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Öko und trotzdem Fleischesser

Anton Hofreiter liest aus "Fleischfabrik Deutschland" Öko und trotzdem Fleischesser

„Ich esse gern Fleisch“, hat Anton Hofreiter auf Gut Herbigshagen erklärt, „aber man sollte sich überlegen, wo das Fleisch herkommt.“ Der Fraktionsvorsitzender der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Deutschen Bundestag las in der Heinz Sielmann Stiftung aus seinem Buch „Fleischfabrik Deutschland“.

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Anton Hofreiter bei der Lesung.

Quelle: AIB

Duderstadt. Die Fleischproduktion stand im Mittelpunkt der Lesung mit anschließender Diskussionsrunde. Daran beteiligten sich auch verschiedene Landwirte sowie Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner, der zugab, dass das erwartete Konfliktpotenzial bei der Veranstaltung deutlich geringer ausgefallen sei, als von ihm erwartet.

Hofreiter erklärte, dass er den Ausstieg aus der Massentierhaltung fordere, dafür aber einen Zeitrahmen von etwa 20 Jahren ansetze, um die Landwirte auf diesem Weg mitnehmen zu können. „Unter Massentierhaltung verstehe ich auch nicht die reine Anzahl der Tiere, sondern vielmehr die Art und Weise, wie die Tiere gehalten werden“, verwies der Politker auf das Beispiel eines Hofes mit rund 600 Rindern, die jederzeit freien Zugang auf das Außengelände hätten. Seiner Meinung nach müssten mehr gesetzliche Mindeststandards für Tierhaltung geschaffen werden. „Für die Haltung von Puten gibt es zum Beispiel keine Vorschriften“, so Hofreiter.

Des Weiteren wünscht sich Hofreiter eine Kennzeichnung von Lebensmitteln, wie sie bei Eiern bereits erfolgreich etabliert sei. Eine solche Etikettierung könnte auch beim Fleisch bewirken, dass Verbraucher anders einkaufen. Auch Fleisch könnte in vier Kategorien eingeteilt werden. „Kategorie drei würde dann für die Einhaltung von gesetzlichen Mindeststandards stehen“, erklärt er seine Vorstellung. „Für Kategorie zwei müssten die Tiere mehr Platz als beim Mindesstandard haben. Kategorie eins würde bedeuten, dass die Tiere freien Zugang zum Außengelände haben und mit Null würde Biofleisch gekennzeichnet.“ Hofreiter sagte weiter, dass ihn der Vorwurf nerve, dass der Verbraucher schuld sei. „Warum soll der Verbraucher bei äußerlich nicht zu unterscheidenden Fleisch das teurere kaufen.“ Das täte bei Autos verständlicherweise auch niemand. Hübner sieht in der Kategorisierung von Fleischprodukten zunächst noch ein Problem und forderte eine konkretere Festlegung, „was ein gut gehaltenes Schwein ist“.

Angesprochen wurden weitere Themen wie die Macht der Ernährungslobby, der Einsatz von Antibiotika und Steuerzahlungen in die Landwirtschaft. Für Hofreiter steht für die Zukunft fest, dass die Menschen in Deutschland weniger und ökologisch erzeugtes Fleisch essen müssen: „Ob sie das dann aber als Fastfoodburger genießen, ist dabei völlig egal.“

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