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Näder plant Brauerei und See

Kauf des Schützenhauses geplant Näder plant Brauerei und See

Für das Duderstädter Schützenhaus zeichnen sich neue Perspektiven ab. Ottobock-Chef Hans Georg Näder will das Schützenhaus von der Stadt Duderstadt erwerben und durch einen Neubau ersetzen. Das soll gleich ein ganz großer Wurf werden.

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Quelle: Ku

Duderstadt. Sowohl an die Geschichte des Schützenhauses als Veranstaltungsort als auch an die Erfolgsgeschichte des "Heimatliebe"-Bieres soll das ambitionierte Projekt am Schützenplatz anknüpfen. Die "Heimatliebe"-Mikrobrauerei unter dem Hotel-Restaurant Zum Löwen soll zu einer Craftbeer-Brauerei expandieren. Als Vorbild nennt Näder die Brooklyn Brewery in New York. Am Schützenplatz soll eine neue Braustätte entstehen, kombiniert mit einem Event- und Verkostungsspace, großem Biergarten und gastronomischem Angebot. Das ist aber noch nicht alles. Näder plant auch einen künstlichen See hinter dem Schützenplatz in Richtung Gerblingerode. Dort sollen Ruderboote angesiedelt und ein Café mit Biergarten errichtet werden. Dafür nennt Näder als  Vorbild das Café am Neuen See in Berlin, das mitten im Tiergarten steht.

Planvorstellung im Verwaltungsausschuss

Die Pläne Näders sollen am Freitag im Verwaltungsausschuss der Stadt Duderstadt vorgestellt werden. Sobald es grünes Licht dafür gibt und die Genehmigungen vorliegen, will Näder das Schützenhaus erwerben, abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Als Architekten hat Näder den Duderstädter Michael Schmutzer an Bord geholt. Die Stadtverwaltung behandelt das Vorhaben noch als Verschlusssache. Vor zwei Jahren hatte Näder unter dem Stichwort "HGN Cube" schon einmal ein Veranstaltungszentrum ins Spiel gebracht, das Eichsfeldhalle und Schützenhaus ersetzen sollte.

"Unser Ehrenbürger Prof. Hans Georg Näder hat bereits in der Vergangenheit immer wieder großartige Entwicklungs- und Infrastrukturelemente gesetzt", sagt Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), ohne sich zu dem aktuellen und konkreten Vorhaben zu äußern. Als Beispiele für Näders Engagement nennt Nolte "die großartige Gesamtentwicklung von Ottobock am Standort Duderstadt, die Kunsthalle HGN, das Hotel Zum Löwen, das Tabalugahaus und das Schützenmuseum". Am Freitag solle im Verwaltungsausschuss sowohl über die Veränderungen im Gesamtkonzern und die Auswirkungen auf den Standort Duderstadt als auch über neue besondere Entwicklungsakzente gesprochen werden, so Nolte: "Ich freue mich auf den Dialog und bin begeistert, dass neue Impulse zur Diskussion stehen." Auch Ottobock-Projektmanagerin Maren Harloff vom Corporate Social Responsibility Office verweist auf die Planvorstellung im Verwaltungsausschuss.

Braustätte mit Durchblick

Das Projekt am Schützenplatz sei Teil eines Masterplanes, zu dem auch die geplante Wohnbebauung auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei unter Erhalt der historischen Gebäude, die Talwiese und die August-Werner-Allee gehören, sagt Schmutzer. Es gebe auch Überlegungen zur Eichsfeldhalle, die im Verwaltungsausschuss vorgestellt werden sollen. Im Zuge der großräumigen Planung zur Stadtentwicklung solle die August-Werner-Allee umgestaltet, aufgewertet und von parkenden Autos befreit werden.

Zu den Plänen für den Brauerei-Neubau am Schützenplatz gehöre ein transparenter Schank- und Showroom, der Blicke in die Brauerei mit ihren kupfernen Sudpfannen ermögliche, sagt Schmutzer. Zu dem Café mit Biergarten solle es eine Verbindung geben, von der der Schützenplatz aber nicht tangiert werde. Der geplante kleine See mit Steg für Ruderboote habe eine Fläche von 2,5 bis drei Hektar, soll also bis zu 30000 Quadratmeter groß werden.

Durch die neue Braustätte könne das Portfolio weit aufgemacht werden, sagt "Heimatliebe"-Braumeister Gabriel Ballüer. Über die bewährten und begehrten "Heimatliebe"-Sorten hinaus seien alkoholfreie Biere und Malzbiere angedacht. Und auch für Craft-Biere im Flaschenverkauf hat Ballüer bereits Rezepte in der Schublade. Eine exakte Definition von Craft-Bier gibt es nicht. Entstanden ist Craft-Beer, das häufig besondere Aromen enthält, aus regionalen Initiativen und Mikrobrauereien als Gegenbewegung zu industriell gebrautem Bier.

Im Vorstand der Schützengesellschaft Duderstadt weiß man von den Gesprächen über die Pläne für das Schützenhaus, kennt aber noch keine Details. "Die Schützengesellschaft steht positiv hinter jedem Vorhaben, das zu einer Reaktivierung des Schützenhauses mit gastronomischem Angebot führt", sagt Schützenhauptmann Hans-Georg Kracht. 

Seit einem Jahr wieder in städtischer Hand

"Dieses Schützenhaus gehört zu Duderstadt - seit Jahrhunderten." Das hat Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) im vergangenen Jahr gesagt, nachdem die Stadt das Gebäude zurückerworben, mit Umgestaltung des Außenbereiches und Ausbesserungsarbeiten begonnen hatte. Als Pächter haben Cornelia und Peter Nocker von 1981 bis 2005 für Gastronomie im Schützenhaus gesorgt. Zum symbolischen Preis von einem Euro wurde das Gebäude dann von einem Privatmann erworben, dessen Umbau- und Gastronomiepläne aus verschiedenen Gründen steckengeblieben sind. In Abstimmung mit der Schützengesellschaft und ihren politischen Gremien hat die Stadt das Schützenhaus dann im vergangenen Jahr zurückgekauft, mit dem Kaufpreis Materialeinkäufe des Vorbesitzers abgegolten. Seitdem drängt die SPD auf ein Nutzungskonzept, die Schützen ersetzten die gefällten alten Kastanien vor dem Haus durch Neuanpflanzungen. Der Saal des Schützenhauses war in der Vergangenheit Schauplatz für diverse Veranstaltungen und Konzerte - von Krautrock-Bands bis zu Disco-Combos.

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