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Niedersachsenhof Gieboldehausen und Festplatz vor Verkauf

Kombilösung beschlossen Niedersachsenhof Gieboldehausen und Festplatz vor Verkauf

„Kein Thema hat die Bürger mehr bewegt als der Niedersachsenhof.“ Bei dieser Feststellung von Bürgermeisterin Maria Bock (CDU) endeten die Gemeinsamkeiten auch schon. Noch einmal hat es im Gemeinderat einen Schlagabtausch mit emotionalen Appellen und gegenseitigen Vorwürfen gegeben, dann war der Knoten durchschlagen.

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Das Hotelrestaurant Niedersachsenhof soll an Tobias Borchard oder einen anderen Interessenten aus der Gastronomie verkauft werden, der benachbarte Gieboldehäuser Festplatz an die Part AG für die Errichtung eines Rewe-Marktes.

Quelle: Richter

Gieboldehausen. 75 Zuhörer erlebten im Pfarrheim, wie eine Grundsatzentscheidung mit weit reichenden Folgen getroffen wurde:

Der Niedersachsenhof soll an Tobias Borchard oder einen anderen Interessenten aus der Gastronomie, der benachbarte Festplatz für den Bau eines Rewe-Marktes an die Part AG veräußert werden. Zünglein an der Waage war Reiner Deeg (CDU), der mit der Gruppe Freie Wähler GfG/SPD/Grüne für diesen Grundsatzbeschluss stimmte.

Die Festlegung von Quadratmeterzahlen wurde ausgeklammert, Gemeindedirektor  Georg Moneke mit abschließenden Verkaufsgesprächen bis Ende Januar beauftragt. Offene Punkte sollen noch geklärt werden – vom Kaufvertrag bis zum Planungsrecht, von den Parkplätzen über den Flächenzuschnitt bis zum Lieferverkehr.

Borchard zeigt sich weiter gesprächsbereit, bemängelt aber, dass diese Fragen nicht im Vorfeld geklärt wurden, und drängt auf eine ausreichende Fläche und Berücksichtigung der gastronomischen Interessen.

„Die Kombination quirlt zwei unvereinbare Dinge zusammen und schließt die Chance auf einen kleinen Markt im Ortskern aus“, kritisierte Markus Gerhardy (CDU), der sich erneut für eine rein gastronomische Lösung – auch mit Blick auf die zentrale Lage nach der Kreisfusion – aussprach, den Verkauf des Festplatzes und die Rewe-Pläne ablehnte:

„Es geht nicht um das Wunschkonzert eines Investors, sondern unsere Gieboldehäuser Interessen.“ Die Unwägbarkeiten und Risiken seien größer als die Chancen, meinte Gerhardy: „Wenn der Gastronom nicht unterschreibt oder Rewe keine Baugenehmigung bekommt, stehen wir vor einem Scherbenhaufen.“

„Es geht Rewe um Wirtschaftlichkei“

„Wir wollen die Kuh vom Eis kriegen“, verteidigte Wolfram Döring (FW) die „Kompromisslösung mit größtmöglicher Schnittmenge“, ohne die man sich weiter im Kreis drehen würde. Für die verfahrene Situation machte Döring auch die Vorgeschichte mit Absprung des Pächters verantwortlich.

Der heutige Rat müsse die verfehlte Politik der Vergangenheit wie die Hotelaufstockung mit Kreditaufnahme ausbaden. Als Alternative für den Festplatz regte Döring den Schlossplatz an.

„Es geht Rewe um Wirtschaftlichkeit, die am jetzigen Standort in der Knickgasse nicht gegeben ist“, merkte Hubert Hackenfort (FW) an, der positive Ansätze für beide Investoren sieht. „Eine ortsnahe Nahversorgung bleibt erhalten“, meinte Theo Sommer (FW): „100 Meter weiter sind nicht entscheidend.“

Katharina Haase (CDU) gab die 300 Unterschriften für den Erhalt des Festplatzes zu bedenken, Michael Preiß (Grüne) hielt der CDU vor, „alte Phrasen“ zu wiederholen, Bock wies den Vorwurf der Unbeweglichkeit zurück. Jetzt gibt es Bewegung in der Sache, der Ausgang ist ungewiss, der Streit darüber aber noch lange nicht beendet.

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