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Niederländer blicken auf Duderstadt 2020

Vernetzung im Eichsfeld Niederländer blicken auf Duderstadt 2020

Demografischer Wandel, leere Kassen der Gemeinden – diese Probleme sind auch in den Niederlanden bekannt. Am Freitag besuchte eine Delegation aus dem niederländischen Regionalverband Achterhoek das Eichsfeld, um sich ein Bild vom Projekt Duderstadt 2020 zu machen.

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Duderstadt 2020 präsentiert sich in seiner Geschäftsstelle: Tränkner (Mitte) beantwortet Fragen der Niederländer.

Quelle: Bleibaum

Duderstadt. Die Regionalpolitiker wollen abwägen, ob sie hier Ansatzpunkte finden, die auch in ihrer Heimat bei der Problemlösung helfen könnten. Ulrich Harteisen, Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), erklärte: „Der Kontakt kam über eine Studentin zustande, die ihre Masterarbeit über demografische Entwicklung im deutsch-holländischen Grenzbereich geschrieben hat. In diesem Zusammenhang hörte der Regionalverband Achterhoek von dem Projekt Duderstadt 2020.“

Die Niederländer nahmen Kontakt zur Stadt Duderstadt auf und wurden am gestrigen Vormittag im Rathaus begrüßt. Die Delegierten interessierte vor allem: Wie wird Duderstadt 2020 umgesetzt? Wie sind die Aufgaben auf die Gemeinde, auf die Unternehmen und auf die Bürger selbst verteilt? Bürgermeister Wolfgang Nolte  (CDU) betonte, dass Duderstadt von der Initiative des Ottobock-Chefs Hans Georg Näder profitiere, der Duderstadt 2020 in die Wege geleitet habe. Auf der anderen Seite stünden aber die Bürger, die sich nun in Netzwerken zusammenfänden, um gemeinsam mehr zu erreichen.

Präventionsarbeit, Jugenddisco und Jugendfond

Um den Niederländern einen Überblick zu verschaffen, führten Sebastian Tränkner als Geschäftsführer von Duderstadt 2020 und einige Teamkollegen die Delegation zu verschiedenen Beispielen in der Duderstädter Innenstadt: Im Jugendcafé Emma stellte Jugendreferentin Susanne Möhl die Arbeit des Jugendnetzwerks vor, das mit Präventionsarbeit, Jugenddisco und Jugendfond Erfolge feiert. Und in der Geschäftsstelle von Duderstadt 2020 im Gerodeschen Haus trafen die Niederländer einige Mitglieder des Kunstvereins „Kunst bist Du...derstadt“, die ebenfalls die Vorteile von Vernetzung präsentierten. „Vorher hat jeder für sich selbst gearbeitet. Durch den Zusammenschluss hat jeder einzelne Kunstschaffende ganz andere Möglichkeiten“, erklärte Hannelore Mitschke ten bokkel als Vorsitzende.

„Wir machen viele Pläne und haben Unternehmen, Schulen, Universitäten und Verwaltung zusammengebracht, aber wir sollten auch die Bürger selbst mitnehmen“, erkannte der Niederländer John Havendil abschließend und lobte: „Der Prozess findet in Duderstadt von den Bürgern ausgehend statt, und nicht nur von der Politik ausgehend. Das ist gut.“ Sein Amtskollege Ted Kok bemerkte: „Die Leute werden hier zusammengebracht. Das gemeinsame Ziel wird wichtig.“ Und Arno Spekschoor bestätigte: „Es ist für uns sehr wertvoll zu sehen, was hier gemacht wird.“

Duderstadt 2020: Projekt und Gesellschaft
Mit der Auftaktveranstaltung am 28. November 2009 begann das Projekt Duderstadt 2020. Ein Wissenschaftlerteam der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) hatte von Hans Georg Näder den Auftrag erhalten, ein Regiebuch für die Stadtentwicklung zu erarbeiten. Kern des Projekts ist, die Bürger zu motivieren, ihre Vorstellungen vom Duderstadt im Jahr 2020 zu formulieren und bei der Verwirklichung mitzuhelfen. Eine Reihe von Initiativen ist daraus entstanden. Seit Anfang 2012 gibt es die Gesellschaft Duderstadt 2020. Sie übernimmt die Koordination der Initiativen, wenn der Auftrag der HAWK Ende des Jahres ausläuft. lo

Von Claudia Nachtwey

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