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Alpaka-Nachwuchs in Nesselröden

Alpaka-Fohlen Alpaka-Nachwuchs in Nesselröden

Wenn Christina Engelhardt mit ihren Alpakas durch Nesselröden spaziert, ist ihr Aufmerksamkeit gewiss. Am Mittwoch haben "Siri" und "Paco" Nachwuchs bekommen. Ihr Frauchen ist hin und weg über das kuschelige, noch namenlose Lamababy.

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"Ist das süß!": Christina Engelhardt freut sich über ihr Alpaka-Baby.

Quelle: r

Duderstadt. Seit drei Jahren lebt das Alpaka-Pärchen bei Familie Engelhardt, die am Ortsrand von Nesselröden wohnt. Nesthäkchen Katja (16) war schon immer vernarrt in Tiere, auf die höckerlosen Lamas ist aber ihre Mutter gekommen. Es war Liebe auf den ersten Blick - schon wegen der großen Augen", sagt die 56-Jährige. Die zu den Neuweltkameliden zählenden Wiederkäuer hat sie vor drei Jahren auf einem Gartenmarkt entdeckt und sich auf Anhieb in sie verguckt. Außerdem suchte Engelhardt lebende Rasenmäher für eine verwilderte Fläche, mit der gerade das Grundstück erweitert worden war: "Schafe waren nie ein Thema, Ziegen würden zuviel Ärger machen." Das rund 1500 Quadratmeter große Areal samt Obstbäumen bot sich aber geradezu für größere Tiere an.

Elf Monate Tragzeit

Da Alpakas Herdentiere sind und allein verkümmern würden, erwarb sie aus der Herde von Landwirtschaftsmeister Henrik Ludewig, der mit seinen "Niemetal-Alpakas" einen Hofladen mit Wolle bestückt, Hengst  "Paco" und die trächtige Stute "Siri". Die hatte dann allerdings eine Totgeburt. Alpakas bekommen immer nur ein Fohlen, die Tragezeit beträgt rund elf Monate. Ein Jahr darauf kam der pechschwarze "Pacito" zur Welt, der jetzt ein Geschwisterchen bekommen hat. Welches Geschlecht es hat, weiß Engelhardt noch nicht. Wie beim ersten Nachwuchs steht ihr jetzt voraussichtlich wieder Besuch vom örtlichen Kindergarten ins Haus. "Siri" ist sehr besorgt um das Fohlen und macht - was sonst nicht der Fall sei - Anstalten zum Spucken, wenn man dem Kleinen zu nahe kommt.

 

Mit ihren ruhigen und genügsamen Alpakas, die sie nach einem Burnout auch als erdende Therapietiere betrachtet, geht Engelhardt bisweilen an der Leine Gassi durch den Ort. "Alpakas werden auch für Trekking-Touren eingesetzt, sind neugierig und gelehrig", begründet sie die gemeinsamen Touren. Auf einen Beutel für Exkremente kann sie dabei verzichten:  "Die Tiere sind Heimscheißer, der Kot ist der beste Dünger." Bei einem Ausflug zur Nesselröder Warte traf sie auf Brasilianer, die Ottobock besuchten und es nicht fassen konnten, im Eichsfeld Alpakas zu sehen. Und die gebürtige Langenhagerin hat mit ihrer Alpaka-Passion schon eine weitere Familie aus Nesselröden infiziert, die sich mehrere Tiere hält.

Ihre Alpakas sieht sie nicht als Nutztiere, sondern als Familienmitglieder. Sie seien pflegeleicht, aber auch  eitel. In ihrem Unterstand beäugen sie sich in einem Spiegel, fressen überwiegend Gras und Heu. Als Leckerli gibt es bisweilen Apfel- und Mohrenstückchen oder Trockenfutter. Zur Zeit wirken "Siri" und "Paco" allerdings etwas dürr, weil sie vor einer Woche geschoren wurden. Für die jährliche Schur holt sich Engelhardt einen Fachmann, der auch gleich mit der Rosenschere die Klauen stutzt. Einen Tierarzt musste die Nesselröderin bislang noch nicht kontaktieren. Alpakas hätten eine Lebenserwartung von rund 25 Jahren, sagt Engelhardt. Mit ihrer antiallergenen Wolle kann sie also noch viele Bettbezüge füllen.

In Nesselröden, wo es eine monatliche Kleintierbörse gibt, sind ungewöhnliche Haustiere keine Seltenheit. Auch ein Waschbär an der Leine war schon im Dorf zu sehen. Trotzdem wird Engelhard beim Gassigehen bisweilen von Hundehaltern gefragt, was sie mit den nutzlosen Tiere wolle. Um eine Antwort ist die 56-Jährige, deren Familie auch Katzen und Meerschweinchen hat, nicht verlegen: "Und was willst Du mit einem Hund?".

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