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Narren übernehmen die Macht in Duderstadt

Sturm auf Rathäuser Narren übernehmen die Macht in Duderstadt

Einen Regierungswechsel gab es am Rosenmontag im Duderstädter Rathaus. Hunderte Narren stürmten nach ihrem Umzug durch die Duderstädter Innenstadt den historischen Amtssitz des Stadtrats, um „die Zukunftsfragen in wenigen Tagen zu lösen“, so Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) bei der Schlüsselübergabe im Bürgersaal.

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Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (Mitte) überlässt den Narren die Macht.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt. Das Getrommel, Getröte und Gejohle war ohrenbetäubend, als das älteste Prinzenpaar Deutschlands, Tilla I. und Ernst I. aus Desingerode, und die Hoheiten aus Westerode, Mingerode und Brehme das Zepter übernahmen. Die 77-jährige Tilla machte in ihrer Ansprache zudem den jüngeren Generationen Mut: „Wir sind ein Vorbild für diejenigen, die sich zu alt fühlen, das Amt anzunehmen. Es ist zwar anstrengend, Prinzessin zu sein, aber sehr schön.“

Axel Kaldeich, Vorsitzender des Mingeröder Carnevals Verein, begrüßte mit einem kräftigen „Halau“ die nordischen Gäste der Mingeröder Narren: Der Musikzug Plön, mehrfacher Deutscher Meister in seinem Fach, antwortete mit schmissigen Rhythmen, gefolgt von der Brass & Drum Band Mingerode und den Original Brehmer Blasmusikanten. Der ganze Saal feierte, tanzte und schunkelte mit.

Stefan Beckmann, Präsident des Westeröder Carneval Clubs, überreichte dem Bürgermeister erstmals einen Karnevalsorden aus Westerode – in etwa der Größe eines Brustpanzers, und Marco Tasch, Ortsbürgermeister aus dem thüringischen Brehme, erinnerte daran, dass ein gemeinsamer Karneval erst seit der Grenzöffnung vor 25 Jahren möglich sei.

Im Gegensatz zu den Duderstädter Kollegen haben die rund 60 Narren, Jecken und Tanzmariechen aus Bilshausen nicht den Schlüssel zum Rathaus des Ortes erhalten. Keine böse Absicht, sondern gute alte Tradition. So mussten die Karnevalsanhänger des Bilshäuser-Carneval-Clubs zunächst eine Frage richtig beantworten. Bürgermeisterin Annemarie Kreis (CDU) und die zuständige Kreistagsabgeordnete Sigrid Jacobi (CDU) wollten wissen, wer denn eigentlich zu den Gemeindemitarbeitern gehört? „Petra“, rufen einige, „Reinhard“, meinen andere. „Sind Spitznamen auch erlaubt?“, „Was ist eigentlich mit Petra?“ – so richtig leicht erschien der Eintritt in das Bilshäuser Rathaus nicht. „Eigentlich kennt man sie“, sagt Prinz Benno I. Friedhoff, aber dass sie für die Gemeinde arbeiten, sei nicht so sehr bekannt. Schließlich standen alle Namen auf der Liste, und die Karnevalisten hielten Einzug in das Rathaus.

Dorthin brachten sie nicht nur das eigens von Gemeinderat Reinhard Dierkes komponierte BBC-Lied und mehrere dreifache „Bi-Lau“ mit, sondern auch Aufgaben für die Gemeindemitarbeiter. Diese konnten sich dann auch gleich daran probieren, ein ganzes gekochtes Ei in eine Flasche zu bekommen, oder „Alle meine Entchen“ auf der Trompete zu spielen. Eine Tradition, bei der mehr als nur heiße Luft, wie bei den ersten Trompetenversuchen von Bürgermeisterin Kreis, herauskamen.

Von Claudia Nachtwey und friedrich Schmidt

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