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Nabu hängt Nistkästen in Duderstadt auf

Wohnungsbau auf dem Wall Nabu hängt Nistkästen in Duderstadt auf

„Tock, tock, tock“ – das Pochen, das am Dienstagmorgen vom Duderstädter Stadtwall zu hören ist, stammt nicht etwa von einem Specht. Es ist Bernhard Wiesemüller vom Vorstand der Untereichsfelder Guppe im Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der klopft.

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Quelle: Richter

Duderstadt. Auf einer Leiter stehend bringt er einen der neuen Nistkästen für den Duderstädter Stadtwall an. In diesem Exemplar, das sich ganz in der Nähe des Obertorteichs befindet, sollen sich später einmal Wasserfledermäuse wohlfühlen. „Vor einigen Jahren gab es hier noch mehr von den Tieren“, gibt er seine Beobachtung wieder. Möglicherweise hätten sie nicht mehr genügend Möglichkeiten zum Unterschlupf gefunden, daher werden jetzt neue Holzkästen auf die Bäume verteilt, um der Population „auf die Sprünge zu helfen“.

Bei der Nistkastenaktion des Nabu handelt es sich um die größte der vergangenen zehn Jahre, berichtet Vorsitzender Hugo Bernhard. Neben den Fledermauskästen würden rund 40 Nistkästen für Blau- und Kohl-meisen angebracht – mit verschieden großen Einfluglöchern für die unterschiedlichen Arten.

Alle Kästen sind in Handarbeit entstanden, viele von ihnen in den Räumen der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB). Beteiligt am Bau haben sich unter anderem Kinder, die im Tabalugahaus zu Gast waren. Ihre Namen und die Daten der Herstellung der Kästen sind zum Teil auf den Holzhäuschen vermerkt.

„Wir bieten immer wieder Aktionen für Kinder an“, erklärt Bernhard. Damit sollen die Kinder die Möglichkeit haben, sich auf spielerische Weise mit dem Naturschutz vertraut zu machen. Außerdem hätten sie Spaß am handwerklichen Arbeiten, berichtet Bernhard. Die Nist- und Fledermauskästen seien allesamt aus hochwertigem Material, überwiegend Lärchenholz, hergestellt. „Ich habe es abgeflammt, damit es länger hält“, erklärt Bernhard. Das Dach bestehe jeweils aus beschichtetem Holz, um besser gegen Regen geschützt zu sein. „Die Kästen dürften problemlos zehn Jahre halten“, glaubt Bernhard.

Die Fledermaushäuschen seien zudem besonders einstiegsfreundlich und waschbärensicher gestaltet, erklärt Wiesemüller. Über eine kleine Treppe gelangen die Tiere ins Innere, wo sie sich hängend aufhalten können. „Damit haben sie ein schönes Sommerquartier und können ihre Wochenstube einrichten“, sagt Wiesemüller.

Zukünftig wollen die Nabu-Mitglieder die Fledermauspopulationen und die Meisen beobachten und zählen. Außerdem sei manchmal Hausputz angesagt: „Die Meisen haben es gern, wenn das alte Nest entfernt wird“, erklärt Bernhard.

©Richter

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Maßnahme gegen Miniermotte

Seit Jahren leiden die Rosskastanien auf dem Duderstädter Wall unter den Miniermotten, die auch Blatt-Tütenmotten genannt werden. Zu den natürlichen Feinden der Falter gehören die Blaumeisen – und langsam, aber sicher auch die Kohlmeisen, erklärt Wiesemüller.

Die Tiere hätten sich dem Nahrungsangebot mit der Zeit genähert und trügen jetzt dazu bei, den Schädling zu bekämpfen. Durch die Nistkastenaktion hoffen die Mitglieder des Nabu auf viele neue Meisen, die sich an der Miniermotten-Beseitigung beteiligen.

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©Richter