Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Naturschutz für Seeburger Auengebiete: Verordnung liegt aus

EU dringt auf Zeitplan für Schutzgebietsnetz Naturschutz für Seeburger Auengebiete: Verordnung liegt aus

Die Auengebiete um den Seeburger See und der Suhle sollen als Naturschutzgebiet (NSG)  ausgewiesen werden. Der Verordnungsentwurf des Landkreises liegt vor. Vom Mittwoch bis zum 4. März liegt er bei den Samtgemeinden Radolfshausen und Gieboldehausen zur Einsichtnahme aus. Innerhalb dieser Frist können Anregungen und Bedenken bei den Samtgemeinden und der Unteren Naturschutzbehörde vorgebracht werden.

Voriger Artikel
Duderstadt 2020 will Potenziale heben und Menschen zusammenbringen
Nächster Artikel
Eichsfelder Kinder und Jugendliche zu Besuch bei Wolfgang Nolte

Quelle: Landkreis Göttingen

Quelle: Stepmap/GT

Seeburg. Die vorgesehenen Flächen des neuen NSG liegen in den Gemeinden Landolfshausen, Seulingen, Rollshausen, Seeburg, Ebergötzen, Krebeck und Wollbrandshausen. Es ist das bereits vor Jahren an Brüssel gemeldete  Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Gebiet 139 „Seeanger, Retlake, Suhletal“. Es umfasst rund 415 Hektar und soll komplett unter Naturschutz gestellt werden. Der Seeburger See und kleinere Uferstreifen sind bereits Naturschutzgebiet.

 Die geplanten Vorgaben für Seeanger, Retlake und Suhletal sind bereits im Umweltausschuss vorgestellt worden. Der endgültige Beschluss im Kreistag ist noch in diesem Jahr geplant. Als nächstes an der Reihe auf der Liste des Landkreises ist der Reinhäuser Wald (FFH-Gebiet 110). Dort gibt es noch Streit mit Kletter-Sportlern um Zugangsmöglichkeiten zu Felswänden. Vorgabe des Landes ist, alle niedersächsischen FFH-Gebiete bis 2018 hoheitlich zu sichern.

Um Zeit zu sparen, werden die bislang für jedes einzelne Gebiet angebotenen Informations-Veranstaltungen unter Beteiligung Betroffener und  Naturschutzverbänden entfallen. Für jedes Verfahren rechnet der Landkreis mit mindestens einem Jahr. Die Mausohr-Wochenstube im Duderstädter Rathaus kommt ohne Verfahren aus. Grund der Eile ist ein von der EU-Kommission gegen die Bundesrepublik wegen der Defizite bei der Umsetzung der FFH-Gebiete eingeleitetes Pilotverfahren. Strafzahlungen drohen.

Im Landkreis gibt es 19 für das europäische Schutzgebietsnetz gemeldete FFH-Gebiete und ein Vogelschutzgebiet für den Rotmilan. Hintergrund ist die seit Jahren geführte Debatte, in welcher Form die gemeldeten FFH-Gebiete geschützt werden sollen. In Niedersachsen gibt es 385 FFH-Gebiete und 71 Vogelschutzgebiete. Drei NSG-Verordnungen für Totenberg im Bramwald, Großer Leinebusch und  Ossenberg-Fehrenbusch wurden bereits angepasst. Lediglich das FFH-Gebiet „Buchenwälder und Kalkmagerrasen zwischen Dransfeld und Hedemünden“ wurde bislang durch eine neue Landschaftsschutzgebiets-(LSG)-Verordnung gesichert.
Der frühere Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) hatte in Niedersachsen vorgegeben, dass zum Schutz von FFH-Gebieten das mildest mögliche Mittel gewählt werden solle. Seit 2008 ist der Landkreis auch für die Ausweisung von Naturschutzgebieten zuständig. Mittlerweile ist das Land der Ansicht, dass Naturschutz und nicht nur Landschaftsschutz das geeignete mittel ist, um FFH-Gebiete zu sichern. Auch Beeinträchtigungen von außerhalb sind nicht erlaubt.

Die FFH-Richtlinie wurde 1992 vom Rat der EG erlassen. FFH steht für Fauna = Tierwelt,  Flora = Pflanzenwelt und Habitat = Lebensraum. Ziel ist, die biologische Vielfalt zu erhalten. Dazu soll ein europaweites Schutzgebietsnetz – Natura 2000  – eingerichtet werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter