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Neue Aufgaben bereiten Grundschulen Sorgen

Überforderung Neue Aufgaben bereiten Grundschulen Sorgen

Mit großen Sorgen sieht Ursula Glaese-Nörthemann der so genannten Inklusion, dem gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen, entgegen. „Die Schulen sind überfordert“, sagte die Leiterin der Nesselröder Grundschule im Duderstädter Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport. Auf Anregung der Grünen ging es dort um die aktuelle Situation der Grundschulen.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Duderstadt. Seit März gebe es eine gesetzliche Regelung zur Inklusion, berichtete Verwaltungsvertreterin Bettina Steinmetz: „Ausführungsbestimmungen liegen noch nicht vor“. Erstmals vorgesehen sei die Inklusion für die Erstklässler, die im kommenden Jahr eingeschult werden. Grundsätzlich sei gemeinsames Lernen in jeder Grundschule möglich, aber auch Schwerpunktschulen mit besonderen Fördermöglichkeiten seien angedacht. Skepsis äußerte Jutta Jung (USD) wegen des „maroden Schulsystems in Niedersachsen“.

Zurückhaltung sei angebracht, meinte auch Glaese-Nörthemann. „Die Inklusion ist gut gemeint, aber unzureichend umgesetzt“, kritisierte sie die nicht ausreichende personelle Unterstützung durch das Land. Sorgen bereiten ihr weniger die Rollstuhlkinder als  verhaltensauffällige und geistig behinderte Kinder mit emotionalem Förderbedarf. Mehrheitlich beschloss der Fachausschuss, weitere Beratungen dem Verwaltungsausschuss zu übertragen – falls das terminlich notwendig sei.

Diskussionsbedarf gab es auch über die Schulsekretariate. Die Stadt hat die Sekretariatsstunden zum neuen Schuljahr von 34 auf 48 Stunden aufgestockt, die jetzt anteilig nach unterschiedlichem Bedarf auf alle acht Grundschulen im Duderstädter Bereich verteilt werden. Dieter Thriene (CDU) sprach von einem positiven Ansatz, Glaese-Nörthemann von einem kleinen Fortschritt, der nicht reiche: „Unterm Strich sind es zu wenig Stunden angesichts des Aufwands für Ganztagsangebote samt Abrechnung der Mittagessen.“

Ganztagsangebote und warmes Mittagessen gibt es inzwischen an allen Grundschulen im Raum Duderstadt. Die Janusz-Korczak-Schule ist eine verpflichtende Ganztagsschule, die Schulen in Mingerode, Nesselröden, Hilkerode und Langenhagen sind offene Ganztagsschulen ohne Verpflichtung zur Teilnahme am Nachmittagsangebot. Das nehmen an den fünf offiziellen Ganztagsschulen 347 von 489 Kindern, also rund 70 Prozent der Schüler, wahr. Darüber hinaus organisieren an den Schulen in Gerblingerode und Tiftlingerode Fördervereine eine freiwillige Nachmittagsbetreuung, die St.-Elisabeth-Schule kooperiert schon lange mit dem Hort St. Georg.

Einstimmig hat der Ausschuss die Möglichkeit der Ferienbetreuung an den Grundschulen begrüßt. Dabei soll auf eine Kooperation hingewirkt werden. In den Sommerferien hatten die Fördervereine der Schulen in Gerblingerode und Tiftlingerode Betreuung angeboten und ein positives Resümee gezogen.

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