Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Naturschutzpreis geht an Revier Desingerode

Jägerschaft Duderstadt Naturschutzpreis geht an Revier Desingerode

Das Revier Desingerode ist bei der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Duderstadt mit dem Naturschutzpreis der Volksbank Mitte ausgezeichnet worden. Zur üppigen Tagesordnung gehörten am vergangenen Sonnabend auf dem Saal des Westeröder Gasthauses Kellner auch Vorträge, Ehrungen und wichtige Personalentscheidungen.

Voriger Artikel
Chaos im Krankenhaus
Nächster Artikel
Landfrauen feiern Geburtstag

Profitieren vom zunehmenden Maisanbau: beste Voraussetzungen für Wildschweine.

Quelle: Hinzmann

Ausschlaggebend für die Vergabe des Naturschutzpreises waren „die beispielhaften Biotopvernetzungen durch umfangreiche Hecken- und Obstbaumanpflanzungen sowie insbesondere die Anlage eines Feuchtbiotops mit einer Größe von rund 600 Quadratmeter Wasserfläche“, sagte der Sprecher des Vorstandes der Volksbank Mitte, Holger Willuhn. Er übergab die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung an die Revierpächter Horst Mollenhauer, Hubert Kellner und Michael Nachtwey.

Der stellvertretende Kreisjägermeister Ulrich Cieslak erinnerte in seinem Bericht daran, dass zur Gewinnung von Biomasse für Biogasanlagen der Maisanbau „auch in unserer Region erheblich zugenommen hat“. Es gebe „einen Umbau der Feldnutzung in Richtung Bioenergiepflanzen“. Damit vergrößere sich das Wildschadensproblem durch Schwarzwild, zumal die Population zunehme. „Mehr Nahrung bedeute höhere Fruchtbarkeit“, so Cieslak. Es entstünde ein Teufelskreis.

Bei Mais, Raps und Weizenschlägen seien zwar Erntejagden eine effiziente Methode. Allerdings stellten sie auch die gefährlichste Jagdart dar.

Cieslak erläuterte den Zuhörern, dass durch die angekündigte Änderung der Jägerprüfungsordnung die Anforderungen an die Schießfertigkeiten der Kandidaten verschärft werden. Strengere Bestimmungen werde auch die Novellierung des Niedersächsischen Hundegesetzes mit sich bringen.

Der stellvertretende Kreisjägermeister machte deutlich, dass eine Einwanderung des Wolfes nach Niedersachsen „sehr wahrscheinlich ist“. Als Siedlungsräume kommen die Lüneburger Heide und der Solling in Frage, so der Referent, der daran erinnerte dann, dass für diese Tierart die höchsten Schutzkriterien gelten: „Der Wolf ist unantastbar.“

Die Jägerschaft Duderstadt hat beschlossen, Cieslak über die Landesjägerschaft Niedersachsen für die Wahl zum Kreisjägermeister des Landkreises Göttingen vorzuschlagen. Die Entscheidung wird der neue Kreistag nach der Wahl im September fällen.

Es gab weitere wichtige Personalien: Hans-Georg Kracht ist für weitere vier Jahre als erster Vorsitzender der Jägerschaft wiedergewählt worden. Ebenfalls in ihrem Ämtern bestätigt wurden Thomas Ehbrecht als zweiter Vorsitzender, Erich Hagemann als Schriftführer und Michael Nachtwey als Schatzmeister.

Eine besondere Auszeichnung gab es für Friedrich-Karl Schöttelndreier. Er wurde mit dem „Goldenen Rebhuhn“ der Landesjägerschaft Niedersachsen für Nichtjäger geehrt. „Sie gehören zu den Naturschützern der ersten Stunde und haben in Rüdershausen eine Betreuungsstation für verletzte Greifvögel eingerichtet und sie über Jahrzehnte betreut“, so Hans-Georg Kracht in einer kurzen Laudatio. Desweiteren habe sich Schöttelndreier „sehr stark für die Wiedereinbürgerung des Steinkauzes eingesetzt“ und der Jägerschaft stets eng verbunden gefühlt. Die Auszeichnung solle die Anerkennung für dieses Lebenswerk zum Ausdruck bringen. Schöttelndreier bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der Jägerschaft und berichtete, dass sein selbst gestecktes Ziel von über 200 ausgewilderten Steinkäuzen seit wenigen Tagen bereits übertroffen sei.

Auszeichnungen gab es auch für langjährige Mitglieder. 25 Jahre gehören der Jägerschaft an: Udo Bernd, Renshausen; Norbert Borchardt, Göttingen; Hermann Schütte, Gleichen-Beienrode; Rainer Werner, Tiftlingerode; Raimund Goldmann, Seeburg; Johannes-Peter Wüstefeld, Mingerode; Rolf Schmiedekind, Rhumspringe.

Auf eine 40-jährige Mitgliedschaft können zurückblicken: Johannes Müller, Gerblingerode; Alois Bode, Gieboldehausen; Josef Engelhardt, Bilshausen; Fritz Nienstedt, Renshausen; Karl Rümenapp, Gieboldehausen; Josef Scholle, Nesselröden; Hubert Schneemann, Gerblingerode; Walter Neuhaus, Duderstadt; Bruno Napp, Gerblingerode; Manfred Rohrmann, Duderstadt; Eduard Wandt, Gieboldehausen; Karl-Heinz Grünewald, Hilkerode; Engelbert Bley, Fuhrbach. Für 60-jährige Mitgliedschaft wurde Georg Wüstefeld aus Gieboldehausen geehrt.
Die Verdienstnadel in Bronze ging an drei Mitglieder der Jägerschaft Duderstadt: Rainold Diedrich, Herbert Müller und Franz Lautenbach.

Zum Auftakt der vom Bläserkorps der Jägerschaft unter Leitung von Rudi Lindner musikalisch umrahmten Versammlung hatte Duderstadts
Ehrenbürgermeister, der CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrat Lothar Koch, daran erinnert, dass sich die Jägerschaft Duderstadt trotz Gebiets- und Verwaltungsreform „ihre Identität nicht habe nehmen lassen.“ Diese Identität gelte es, auch in Zukunft zu bewahren.

Die Hegeschau für das Jagdjahr 2010/2011 findet am Sonnabend, 9. April, in Seulingen statt. Beginn ist um 14 Uhr im Bürgerhaus.

Von Axel Artmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Jägerschaft Duderstadt

Gerald Schönekeß, Karl-Heinz Degenhardt und Günther Thom, Jagdpächter des Reviers Rüdershausen, sind in diesem Jahr mit dem Naturschutzpreis der Volksbank Mitte ausgezeichnet worden. Brachflächen und Anpflanzungen, die zur Biotopvernetzung beitragen, kennzeichnen ihre Arbeit und Bemühungen.

mehr
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter