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Schießstand mit Internet-Anbindung

Schützengesellschaft Schießstand mit Internet-Anbindung

„Hier wird scharf geschossen“, bestätigt Schützenhauptmann Hans-Georg Kracht nickend. Wenn auch alles andere in der neuen Luftgewehrhalle vollelektronisch abläuft: Die Diabolos in den Sportwaffen sind nach wie vor echt.

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Lisa Schröter (l.) und Fridolin Saul schießen mit Lichtpunktgewehren auf dem neuen Schießstand.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Was hier ein wenig wie ein Konsolenspiel anmutet, ist modernster Schießsport: An der Seite eines jeden Schützen befindet sich ein Tablet, das Gewehr wird auf einen beleuchteten Kasten gerichtet. Allein der Knall nach einem jeden Schuss und das Einsetzen der Diabolos vor einem weiteren lassen darauf schließen, dass es sich bei der neuen Luftgewehrhalle der Schützengesellschaft um eine handelt, in der scharfe Munition in den Sportwaffen zum Einsatz kommt. „Das ist die moderne Technik“, erklärt Kracht - und der Stolz ist ihm anzusehen.

Knapp 80 000 Euro haben die Mitglieder der Schützengesellschaft investiert, um ihre Halle zu modernisieren und damit auch für höherrangige Wettbewerbe tauglich zu machen. Rund die Hälfte des Geldes bekamen sie zusammen, indem sie Fördermittel beim Landkreis Göttingen, beim Kreis- und beim Landessportbund einwarben. Den Rest stemmten die Schützen aus der Vereinskasse. „Jetzt ist erst einmal Sparen angesagt“, sagt Kracht. Außer der Installation der Stände gehörte auch die Anpassung der Beleuchtung zu den Maßnahmen, mit denen die Luftgewehrhalle wettkampftauglich gemacht wurde. „Alles nach Lux-Norm-Berechnung“, erklärt Kracht.

Die alte Schießanlage war 1985 installiert worden, mit einer Seilzugtechnik, die seinerzeit das gewesen sei, was der elektronische Schießstand heute ist: auf dem neuesten Stand der Technik. Im Laufe der Jahrzehnte sei sie aber zunehmend verschlissen, berichtet Kracht. „Inzwischen gibt es keine Ersatzteile mehr“, fügt Michael Rexhausen hinzu, der seine Mannschaften bereits im neuen Stand trainiert. Für die Sportschützen sei das Schießen auf der elektronischen Anlage zudem deutlich komfortabler: Jeder Stand verfüge über eine eigene IP-Adresse. Das Schießergebnis werde personalisiert an ein Online-Portal weitergegeben, das die Auswertung vornimmt und speichert. Zugleich hätten Gäste die Möglichkeit, die Schießergebnisse über Monitore oder einen Beamer auch außerhalb der Schießhalle zu verfolgen - „auch von der Theke aus“, sagt Kracht und lacht. Ebenso wie für das gesellige Schießen, zu dem die Schützengesellschaft immer wieder auch Gäste einlade, sei die Anlage für das Wettkampfschießen geeignet. „Wir haben Landesmeister in unseren Reihen. Denen wollen wir gute Trainingsmöglichkeiten bieten und die Möglichkeit, Wettkämpfe auszurichten.“ Zudem habe der Verein an jugendliche Schützen gedacht, die von Beginn an mit einer modernen Ausstattung trainierten.

Und auch die Gäste seien bedacht worden. „Wir pflegen guten Kontakt zur Lebenshilfe“, nennt Kracht ein Beispiel und zeigt eine Einrichtung, die speziell für Menschen mit Handicap angeschafft wurde: elektronisch höhenverstellbare Tische an den jeweiligen Ständen. Das einzige, das tatsächlich ohne echte Munition läuft, sind die Stände am Rand der Halle: Dort bieten die Schützen dem Nachwuchs zwischen sechs und zwölf Jahren die Möglichkeit am Lichtpunktgewehr zu trainieren - genau wie die Großen, nur ohne Knall und Diabolo.

Info

Die behindertengerechten Stände mit elektronischer Messanlage und Trefferanzeige in der Luftgewehrhalle sollen am Freitag, 29. April, den Mitgliedern des Schützenverein präsentiert werden. Beginn ist um 19.30 Uhr am Schießstand an der August-Werner-Allee. Schützen werden gebeten, in Schützenkleidung teilzunehmen. Erwartet würden neben Vereinsmitgliedern der Schützengesellschaft und befreundeter Vereine auch Vertreter der Politik. Nach dem offiziellen Teil soll es ein gemütliches Beisammensein mit Imbiss geben, kündigt der Vorstand an. Auch könnten die Schützen die Stände selbst testen. Rückmeldungen werden erbeten bis spätestens Sonnabend, 22. April, an: a-r.werner@t-online.de erbeten.

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