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Neue Wege der Heimatforschung?

Frühjahrstagung der Heimatpfleger Neue Wege der Heimatforschung?

Die Ortsheimatpfleger des Landkreises Göttingen trafen sich im Duderstädter Rathaus zur Frühjahrstagung. Unter den Gästen waren Landrat Bernhard Reuter (SPD) und Regina Meyer, Demografiebeauftragte des Landkreises.

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Die Heimatpfleger plagen vor allem Nachwuchssorgen.

Quelle: Vetter

Duderstadt. Nachdem Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) die Gäste begrüßt hatte, betonte Reuter die Bedeutung der Ortsheimatpfleger für die gesamte regionale Entwicklung: „Man kann sich den Aufgaben von heute besser stellen, wenn man die Wurzeln kennt“, sagte der Landrat.

Erfahrungen nutzen

Regina Meyer war mit dem Anliegen gekommen, Heimatpflege und Dorfentwicklung in einen Dialog zu bringen und stellte die Frage: „Wie können wir den Strukturwandel als Chance nutzen?“ Ihr Appell war, die Erfahrungen und subjektiven Geschichten der älteren Generationen mehr zu nutzen und zu vermitteln, beispielsweise in Erzählcafés. Sie fragte, ob eine Kooperation von Ortsheimatpflegern mit anderen ehrenamtlichen in solchen und ähnlichen Bereichen möglich sei.

Ortsheimatpfleger könnten die Identität eines Dorfes oder einer Region aus der Vergangenheit herausholen und mit den modernen Veränderungen der dörflichen Infrastruktur verschweißen. Und auch bei der Frage, wie gewachsene oder gegebene Kulturlandschaften einen Dorfentwicklungsprozess beeinflussen, könnten Ortsheimatpfleger in verschiedenen Gremien einen wertvollen Beitrag leisten.

Viele Heimatpfleger stimmten Meyer zwar zu, jedoch wurde angemerkt, dass ihr Ehrenamt ohnehin sehr viel Zeit in Anspruch nehme. Die meisten der Anwesenden fühlten sich an den Grenzen ihrer Möglichkeiten angelangt, was den zeitlichen Aufwand für das Ehrenamt betreffe.

Fehlender Nachwuchs

Es wolle sich kaum jemand von der jüngeren Generation auf solch einen dauerhaften Einsatz für Geschichtsforschung einlassen, beklagten die Heimatpfleger fehlenden Nachwuchs. Sie äußerten Bedenken, mit weiteren Kooperationen, die Meyer vorschlug, noch mehr Arbeit anzusammeln.

Meyer meinte dazu, dass gerade im Team mit anderen Fachleuten wie Seniorenobmännern und -frauen, Dorfmoderatoren oder Flüchtlingslotsen die Arbeit besser aufgeteilt werden könne. „Ehemals landwirtschaftlich geprägte Dörfer haben sich zu Multi-Kulti-Orten entwickelt, die zwar andere Herausforderungen, aber auch vielfältigere Möglichkeiten bieten“, sagte Meyer.

Die Kreisheimatpflegerin Angela Sohnrey fasste zusammen, dass ein Einmischen der Ortsheimatpfleger ins aktuelle Geschehen wichtig sei, dass aber noch genauer definiert werden müsse, wo und in welchem Umfang neue Anknüpfpunkte zu finden seien.

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©Richter