Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Protest gegen NPD-Kundgebung

Duderstadt Protest gegen NPD-Kundgebung

Mit voll aufgedrehter Lautsprecheranlage und kaum verständlich haben neun NPD-Anhänger am Mittwochabend vor der Unterkirche agitiert. 120 Gegendemonstranten hielten mit Trillerpfeifen, Klappern, Tröten und Trommeln dagegen.

Voriger Artikel
Aufenthaltsqualität soll steigen
Nächster Artikel
Zwei Stiftungen werden unterstützt

Als Lärminstrument nutzten die Gegendemonstranten auch ein Anti-AKW-Fass, das der Seeburger Ludwig Pape schon in Gorleben und Grone im Einsatz hatte.

Quelle: Arne Bänsch

Duderstadt. Um Auseinandersetzungen bei der kurzfristig angemeldeten NPD-Wahlkampfveranstaltung mit Landratskandidat Jens Wilke zu verhindern, war ein Einsatzzug der Göttinger Bereitschaftspolizei mit rund 50 Beamten nach Duderstadt ausgerückt. Schon Stunden vorher wurde der Platz vor dem Kirchenportal zur Sperrzone erklärt und mit Flatterband abgetrennt. Als gegen 18 Uhr der NPD/Thügida-Lautsprecherwagen vorfuhr, schlug ihm eine Lärmwelle entgegen.

„Freundeskreis und NPD, geht nach Hause - es reicht“ hieß es auf Plakaten der Gegendemonstranten - darunter Vertreter des Duderstädter und des Adelebser Bündnisses gegen Rechts sowie die Grünen-Spitzenpolitiker Jürgen Trittin und Anton Hofreiter. Auch auf der anderen Seite der Absperrung wurden Transparente entrollt: „Überfremdung stoppen“ und „Freundeskreis“-Logo. Redner der NPD wetterten gegen „fremde Volksmassen, die ihre Mentalität und Kultur mitbringen“, beschimpften die Gegendemonstranten als „Systemknechte“ und „Realitätsverweigerer“ und sprachen „die scheinheilige Mischpoke des Duderstädter Bündnisses mit Polit-Promis“ mehrfach direkt - und provozierend als „liebe Freunde“ - an: „Haben Sie sich einen Steinzeit-Islamisten in die eigenen Wände geholt, Herr Trittin?“. Den „kleinen Gutmenschengehirnen“ hielten die Rechtsextremen ihre „Heimatliebe“ entgegen und beschworen die „nationale Opposition“. Die islamistischen Terroranschläge in Europa wurden von den NPD-Vertretern ebenso instrumentalisiert wie Kriegseinsätze: „Nicht die Russen, sondern die Amerikaner sind Kriegstreiber.“

NPD-Kundgebung in Duderstadt mit Gegendemo.

Zur Bildergalerie

Eigentlich sollte die Kundgebung gegen 18.30 Uhr beendet sein. Vom Fingerzeig eines Polizisten auf die Uhr ließen sich die NPD-Anhänger aber ebensowenig stoppen wie von den „Nazis raus“-Rufen. Unbeirrt wurde weiter schwadroniert, erst nach einer Stunde endete die Kundgebung. Unter dem Abspielen aller Strophen des „Liedes der Deutschen“ zogen die Rechten wieder ab. Die bis 19 Uhr geöffnete Rossmann-Filiale, die innerhalb der Sperrzone lag, blieb bis Ladenschluss verwaist. Bündnisvertreter zeigten sich zufrieden mit der Gegendemo bei kürzester Vorbereitungszeit und dem Engagement der NPD-Gegner.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter