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Oldtimer-Treffen übertrifft Erwartungen

Fast 300 Fahrzeuge in Duderstadt Oldtimer-Treffen übertrifft Erwartungen

In ein Freiluftmuseum verwandelt hat sich am Sonntag die Duderstädter Marktstraße. Bei sommerlichen Temperaturen sorgten knapp 300 Oldtimer für einen Andrang, der die Besucherzahlen mancher Duderstädter Themenmärkte noch übertraf.

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Verschiedenste Automodelle aus mehreren Jahrzehnten haben am Sonntag die Blicke in der Duderstädter Innenstadt auf sich gelenkt.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Angesichts der Fülle von Modellen, zu denen auch Zweiräder und Nutzfahrzeuge gehörten, fiel es schwer, in dem bunt gemischten Oldtimer-Spalier den Überblick zu behalten. Die 25 Helfer und Ordner des Oldtimer-Stammtisches Duderstadt, der das dritte Treffen historischer Fahrzeuge seit 2012 mit Unterstützung von Sponsoren organisiert hat, hatten aber alles im Griff. „Mehr als zufrieden“ zeigte sich Christian Spicka über Aussteller und Besucher aus einem Umkreis von rund 300 Kilometern. Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) freute sich über eine „Stadt voller Bewegung“ und das „maßgeschneiderte Angebot für die Fachwerkstadt am internationalen Museumstag“.

An der Unterkirche röhrten V-8-Motoren, an der Oberkirche leistete ein Duderstädter Löschfahrzeug von 1966 einem Volksarmee-Jeep und einem Cargo-Truck der US-Army von 1959 Gesellschaft. Zwischen den Kirchen reihte sich ein Blickfang mit H-Kennzeichen oder roten Nummernschildern an den anderen - ob Corvette, Garant, Triumph, Lotus, Mustang, Mercedes, Kapitän oder Wartburg. Von Prunkstücken aus den 1930er- bis zu Youngtimern aus den 1980er-Jahren war eine Vielzahl von Fahrzeugtypen aus dem In- und Ausland vertreten, die Anlass zu Geschichtslektionen und Fachsimpeleien boten und bei älteren Besuchern Jugenderinnerungen weckten. Ein Auburn-Speedster konnte ebenso bestaunt werden wie eine fahrende Bandsäge. Reinhard Bosold aus Wachstedt präsentierte sowjetische Moskvich- und Wolga-Modelle, die in der DDR als Taxis unterwegs waren: „Die DDR selbst durfte nur Zweitakter herstellen.“ Britta Engelhardt und Andreas Schmelzer sind mit ihrem 1965 in Lübeck gebauten Amphibiencar erst in der vergangenen Woche die Weser hinuntergeschippert. Klaus Bömeke hatte seinen vor 30 Jahren erworbenen Karmann mit dem Duderstädter Stadtwappen geschmückt: „Weil ich vor Aufregung nicht schlafen konnte, war ich schon um 7 Uhr auf der Marktstraße.“

Gleich mehrere Oldtimer mitgebracht hatte der Duderstädter Kfz-Zubehörhändler Helmut Ohnesorge: Neben seinem Horch 853, Baujahr 1937, wirkte der Kleinschnittger mit 6 PS, Baujahr 1952, wie ein kleines Beiboot. Mit Kugelporsches aus mehreren Jahrzehnten war die Käferschmiede Duderstadt dabei, mit den „Luftkühlers Göttingen“ VW-Fans aus Friedland, mit alten Traktoren der Lanz Bulldog Club Werxhausen, mit Ford-Straßenkreuzern aus den 1970er-Jahren Amischlitten-Fans aus Fredelsloh.

Da fiel die Wahl des Publikumslieblings nicht leicht. Unter den 1826 Besuchern, die sich daran beteiligten, wurden drei Restaurantgutscheine verlost, für die Eigentümer der beliebtesten Oldtimer gab es Pokale. In der Kategorie Nutzfahrzeuge machte ein Hanomag-Trecker von 1962 das Rennen, bei den Zweirädern eine BMW R 11 von 1932, bei den Personenwagen der Horch von Ohnesorge. „Verdient hätten es alle“, merkt Spicka ebenso diplomatisch wie aus Überzeugung an.

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©Richter