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Niedersächsische Musiktage: Laterna Musica bringen musikalisches Märchen

Hans im Glück Niedersächsische Musiktage: Laterna Musica bringen musikalisches Märchen

Hans G. weiß: Froh zu sein bedarf es wenig. Was ist schon eine millionenschwere Abfindung wert, wenn man dafür auch einfach ein Pferd haben könnte? Vor diese Frage haben Pianist Christoph Ullrich und Klarinettist Ib Hausmann von „Laterna Musica“ gestern im Rathaus junge  Zuhörer ab fünf Jahren gemeinsam mit Schauspieler Nico Delpy gestellt.

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Verbinden Schauspiel mit Musik: Ib Hausmann, Christoph Ullrich und Nico Delpy.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt. Das musikalische Märchen „Hans im Glück“ hat das Ensemble eigens für die 28. Niedersächsischen Musiktage erdacht, die noch bis zum 5. Oktober laufen.

Der Schwank um den etwas einfältigen Hans passt perfekt zu den mit „Glück“ überschriebenen Musiktagen. Für junge Hörer ist das Märchen vom falschen Reichtum allerdings noch  in die heutige Zeit zu übersetzen – eine Aufgabe, der sich das dreiköpfige Ensemble im Großen Rathaussaal offensichtlich gerne gestellt hat, ohne sich dem, was Erwachsene oft fälschlicherweise als jugendhaft wähnen, anzubiedern.

Es gibt keinen Rap, keine vermeintliche Jugendsprache, dafür Blues auf der Bassklarinette und bedachtvoll ausgesuchte Lieder und Stücke aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Eines davon ist Darius Milhauds „Duo Concertante“ für Klarinette und Klavier, das Ullrich und Hausmann anstimmen, nachdem Delpy als Hans seinen Job geschmissen hat. Der Klarinettenpart des 1956 geschriebenen Duos enthält naive Melodien und tonal gewagte Läufe gleichermaßen, die harmonisch teils weit entfernten Klavierpassagen gegenübergestellt werden.

Dem Glück auf der Spur

Das ist typisch für die Kompositionssprache Milhauds, und gleichzeitig eine sehr passende Verklanglichung des vermeintlich naiven Hans, der während seiner Reise (un?)freiwillig einem tieferen Glücksbegriff auf die Spur kommt. Der Eindruck, dass der Hans im Glück kein bloßer Hans Guck in die Luft ist, wird auch durch die humorvolle Inszenierung verstärkt.

Während Hans immer weiter tauscht und irgendwann – sehr zu seiner Freude – gar nichts mehr hat, wird deutlich, wie eng Inszenierung und Musikauswahl ineinandergreifen.

Das funktioniert auch, weil Schüler der Janusz-Korczak-Grundschule verschiedene Szenen des Märchens in Bilder umgesetzt haben, die an die Wand projiziert wurden. Gepaart mit einer professionellen Schauspielleistung gelang es so, auch junge Köpfe vor die gute Frage zu stellen, was Glück eigentlich ist. Und wer das weiß, hat schon eine ganze Menge.

Von Jonas Rohde

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