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Netzwerk bietet Jugendlichen umfassende Hilfe

„Markt der Möglichkeiten“ Netzwerk bietet Jugendlichen umfassende Hilfe

Schülermassen schieben sich durch die Räume des Jugendgästehauses in Duderstadt. Gestern öffnete der „Markt der Möglichkeiten“, und auch am heutigen Mittwoch können sich Siebt- und Achtklässler der Duderstädter und Gieboldehäuser Schulen über Hilfsangebote speziell für Jugendliche informieren.

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Balance-Test: Am Stand der DAK klärt Dirk Peltret (links) über Motorik auf, während Lina Pahl am Computer ihre Balance prüft.

Quelle: Blank

Oliver Heil steht am Stand und greift in den schwarzen Beutel. Er holt Dinge wie ein Handy, Zigaretten oder einen harmlosen Schwamm heraus. Philipp Rösener von der Aufsuchenden Jugendarbeit vom Landkreis Göttingen hat beobachtet: „Bei manchen Dingen sind die Jugendlichen erstaunt, was das mit Sucht zu tun haben sollte.“ Er und seine Kollegin Sabrina Richard stellen hier Hilfsangebote bei Suchtproblemen vor. Der Siebtklässler Oliver gibt zu: „Ich habe hier einiges erfahren, was ich vorher nicht wusste, zum Beispiel, dass man auch vom Telefonieren oder Waschen süchtig werden kann.“ Der Schwamm stehe beispielsweise für Waschzwang, ein rotes Herz für Liebessucht und ein Päckchen Rasierklingen für Selbstverstümmelung, das sogenannte „Ritzen“.

Veranstalter des Marktes ist die Arbeitsgemeinschaft Jugend-Netzwerk-Duderstadt. „Bei Beratungsgesprächen ist uns vor einigen Jahren aufgefallen, dass wir manchmal über andere Institutionen, die Jugendliche unterstützen, nicht so gut informiert waren“, sagt Helga Steininger vom Kinder- und Jugendbüro des Landkreises Göttingen. „Damit die Institutionen die Arbeit untereinander besser einschätzen können und dementsprechend auch umfassender beraten zu können, haben wir im Jahr 2002 das Netzwerk gegründet“, ergänzt Angela Schmiel-Richter als Leiterin des Jugendamtes im Landkreis Göttingen. In diesem Zusammenhang sei der „Markt der Möglichkeiten“ entstanden, der einerseits einen Überblick über die verschiedenen Hilfsangebote in der Region bieten, andererseits bei den Jugendlichen Hemmungen abbauen soll. „Es ist für die Jugendlichen wichtig zu wissen, welche Menschen und Gesichter mit den jeweiligen Einrichtungen zu verbinden sind. Dann haben sie auch weniger Angst, um Hilfe zu bitten“, erklärt Schmiel-Richter.

Die Themen des Marktes reichen von Ausbildung, Familie und Lebensplanung bis zu Drogen und Gewalt. Um das Interesse der Jugendlichen an den Ständen der über dreißig beteiligten Institutionen zu wecken, wurde eigens ein Fragebogen entwickelt, der die Schüler außerdem durch die Veranstaltung führe, ergänzt Steininger.

Auch Schüler wollen Gleichaltrige aufklären. Aus einer Projektarbeit der Berufsbildenden Schulen Göttingen ist ein Stand entstanden, der Jugendliche vor Alkoholmissbrauch warnt. Dabei gibt es alkoholfreie Cocktails zu kosten. Zwischendurch können sich die Schüler unter fachmännischer Anleitung am Trommeln probieren. „Trommeln ist eine gute Möglichkeit, um seine Energie in Bahnen zu lenken. Das wird auch immer mehr in Jugendhilfsprojekten und Therapien eingesetzt“, erklärt Schmiel-Richter.

Günther Lutterberg vom Duderstädter Kinder- und Jugendbüro, dankt Michael Simmert als Leiter des Jugendgästehauses für die gute Unterstützung. „Das fängt an bei den Räumen, der Technik und Ausstattung und geht bis zu Kaffee und Kuchen. Es wurde einfach an alles gedacht“, lobt er die hervorragende Organisation.

Von Claudia Nachtwey

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30 Ständen

Die Schüler Patrick und Tobias sehen sich das Video an, bei dem ein Jugendlicher von einem anderen zusammengeschlagen wird. Auf dem Display können die Zuschauer am Stand der Duderstädter Polizei wählen, was sie tun würden: Raushalten? Dem Opfer zu Hilfe eilen? Andere um Hilfe bitten?

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©Richter