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Online-Chor soll Eichsfeldlied singen

Gerhard Schreiber startet Facebook-Aufruf Online-Chor soll Eichsfeldlied singen

Das Eichsfeldlied, gesungen aus Tausenden Kehlen, und festgehalten in einem Video. Das wäre doch mal was, hat sich Gerhard Schreiber gedacht – und in einer Facebook-Gruppe von seiner „genialen oder vielleicht bekloppten Idee“ geschrieben.

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Gerhard Schreiber

Quelle: EF

Großbartloff. Sie dürfte tatsächlich genial sein, denn so viele Bekloppte kann es gar nicht geben, wie auf den Beitrag im Netz binnen kürzester Zeit geantwortet haben. Binnen einer Stunde hatten sich Sänger bereiterklärt, sich für das Musik-Video mit Lokalkolorit vor die Kamera zu stellen – sogar Duett-Partner wurden gesucht.

 
Die Idee kam Schreiber, der sich hobbymäßig mit Fotografie und Videoschnitt beschäftigt, als er auf der Suche nach dem Eichsfeldlied war, mit dem er eines seiner Videos unterlegen wollte. Eine Profi-Version kam nicht in Frage, weil sich Schreiber nicht der Gefahr aussetzen wollte, dafür zahlen zu müssen. Also fragte er, ob jemand eine inoffizielle Version kenne, und bekam zur Antwort: „Zur Not singe ich es eben.“ Schreiber erinnerte sich an den Werbe-Gag eines Telekommunikations-Unternehmens, das einen Online-Chor gegründet hatte. Die Idee war geboren.

 
Mitmachen soll jeder können, der sich, wie der 51-Jährige, dem Eichsfeld verbunden fühlt. „Das muss nicht schön klingen“, sagt der Großbartloffer, dem auch das Aussehen seiner Video-Models komplett egal ist. „Arbeitsklamotten oder Anzug, es soll einfach nur fetzen“, schreibt er in seinem Facebook-Aufruf. „Von mir aus kann das Video auf dem Sofa oder unter der Dusche entstehen“, sagt er – nur das Eichsfeldlied müsse gesungen werden. Damit alle ungefähr die Melodie treffen, will Schreiber eine „Vorlage“ ins Netz stellen. Dann sind die Eichsfelder gefragt: Einzelpersonen, Firmen, Vereine, Chöre – jeder soll mitsingen dürfen. Die Mitschnitte will Schreiber dann sammeln und schneiden. Einen Titel-Vorschlag hat er bereits gemacht: „Eichsfelder fürs Eichsfeld“ könnte der Song heißen.

 
Mit Gesang hat er übrigens nichts am Hut – bis auf eine kurze Radiokarriere: Schreiber berichtet, er sei einmal bei Antenne Thüringen in einem Contest gegen einen Moderator angetreten. Aufgabe: Möglichst schräg singen. Man darf also auf seinen Beitrag für das Musikvideo zum Eichsfeldlied gespannt sein.

 
Wer mitmachen möchte, kann mit Schreiber Kontakt per E-Mail aufnehmen. Die Adresse lautet schreiber-grossbartloff@t-online.de.

Eichsfeldlied

I.

Melodie: „O alte Burschenherrlichkeit.“

 

Bist du gewandert durch die Welt,
Auf jedem Weg und Pfade,
Schlugst auf in Nord und Süd dein Zelt,
An Alp und Meergestade:
Hast du mein Eichsfeld nicht geseh'n
Mit seinen burggekrönten Höh'n
Und kreuzfidelen Sassen,
Dein Rühmen magst du lassen!
 
Dort, wo die junge Leine fließt,
Die Unstrut wallt zu Thale,
Der Hülfensberg die Werra grüßt,
Der Ohmberg seine Hahle,
Die Wipper flutet durch die Au:
Landauf, landab welch feine Schau
Auf Thal und Hügelketten
Und schmucke Siedelstätten!
 
Beut auch die Scholle ihren Sold
Oft karg der Müh', dem Schweiße:
Nur frischer durch die Adern rollt
Das Blut bei frohem Fleiße!
Und ist die Welt nicht breit und lang?
Hinaus mit Reff und Arbeitsdrang!
Es zollt auch fremde Erde
Das Gut dem heim'schen Herde!
 
Dem Herd, an dem in frommer Zucht
Die treue Gattin waltet
Und Kindern, gleich des Ölbaums Frucht,
Die Händchen betend faltet;
Dem Haus, wo noch der Herrgott gilt,
Und nicht nur, was den Magen stillt,
Wo felsenfester Glaube
Die Blicke hebt vom Staube.
 
Eichsfelder mit Frohwanderblut
Und liederreicher Kehle,
Heim, heim steht all dein Herz und Mut,
Dein Sinn und deine Seele,
Heim, wo das Kreuz vom Hügel ragt
Und dir von Gottes Liebe sagt!
Schlägt deine letzte Stunde,
Es sei auf Eichsfelds Grunde!

II.

Melodie: „Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd.“

 

Wo schlägt, wo schlägt denn Deutschlands Herz?
Wo lebt sein bestes Leben?
O schau' nicht meer-, nicht alpenwärts,
Schau' in die Mitten eben,
|: Wo zwischen Harz und Werrastrand
Mein Eichsfeld ruht, mein Heimatland! :|
 
Hier hat sich Nord und Süd vermählt
Zum wunderschönen Bilde
In Land und Leuten: kraftgestählt,
Und doch so weich und milde;
|: So leicht das Blut, so fest das Mark,
Das Herz so gut, der Sinn so stark. :|
 
Steig auf die Höh'n mit Burg und Wald,
Laß schweifen deine Augen,
Des Landes herrliche Gestalt
Ins frohe Herz zu saugen:
|: Nach Morgen, Mittag, Mitternacht
Und Abend - alles lebt und lacht! :|
 
Wo schmal die junge Leine fließt,
Die Unstrut wallt zu Thale,
Der heil'ge Berg die Werra grüßt,
Der Ohmberg seine Hahle,
|: Die Wipper durch die Auen rinnt:
Heil dir, bist du des Landes Kind! :|
 
Des Volkes, das den König ehrt
Und kniet vor seinem Gotte,
Das nicht mit jedem Winde fährt
Und trabt in jedem Trotte,
|: Das schwer oft mit der Scholle ringt
Und doch so froh sein Danklied singt! :|
 
Und wandert's auch durch alle Welt,
Bis zu dem Zaun der Erde:
Mit treuem Herzen hängt und hält
Es an dem heim'schen Herde,
|: Und hier im Kreuzesschatten will
Es ruh'n in seinem Gotte still. :|

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©Richter