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Netzwerke in der Flüchtlingshilfe

Kulturdolmetscher helfen bei der Überwindung von sprachlichen und kulturellen Barrieren Netzwerke in der Flüchtlingshilfe

Das Netzwerk rund um die Flüchtlingshilfe wird im Landkreis weiter ausgebaut. Eine mögliche Kooperation zwischen der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) und dem Institut für angewandte Kulturforschung Göttingen (IfaK) wurde bei der GAB am Euzenberg erörtert - mit positiven Resultaten.

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GAB und IfaK kooperieren beim Einsatz von Kulturdolmetschern in der Flüchtlingshilfe

Quelle: NR

Duderstadt. Bereits Mitte der 2000-er Jahre sind am IfaK Lehrgänge gelaufen, in denen Kulturdolmetscher ausgebildet wurden. Dieses Format habe das Institut mit dem erhöhten Bedarf an Fachkräften im Integrationsbereich wieder aufgenommen, erklärte Dr. Roland Drubig vom Vorstand des IfaK. Der Landkreis habe zunehmendes Interesse an Kulturdolmetschern signalisiert, so Drubig.

Die Ausbildung belaufe zehn Wochen und 320 Unterrichtseinheiten, erklärten die 15 Kurs-Teilnehmer, die zur GAB gekommen waren, um über Kooperation zu sprechen, darunter Leute aus Syrien, Iran, Irak, Kosovo und Afghanistan. Alle zeigten sich hochqualifiziert und hochmotiviert, um Flüchtlingen bei der Integration zu helfen.

Hilfe werde nämlich in vielen Bereichen benötigt, bestätigte Tanja Menge, pädagogische Mitarbeiterin bei der GAB und Mitinitiatorin des Modellprojektes „Arbeit und Lernen für Flüchtlinge“, das im November 2015 bei der GAB angelaufen ist. „Man braucht mehr als nur die deutsche Sprache, um hier anzukommen.

Die Menschen brauchen auch Hilfe in unserem bürokratischen System, bei der Mülltrennung, beim Arztbesuch, bei Besprechungen im Kindergarten oder bei der bloßen Information, dass in Deutschland die Rettungshubschrauber keine Bomben abwerfen“, nannte Menge einige Beispiele.

Genau diese, aber auch andere Bereiche könnten die Kulturdolmetscher abdecken, da die meisten von ihnen selbst einen Migrationshintergrund haben, mehrere Sprachen sprechen und sowohl die deutschen als auch die kulturellen Verhältnisse aus den Heimatländern der Flüchtlinge kennen würden, erklärten die Seminarteilnehmer. So seien sie bereits ehrenamtlich im Einsatz bei beruflichen Eignungsberatungen, im Bereich Universität und bei Bafög-Anträgen, in Schulen und Kindergärten oder auch bei interkulturellen Konflikten, sagte Helmut Melching, einer der wenigen deutschen Kursteilnehmer.

Auf Anfrage bestätigte Ulrich Lottmann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises, dass über eine Form der Honorierung für Kulturdolmetscher und der vom Landkreis selbst ausgebildeten Integrationslotsen nachgedacht werde, da abzusehen sei, dass solche Fachkräfte zunehmend gebraucht würden.

Die Kooperation zwischen GAB und IfaK solle nun auf den Weg gebracht werden, Kontakdaten wurden ausgetauscht, damit auf kurzem Weg die passende Unterstützung in jedem individuellen Fall gefunden werden könne.

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