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„Nur Bayerisch kann ich nicht“

Karneval „Nur Bayerisch kann ich nicht“

Der Karneval kennt keine Grenzen, die Statuten der Bilshäuser Narren keine Residenzpflicht. Diesem Umstand hat es der Bilshäuser Carneval Club (BCC) zu verdanken, dass es in diesem Jahr wieder ein Prinzenpaar gibt.

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Der neue Bilshäuser Karnevalsprinz mit dem klangvollen Namen Athanassios Kokorakis lebt in Würzburg, hat die griechische und niederländische Staatsbürgerschaft, nie in Bilshausen gewohnt, ist aber seit mehr als zehn Jahren BCC-Mitglied.

Quelle: Hinzmann

Bilshausen. Der neue Bilshäuser Karnevalsprinz mit dem klangvollen Namen Athanassios Kokorakis lebt in Würzburg, hat die griechische und niederländische Staatsbürgerschaft, nie in Bilshausen gewohnt, ist aber seit mehr als zehn Jahren BCC-Mitglied - und hat die Bilshäuser ebenso ins Herz geschlossen wie die dortige Faschingsgemeinde ihren neuen Prinzen.

Eine Herzensangelegenheit hat Kokorakis, dessen Eltern sich beim Karneval im katholischen Süden Hollands kennengelernt haben, auch ins Eichsfeld geführt. Seine Frau Tanja, die aus Wollbrandshausen stammt, ist seit 27 Jahren beim BCC aktiv, hat Garden trainiert, die „Minis“ ins Leben gerufen und ist bei Büttenabenden als Sängerin und Tänzerin aufgetreten - unter anderem als Nena-Imitatorin. Als sie vor 17 Jahren in Göttingen Kokorakis kennenlernte, hat sie ihn gleich zum Bilshäuser Karneval mitgeschleppt und auf der Bühne „Schöner fremder Mann“ gesungen. Gefunkt hatte es schon vorher. Seit 2004 lebt das Ehepaar in Würzburg. Zwischenzeitlich war eine Fernbeziehung angesagt, da es Athanassios, der Laser- und Lichtmessgeräte für Occean Optics vetreibt, beruflich nach München verschlagen hatte.

Seit mehr als zehn Jahren ist der gebürtige Mönchengladbacher und Gladbach-Fan BCC-Mitglied, reist mit Tanja Jahr für Jahr zum Fasching nach Bilshausen, schätzt die dortige Dorfgemeinschaft und Karnevalskultur. Beim Männerballett hatte die Frohnatur einen Gastauftritt im Elvis-Look, über Whats-App drängte der BCC-Vorstand auf die Prinzen-Rolle, zu der sich der 47-Jährige schon einmal auf einem Bierdeckel verpflichtet hatte.

2014 und 2016 gab es nur ein Kinderprinzenpaar in Bilshausen. Kokorakis, der Kölsch, Hochdeutsch, Niederländisch, Griechisch, ein wenig Spanisch und Französisch spricht („Nur Bayerisch kann ich nicht“), konnte nicht einspringen, da er beruflich in die USA musste. „Schade, dass so ein toller Verein Probleme hat, ein Prinzenpaar zu finden“, sagt er: „Das Amt wird anscheinend zunehmend als Last empfunden. Das ist aber nicht so.“ Der Prinz muss bei allen Veranstaltungen präsent sein, hat ansonsten aber freie Hand - auch bei der Wahl seiner Prinzessin, die erst beim ersten Büttenabend bekanntgegeben wird. Bis vor ein paar Jahren war es noch ungeschriebenes Gesetz, dass sie nicht verheiratet sein durfte. Ausnahmen gab es aber früher schon - und auch das ist nicht in den Statuten festgeschrieben.

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