auf Kommandos. Sie fahren vor und zurück und können entscheiden, ob sie Bananenschalen, Stoffwindeln oder Dosen haben wollen. Die vier sind fahrende Mülleimer, mobile Müllroboter.

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Gruppenbild mit Biolina: Grundschüler Magdalena, Lucy und Melvin präsentieren Roboter (v.l.).

Quelle: Lüder

Duderstadt. Entwickelt haben sie Grundschüler der Informatik- und der Kreativ-AG der Godehard-Grundschule in Göttingen. Dafür wurden sie, wie auch 40 weitere Schulen, von der niedersächsischen Landesschulbehörde als Umweltschule ausgezeichnet.

„Der fahrbare Untersatz besteht aus einem Lego Mind-storms Bausatz, gesteuert wird er über ein Computer-Sprachprogramm“, erklärt Lehrerin Katinka Przybysz. Bei einem früheren Testlauf im Paulusstift fanden die rollenden Mülleimer großen Anklang bei den Senioren. Der Weg zum Mülleimer wird unnötig, wenn der Mülleimer auf Zuruf zu den Menschen fahren kann.

Die Godehard Grundschule Göttingen wurde von der niedersächsischen Landesschulbehörde zur "Umweltschule" ernannt. © Lüder

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Magdalena gehört zum Entwicklerteam der Godehardschule, das von Informatikprofis des Unternehmens Qlaym unterstützt wurde. „Am liebsten sitze ich am Headset und lenke den Eimer“, sagt die Zehnjährige. Am besten gefalle ihr Negrita, die, wie die anderen Müllroboter, rund 50 Worte verstehen kann. „Sie ist sehr schön gestaltet und man kann an der Deko schon sehen, welchen Müll sie einsammeln soll.“ Mitgearbeitet haben auch Schüler, die jetzt auf weiterführende Schulen gehen, denn die Preise zur „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“ werden für zweijährige Projekte vergeben.

Auch die Göttinger Leineberg-Grundschule und das Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt zählen zu den ausgezeichneten Schulen. Die Eichsfelder bearbeiten mehrere Themengebiete langfristig. Sie sammeln beispielsweise alte Handys. „Handys bestehen zu 25 Prozent aus Metallen. Das wertvolle Material kann man recyclen“, sagt Linh Nguyen (15). Mit wirbellosen Tieren beschäftigt sich Gerrit Wüstefeld. „Ich züchte Schlangen. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht und wenn man diese in Deutschland züchtet, müssen sie nicht in ihren Heimatländern wild gefangen und hier importiert werden“, erklärt der 14-Jährige. Er besitzt einen grünen Baumpython, für den er eine Sondergenehmigung bekommen hat.

Zudem analysieren Schüler des Eichsfeld-Gymnasiums seit 2004 Fließgewässer in der Region. „Wir schauen uns zum Beispiel die Wasserhärte, den Tierbestand und die Geschichte der Flüsse an“, berichtet Eric Neumann (15). Sein Teampartner Jonathan Rudolph (14) ergänzt, dass sie die Werte mit anderen Gewässern vergleichen. „Die Wasserqualität in der Aue ist gut“, sagen die beiden unisono.

Die Grundschüler der Leinebergschule kochen täglich ein gesundes Essen selber und essen auch gemeinsam. Die gesunde Ernährung verzahnen sie mit einer täglichen Sportstunde. Zudem haben sie Modelle gebaut – Fahrzeuge und eine Seilbahn – die mit Solarenergie laufen. „Das Bauen macht am meisten Spaß“, meint Juri (8).

In den Räumen auf Gut Herbigshagen präsentierten Schulen aus dem Landesschulbezirk Braunschweig ihre Projekte, darunter acht international angelegte. Sie behandelten beispielsweise globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme. Diese Projekte wurden zusätzlich zu der Umweltschule mit einer internationalen Auszeichnung prämiert.

Die Preisverleihung für die Schulen fand auf dem Gelände der Heinz-Sielmann-Stiftung auf dem Gut Herbigshagen statt. Zum Programm gehörte eine Theateraufführung der Grundschule Schönhagen Sohlingen zum Thema Umwelt- und Klimaschutz, in die auch das Publikum eingebunden wurde, und eine Gesangseinlage des Grundschulchors Othfresen. Die ausgezeichneten Schulen erhielten eine Flagge und eine Urkunde und dürfen den Titel Umweltschule tragen.

Zu den prämierten Einrichtungen gehören unter anderen die Duderstädter St.-Ursula-Schule, die Berufsbildenden Schulen Duderstadt und die Grundschule Diemarden. 245 Lehrer und Schüler aus 41 Schulen nahmen an der Veranstaltung teil.

Von Michael Kerzel

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