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Neue Aufgaben, neues Umfeld, neue Kollegen

Berufsanfänger Neue Aufgaben, neues Umfeld, neue Kollegen

Vor kurzem saßen sie noch in der Abschlussklasse. Nach den bestandenen Prüfungen gefeiert und bewundert, gehörten sie zu den Alltags-Helden, die es geschafft hatten.

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Hat sich über das Berufsbild informiert: Azubi Rene Kraus.

Quelle: SPF

Ein paar Wochen später startete dann für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt in der Berufswelt. Wie sich das anfühlt, wollte das Tageblatt von Auszubildenden bei Otto Bock in Duderstadt wissen.
Ein bisschen Wehmut bleibt, wenn ich an die Schule und an meine Freunde denke“, sagt Christiane Aschoff, die sich nach ihrem Abitur in Heiligenstadt für ein Duales Studium als Bachelor of Arts (BA) bei der Firma Otto Bock in Duderstadt entschieden hatte. „Aber ich habe mich auch riesig auf den Neustart gefreut. Ich war gespannt auf die Leute, und in welcher Abteilung ich anfangen würde“, beschreibt sie die Gefühle an ihrem ersten Arbeitstag Anfang August.

Bei Marcel Laukat war das ähnlich: „Ich war total nervös, aber auch neugierig“, sagt der Göttinger, der bei Otto Bock eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker begonnen hat. „In den ersten zwei Tagen wurden uns die verschiedenen Bereiche der Firma vorgestellt, und es gab eine Präsentation zur Unfallverhütung. Das waren so viele Eindrücke, die ich erst einmal verarbeiten musste“, gesteht er. Doch die Faszination für seine neue Umgebung ist ihm auch vier Wochen später noch anzumerken.

Der Rhumspringer Rene Kraus gehört ebenfalls zu den Berufsanfängern bei Otto Bock. Er wird Orthopädietechniker. „Ich habe mich vorher über das Berufsbild im Internet informiert. Einen Einblick habe ich auch beim Vorstellungsgespräch und im nachfolgenden Eignungstest gewonnen“, erzählt er. Trotzdem fragte er sich am ersten Tag, wie es denn wirklich sein würde: „Ich war ziemlich aufgeregt und hoffte, dass ich mit den Kollegen gut klar komme“, erinnert er sich. Allerdings kannte er einige Mitarbeiter bereits vorher. „Viele kommen aus der Region und sogar aus meinem Wohnort“, weiß er. Die würde man zwar nicht jeden Tag treffen, aber man hätte hier doch einen gemeinsamen regionalen Bezug – trotz der Größe des Unternehmens mit weltweit über 40 Niederlassungen.

Rene und Marcel sind – im Gegensatz zu Christiane – nicht direkt nach der Schule in ihre Ausbildung gegangen, sondern haben bereits einige Monate bei der Bundeswehr hinter sich. „Das hat mich schon verändert, was den Umgang mit Menschen und den Respekt vor Vorgesetzten betrifft. In der Schule war man frecher, und man hat viel mehr ausprobiert“, beschreibt Marcel seinen Reifeprozess. Zuvor hatte er in Göttingen sein Abi gemacht. „Je näher die schriftlichen Prüfungen rückten, desto größer wurde der Berg, der sich vor einem auftürmte“, sagt er. Der Leistungsdruck sei enorm gewesen. Dagegen genieße er die Ausbildung, die bisher ohne großen Druck verlaufe: „Hier lerne ich entspannt und nehme das Gelernte viel besser auf“, vergleicht er. Trotzdem sei er ehrgeizig und möchte die ihm aufgetragenen Arbeiten möglichst gut erledigen.

Rene hat einen ähnlichen Ehrgeiz entwickelt. „Ich will sehr genau arbeiten, aber das klappt nicht immer beim ersten Versuch. Aber ich lerne ja und muss noch nicht alles perfekt können. Wenn man nicht weiterkommt, helfen die Kollegen und die Ausbilder“, sagt er. Als dementsprechend freundlich bezeichnet er das Arbeitsklima in seiner Abteilung. Er sei der einzige „Neue“ in der Orthopädietechnik, aber er fühle sich gut aufgenommen und unterstützt.

Auch Christiane bestätigt einen guten Kontakt zu den Kollegen. „Während der Arbeit bleibt nicht viel Zeit, aber wir gehen oft gemeinsam zum Mittagessen, da lernt man sich kennen“, erzählt sie. Ihr Arbeitstag ist in den ersten vier Wochen noch ähnlich strukturiert wie der anderer Auszubildender, jedoch werden demnächst zusätzlich die Vorlesungen an der Universität in Göttingen beginnen. „Mich hat es gereizt, schon während des Studiums mit den Abläufen des Unternehmens vertraut zu werden“, begründet sie ihre Entscheidung für das Duale Studium.
Jana Klingebiel hat im Juli ihre Ausbildung als Industriekauffrau bei der Firma Otto Bock abgeschlossen. Sie versteht die Gefühle der Auszubildenden: einerseits Freude und Stolz über die neuen Aufgaben, andererseits die eigene Unerfahrenheit und Unsicherheit. „Ich kann mich gut an meine Anfangszeit hier erinnern. Plötzlich ist man viel mehr auf sich selbst gestellt als in der Schule, wo der Lehrer einem sagt, was man als Hausaufgabe erledigen soll“, vergleicht sie. In der Ausbildung habe sie neben beruflicher Kompetenz auch Selbstdisziplin, Selbstorganisation und das Tragen von Verantwortung gelernt. „Ich werde auf jeden Fall reifer“, sagt die Nesselröderin, die nach ihrem bestandenen Abschluss in der Firma übernommen wurde.

Christina Hermann ist in der Unternehmenskommunikation tätig und beobachtet die Entwicklung der Auszubildenden seit einigen Jahren genau: „In der Schule arbeitet jeder für sich selbst. Hier in der Firma verlassen sich die Kollegen auf einen, der Einzelne hat für die anderen und für den gesamten Ablauf eine größere Verantwortung. Jeder trägt seinen Teil zum Gelingen des Ganzen bei“, nennt sie einen der wesentlichen Unterschiede zum Schulalltag.

Personalleiter Albert Schäfer erklärt: „Wir versuchen, die jungen Leute beim Start ins Berufsleben möglichst gut zu unterstützen, damit sie ihre Unsicherheit verlieren.“ Dazu gehöre die erste Betriebsführung ebenso wie umfassende Informationen schon vor Beginn der Ausbildung. Oftmals kämen Bewerbungen von ehemaligen Praktikanten, die den Betrieb bereits kennengelernt hatten. Aber auch mit Schulen und dem Arbeitsamt würde das Unternehmen eng zusammen arbeiten, um Jugendlichen die Gelegenheit zu geben, sich ein Bild von dem Ausbildungsangebot bei Otto Bock zu machen. „Wir fangen jetzt schon an, uns auf die Schulabgänger im nächsten Jahr zu konzentrieren.“
Informieren können sich Jugendliche auch im Internet, in der hauseigenen Ausbildungsbroschüre oder während eines Praktikums direkt in der Firma.

Von Claudia Nachtwey

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