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Nachwuchs für Storchenpaar in Ebergötzen

Drillinge im Nest Nachwuchs für Storchenpaar in Ebergötzen

Die Region ist um eine Attraktion reicher. „Eine Seltenheit“, erläutert Storchenfreund Friedel Bode. In Ebergötzen sind drei Storchenbabys zur Welt gekommen.

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Klein, zierlich und gut getarnt: Eines der drei Storchenbabys reckt seinen Hals zur Mutter empor und wartet auf die nächste Ladung Futter. Sinnvolles Feature des kleinen Kameraden – noch ist sein Gefieder braun, wie das Geäst des Nestes, um sich besser verstecken zu können.

Quelle: Richter

Ebergötzen. Wachsam, mit geschwellter Brust, steht die Storchenmama in ihrem Nest. Von Zeit zu Zeit beugt sie ihren Kopf nach vorn und stochert scheinbar wahllos in ihrem Domizil umher.

Die Wände des Astwerkes sind so hoch, dass ein Blick ins Nestinnere unmöglich erscheint, das Treiben des weiblichen Storches gibt Rätsel auf.

Am Rande des anliegenden Feldes steht eine Baumreihe, die allerlei Vögel beherbergt. Eine Gruppe Spatzen ist damit beschäftigt, in rasendem Tempo ihren Platz in der Baumreihe, mit einer kleine Nische unterhalb des Nestes zu wechseln. Die Storchendame scheint mit anderen Dingen beschäftigt zu sein und duldet die kleinen Untermieter.

Plötzlich, unmittelbar nachdem sich die Spatzen erneut am Storchennest niedergelassen haben, fliehen sie panisch flatternd in alle Himmelsrichtungen. Vater-Storch ist im Anflug.

Mit weit gespreizten Schwingen schwebt Adebar über die Wiese zum Fuße des Nestes, um im letzten Augenblick steil empor zu steigen. In seinem Schnabel klemmt eine Kugel, eine Sammlung verschiedenster Äste für die Sanierung seines Eigenheims. Nachdem er das Material pflichtgemäß übergeben hat, spreizt er erneut seine Flügel und fliegt von dannen. Seine Arbeit ist, wie die seiner Partnerin, noch lange nicht getan.

Mama-Storch ist gerade dabei, die einzelnen Äste mühsam ins Nest zu flechten, als sie aus zunächst unerfindlichen Gründen unterbrochen wird. Das Gestrüpp zur Seite gelegt, stochert sie nun wieder in ihrem Nest umher. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, das sie nicht bloß stochert, sondern dabei würgt.

Ihre Brust schwillt an, ein Ruck geht durch ihren Körper, und der Schnabel taucht in die Tiefen ihres Nestes hinab. Dann, zum ersten Mal, zeigt sich der Grund dieses fadenscheinigen Verhaltens. Ein struppiges Köpfchen ragt über den Rand des Nestes, schnappt nach der Spitze des Mutterschnabels und ist ebenso schnell wieder verschwunden, wie er gekommen war.

Nun ist klar: Das Storchenpaar hat Nachwuchs bekommen. Drei kleine Störche werden liebevoll von ihrer Mutter versorgt, während der Papa die Umgebung nach Baumaterialien durchforstet. Perfekte Rollenverteilung. Fragt sich nur, wer von beiden den anstrengenderen Job hat?

Von Kay Weseloh

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