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Nicht nur richten, sondern helfen

Neuer Richter am Amtsgericht Nicht nur richten, sondern helfen

Neuer Richter im Amtsgericht Duderstadt ist Christopher Exner. Als Assessor hat der gebürtige Northeimer seinen heutigen Arbeitsplatz bereits 2013 kennengelernt. Nun fallen vornehmlich Familiensachen und Ordnungswidrigkeiten in seinen Bereich.

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Christopher
Exner

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Das Büro des Richters im Amtsgericht, so Exners offizieller Titel, ist einfach eingerichtet mit Schreibtisch, Stühlen, Regalen und Aktenordnern. Aber eine Spielecke mit Auto-Teppich, Puppenhaus und Bauklötzen verrät, dass auch Kinder öfters hier sind.

Das Jurastudium sei erste Wahl gewesen nach dem Abitur in Osterode und dem nachfolgenden Zivildienst in den Harz-Weser-Werkstätten, erzählt der 33-Jährige. „Bei mir war gegen Ende des Studiums klar, dass ich mich für die Richterlaufbahn entscheiden würde“, sagt Exner. Dass er wieder in Duderstadt arbeiten würde, sei reiner Zufall gewesen. Eigentlich habe er schon eine Zusage für Braunschweig gehabt, ganz kurzfristig wurde ihm dann die Planstelle in Duderstadt im Bereich Familiensachen angeboten.

„Bei der Lösung von Konflikten wollen wir nicht in erster Linie gerichtliche Entscheidungen treffen, sondern den Menschen helfen, sich selbst mit allen Beteiligten für einen vernünftigen Weg zu entscheiden. Mit gerichtlichem Zwang bringt man die Leute häufig nicht weiter“, beschreibt Exner das erste Ziel eines Familienrichters. Teilweise anders sehe es beim Sorgerecht aus. „Da steht immer das Wohl der Kinder im Vordergrund“, so Exner. Kinder wollten meist nicht aus ihren Familien gerissen werden, aber wenn es um Verwahrlosung oder Gewalt - auch psychische - gehe, müssten Entscheidungen getroffen werden. „Dabei arbeiten wir aber eng mit anderen Fachbereichen zusammen wie mit dem Jugendamt oder Familienberatungsstellen der Caritas. Im Einzelfall suchen wir nach Möglichkeiten, Kindern zu helfen, indem sie tageweise in Einrichtungen betreut werden oder die Familien ambulante Unterstützung durch das Jugendamt erhalten“, beschreibt Exner einige Themen seines Arbeitsalltags.

Da im Familienrecht sehr private Bereiche behandelt würden, seien die Sitzungen nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Manchmal seien das traurige Fälle, „aber man muss Professionalität entwickeln, um nicht alle Probleme mit ins eigene Privatleben zu nehmen“, so der Richter.

In Duderstadt arbeite er aufgrund der familiären Atmosphäre sehr gern und kenne die Kollegen noch aus seiner Zeit als Assessor. Aber als junger Richter will Exner auch offen für alles Neue bleiben.

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