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Gut Herbigshagen wird umgestaltet

Multimediale Frischzellenkur Gut Herbigshagen wird umgestaltet

In einem zweiten Bauabschnitt soll nach der Hofscheune jetzt das Hauptgebäude von Gut Herbigshagen umgebaut, zwei neue Dauerausstellungen etabliert werden. Für das Projekt mit einem Investitionsvolumen von mehr als drei Millionen Euro will die Sielmann-Stiftung das Südniedersachsenprogramm anzapfen.

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Neue Fassade des Hauptgebäudes auf Gut Herbigshagen

Quelle: r

Duderstadt. Denkbar sind bis zu 65 Prozent Zuschuss. Die umgestaltete Remise mit ihrer Artenvielfalt-Ausstellung bietet einen Vorgeschmack auf das, was kommen soll: Geflammtes Lärchenholz, große Glaselemente, Module, interaktiv und multimedial konzipierte Ausstellungen. Architektin Viktoria Wille spricht von einer gestalterischen und didaktischen Modernisierung des Natur-Erlebniszentrums mit jährlich mehr als 100.000 Besuchern. Die soll auch die Orientierung erleichtern, die noch durch die unklare Trennung stiftungsinterner und öffentlicher Bereiche erschwert wird. Eine „trichterförmig geöffnete Fassade“ soll die Besucher an einem Info-Tresen vorbei in die Ausstellungsräume lenken. Im Erdgeschoss werden die Gäste unter dem Motto „Wildwechsel im Grünen Band“ auf einen Streifzug durch ein Mosaik aus wabenförmigen Landschaftsbauteilen und bedruckten Kissen geschickt, können sich mit Missionskarten auf die Suche nach Schlupflöchern machen.

Baustart im kommenden Jahr angestrebt

Haben große Pläne für das Gut: Bernhard Reuter, Michael Beier, Matthias Wunderling-Weilbier, Carsten Ley, Tobias Wille, Dierk Weinhold (Umweltministerium), Viktoria Wille und Wolfgang Nolte (v.l.).

Haben große Pläne für das Gut: Bernhard Reuter, Michael Beier, Matthias Wunderling-Weilbier, Carsten Ley, Tobias Wille, Dierk Weinhold (Umweltministerium), Viktoria Wille und Wolfgang Nolte (v.l.).

Quelle: Pförtner

Als Ort mit Potenzial und Perspektiven betrachten nicht nur Landrat Bernhard Reuter (SPD) und Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), der auch stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender ist, Gut Herbigshagen. Überzeugt von dem neuen Projekt, das in die strategischen Handlungsziele der Landesregierung für die Region passe, ist auch Matthias Wunderling-Weilbier, der für Südniedersachsen zuständige Landesbeauftragte für regionale Landentwicklung. Mit einer Entscheidung über die Förderung wird spätestens Ende Juli gerechnet. Dann könnten im kommenden Jahr, in dem Heinz Sielmann 100 Jahre alt geworden wäre, die Bagger anrücken, die „Baustelle zur Schaustelle“ werden, wie es Stiftungsvorstand Michael Beier formuliert.
„Der Stiftungsrat steht einmütig hinter dem Projekt“, sagt Nolte. Reuter spricht von einem „Dreiklang aus touristischer Entwicklung, Umweltbildung und Vermarktung regionaler Produkte“. Herbigshagen werde in die Mitte des neuen Landkreises rücken und sei auch ein wichtiges Bindeglied zum Harz. Die Weiterentwicklung trage zur Attraktivitätssteigerung, zum Natur- und Landschaftsschutz und zur Wertschöpfung in der Region bei.
Um das „Abenteuer Naturschutz“ dreht sich die Ausstellung im Obergeschoss. Flankiert von Medienwänden mit Sequenzen wehender Gräser, Wald und Schilflandschaften können Ausstellungsmodule angesteuert werden, die ebenfalls das Medium Film als Schlüssel zur Natur nutzen: Detailausschnitte, Mikroaufnahmen, Zeitlupe und Zeitraffer, Touchpoints und Bespielungswände mit Lupenfunktionen. Viele der musealen Exponate haben dann ausgedient, das Arbeitszimmer Sielmanns soll in Teilen als Requisite erhalten bleiben. Komplette Filme des Stiftungsgründers sollen in einem Kinoraum gezeigt werden. „Wir gehen zurück auf die DNA der Stiftung“, sagt Vorstand Michael Beier mit Blick auf das Filmrollen-Archiv im Keller-Kühlraum.
Durch den Einbau von Dachfenstern wird das Obergeschoss zur Beobachtungsplattform. Auch für Veranstaltungen kann es weiterhin genutzt werden: Verschiebbare Elemente, eine mobile Bühne und Projektionswände machen's möglich. Ein neues Leitsystem mit farbigen Piktogrammen  („Den Werten der Natur auf der Spur“) bezieht Hofstall und -laden und das gesamte Gelände ein, die Gastronomie wird auf neue Beine gestellt und nach außen geöffnet, neue sanitäre Anlagen im Souterrain geschaffen.Die Investitionen sollen je zur Hälfte in das Gebäude und in die Ausstellungen fließen, sagt Beier. „Digitale Medien prägen das Bild der Zeit“, nennt er einen Grund für die Modernisierung. Nach GPS-Touren gibt es inzwischen auch Internet-Freifunk auf dem Gut: „Vor zwei Jahren waren wir noch im Nirwana.“

Erlebnis Natur

Das Natur-Erlebniszentrum in dem ehemaligen Stadtgut haben Inge und Heinz Sielmann 1996 eröffnet, seit 2000 ist es Stiftungszentrale. Nach seinem Tod 2006 wurde Heinz Sielmann an der Assisi-Kapelle auf dem Gutsgelände bestattet. Immer wieder wurde  um- und angebaut, Erlebnisstationen, Schulbauernhof, Dachsburg-Quartier, Kika-Baumhaus und Streuobstwiese geschaffen. Das Gut ist ein beliebter Anlaufpunkt über die Region hinaus und zertifizierter Bioland-Betrieb.

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