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Neue Regeln für die Toten in Gieboldehausen

Neue Bestattungsformen, neue Gebühren, neue Strukturen Neue Regeln für die Toten in Gieboldehausen

Neue Bestattungsformen, neue Gebühren, neue Strukturen:  Die Samtgemeinde Gieboldehausen hat ihre Friedhofssatzungen geändert, um dem Wandel der Sepulkralkultur Rechnung zu tragen und die seit Jahren bestehende Unterdeckung in diesem Bereich abzufedern.

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Ewige Ruhe? Bei Erdbestattungen wird die Liegezeit auf den Friedhöfen der Samtgemeinde von 30 auf 25 Jahre verkürzt.

Quelle: Richter

Gieboldehausen. Die Neuregelung gilt für alle neun kommunalen Friedhöfe in der Samtgemeinde, nicht für die vier kirchlichen Friedhöfe in Bilshausen, Gieboldehausen, Rüdershausen und Wollershausen.

Als neue Bestattungsform werden Rasen-Reihengräber für Sargbestattungen ohne Grabmal  eingeführt. Sogenannte Wahl-Doppelgräber können künftig ohne Altersbeschränkung erworben und über die beiden Särge hinaus mit weiteren Urnen bestückt werden. Das gilt auch für die neuen Wahl-Doppelurnengräber, die damit ebenfalls Familiengrabcharakter bekommen.

Bei Erdbestattungen wird die Ruhezeit von 30 auf 25 Jahre verkürzt, Aushub, Verfüllen und Einebnen von Grabstätten wird wieder von der Samtgemeinde organisiert. Der Auftrag für die Erdarbeiten ist nach einer Ausschreibung an eine Tiefbaufirma aus Duderstadt vergeben worden. Die Einebnungsgebühr wird künftig im Voraus erhoben.

Samtgemeinde-Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU) wäre gerne noch einen Schritt weiter gegangen und hatte auch gärtnerisch betreute Gemeinschaftsgrabanlagen vorgeschlagen. Das hat der Rat aber vorerst auf Eis gelegt.

Viele Leistungen werden teurer, einige aber auch günstiger als zuvor. Die neuen Sätze sind in den Gremien der Samtgemeinde überwiegend auf Zustimmung getroffen, die vorgesehene Höhe der Gebühren für die Kapellennutzung ging den Kommunalpolitikern aber zu weit. Nach einem Änderungsantrag wurde die Grundgebühr von 171 auf 81 Euro, die Nutzung für eine Trauerfeier von 400 auf 188 Euro, die Sarg- und Urnenaufbewahrung pro Tag von 33 auf 30 Euro reduziert.

„Wir haben zu viele und zu große Friedhöfe für zu wenig Menschen“, nennt Norbert Leineweber (CDU) ein Grundproblem und hofft, dass die neue Satzung auf Akzeptanz stößt, keine Leichenhallen oder gar Friedhöfe geschlossen werden müssen: „Abgestimmt wird mit den Füßen.“ Die Nutzung sei entscheidend“, räumt Dornieden ein: „Hier im Eichsfeld wollen aber die meisten Menschen noch in ihrem Heimatdorf bestattet werden.“ Gänzlich aufgefangen werden könne die Unterdeckung des Gebührenhaushalts wegen überdimensionierter Friedhöfe nicht. Drei Friedhöfe sollen neu vermessen werden.

Über die Neuordnung des Friedhofs- und Bestattungswesens wollen Vertreter der Samtgemeinde Gieboldehausen die Bürger am Donnerstag, 2. Juli, um 18.30 Uhr im Hotel Stadt Hannover in Germershausen informieren. Neben Grabarten und Gebührentarifen, Aushub und Liegezeiten soll es an diesem Abend auch um die künftige Belegungsplanung der Friedhöfe und Gestaltungsvorschriften für Grabmale gehen.

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©Richter