Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Narren im Mittelpunkt Deutschlands lassen es krachen

50 Jahre Karnevals-Gesellschaft in Krebeck Narren im Mittelpunkt Deutschlands lassen es krachen

„In Krebeck ist der Karneval eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres“, schreibt Bürgermeister Josef Sorhage (CDU) in seinem Grußwort zum Jubiläum der KarnevalsGesellschaft Krebeck (KGK). Fast jeder dritte Einwohner des Ortes ist Mitglied, an den tollen Tagen herrscht Ausnahmezustand in dem Dorf, das für sich die geographische Mitte Deutschlands beansprucht. Ganz besonders gilt das in diesem Jahr. Denn die Karnevals-Gesellschaft feiert ihr 50-jähriges Bestehen.

Voriger Artikel
Gemeinde will endlich den Rhumedamm sichern
Nächster Artikel
Über den Fuß gefahren

Das aktuelle Prinzenpaar der 50. Session, Sophia I. und Gregor I., mit Prinzengarde und Elferrat.

Quelle: EF

„Da wird man hineingeboren“, begründet Prinzessin Sophia Engelhardt ihr Faschingsfaible. Schon im Kindergarten habe sie der Karneval fasziniert, strahlt die 22-Jährige. Ebenso wie die Eltern von Prinz Gregor Brennecke (20) waren auch ihre Eltern schon Prinzenpaar. Den Trauschein muss man dafür in Krebeck nicht haben. Der von den Vereinsmitgliedern auserkorene Prinz sucht sich seine Prinzessin im Ort. Bis vor drei Jahren wurde sie noch geheimgehalten und erst am Rosenmontag präsentiert.
Karneval haben die Kattenköppe, wie man die Krebecker nennt, auch schon vor der Vereinsgründung gefeiert. Bereits in den 50-er Jahren gab es Kappenfeste, die jungen Männer unterzogen sich Initiationsriten wie dem öffentlichen Rasieren, sammelten Würste und Eier und zogen als „Doktoren“ durchs Dorf, um bei Mädchen die Temperatur zu messen. Beim Heringsbegraben besprengten als Frauen verkleidete Männer das Volk mit stinkender Heringsbrühe.
Als Tanz- und Büttenabende hinzukamen, wurde 1960 angeregt, das Karnevalstreiben auf Vereinsfüße zu stellen. Die Geburtsstunde der KGK mit Prinzenpaar, Garde und Elferrat hatte geschlagen. 1961 wurde der erste Festumzug organisiert, im Laufe der Jahre das Vereinsleben immer professioneller. Unvergessen sind die Büttenreden und Schunkelrunden auf dem Saal des Gasthauses Rudolph, das bis 2001 Anlaufstelle der Karnevalisten war, die dann in das neu gebaute Bürgerhaus wechselten. Bis heute werden die Prinzen auf dem Stein vor dem Haus der Gaststätte Rudolph proklamiert.
Neben dem ortsspezifischen Faschingsruf „Krebeck Miau“ gibt es auch Jahr für Jahr ein Motto. „Gold und Silber lieb ich sehr, den Krebecker Karneval noch viel mehr“, lautete das erste Motto. In diesem Jahr heißt es: „Ein halbes Jahrhundert Singen, Tanzen und Lachen – die Krebecker lassen es zum Jubiläum richtig krachen.“ Die Vorbereitungen auf die nächste Session beginnen bereits, wenn der Kater auskuriert ist. „Wenn der Karneval vorbei ist, gibt es allenfalls einen Monat Pause“, sagt die amtierende Prinzessin: „Proben und Wagenbau ziehen sich durchs ganze Jahr.“
Die fünfte Jahreszeit beginnt stets am 11.11. mit der geheimen Wahl des Prinzen, der seine Prinzessin inzwischen schon beim Eröffnungsball am darauf folgenden Sonnabend vorstellt. Die heiße Phase startet dann am Donnerstag vor Karneval mit Weiberfasching. Bei Büttenreden und Tanz werden dort nur Prinz, Karnevalspräsident – zurzeit Michael Otto – und männliche Bedienung geduldet. Jugenddisco und Preismaskerade schließen sich an, bevor am Rosenmontag Würstesammler, Viehzähler und Doktoren Krebeck aufmischen, sich der Festumzug in Bewegung setzt, abends Büttenreden geschwungen und Sketche aufgeführt werden. Der Tulpendienstag gehört den Kindern, bevor abends im Bürgerhaus weitergefeiert wird. Wenn die Uhr Mitternacht schlägt und den Aschermittwoch einläutet, ist allerdings Schluss. Dann wird der Hering begraben – das Volk dabei jedoch nicht mehr mit Fischsud, sondern mit Seifenlauge besprenkelt.

Von Kuno Mahnkopf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
30. Jahrestag

Bei Minusgraden  und strahlendem Sonnenschein formierte sich der Umzug der Karnevalisten. Der Desingeröder Carnevalsclub (DCC) feierte am Wochenende sein 30. Bestehen und hatte dazu alle befreundeten Vereine aus dem Eichsfeld eingeladen.

mehr
Mehr aus Duderstadt
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter