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Neue Welt aus Wörtern

Petra Böning Neue Welt aus Wörtern

Petra Böning hat 1984 ihre Ausbildung zur Bibliotheksassistentin bei der Stadt Duderstadt absolviert. Nach 31 Jahren Berufserfahrung blickt sie auf eine Zeit zurück, die nicht nur durch die digitale Revolution gravierenden Veränderungen unterlag.

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Mehr als 20 000 Medien in der Stadtbibliothek: Petra Böning kennt sich aus.

Quelle: Thiele

Duderstadt. „Damals war alles noch manuell“, sagt Böning. Sie habe in einem Team mit sieben Mitarbeitern 20 000 bis 25 000 Medien in der Bibliothek überblickt. „Das waren fast alles Bücher und Zeitungen, damit mussten wir uns auskennen“, erinnert sich Böning. Heute seien die Medien im Computer angelegt, wesentlich leichter nachzuschlagen und zu finden. Neben Büchern gebe es nun aber auch Hörbücher, Brettspiele, DVDs, Computerspiele und mehr im Repertoire der Bibliothek. Das mache es nicht einfacher, den Bestand zu überblicken. Böning beschreibt die Bibliothek im Wandel der Zeit: „Früher waren es die heiligen Hallen für Bildung und Kultur, heute ist es ein lebendiger Ort der Kommunikation.“ Heute kämen nicht nur Bücherwürmer in die Bibliothek, die still in der Ecke säßen und lesen würden. „Unser heutiges Angebot ist vielfältig und herausfordernd“, sagt sie. Da ginge es auch mal energischer zur Sache.

 
Neben ihrer Tätigkeit in der Bibliothek ist sie in den vergangenen Jahren zur Teilzeit-Veranstalterin geworden. „Gerade in den Ferien bieten wir viele Aktionen für Kinder an“, sagt sie. Weil es so viel Ablenkung vom Lesen gebe – viele Kinder spielten lieber Computer, als ein Buch in die Hand zu nehmen –, könnten Kinder über Veranstaltungen an Literatur herangeführt werden. „Das klappt eigentlich auch sehr gut“, freut sich Böning. Von Lesenächten in der Schule über Projektarbeiten zu Hundertwasser bis hin zu Vorträgen über Zahngesundheit werde ein großer Bereich abgedeckt.

 
Auch bei den bereits begeisterten Lesern hat sich einiges geändert. „Es ist viel schnelllebiger geworden, Klassiker wie Bücher von Kästner werden nur noch selten ausgeliehen“, sagt sie. Nahezu jährlich beobachtet Böning neue Trends, die ebenso schnell verschwinden, wie sie auftauchen. Auch Comics hätten nicht mehr den schlechten Ruf, den sie mal hatten. „Da sind heute schon ein paar schöne und anspruchsvolle Sachen dabei“, meint Böning.

 
„Wenn Bücherei früher langweilig, streng und gesetzt war, ist sie heute lebendig und aufregend“, resümiert Böning. 15 Jahre dürfe sie noch arbeiten. Der Blick in die Zukunft bereitet der Bibliothekarin Freude, wird aber auch von Bedenken begleitet. „Ich hoffe, ich werde nie müde, offen für Neues zu sein“, sagt sie.

 

Von Kay Weseloh

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