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Ortskerne der Duderstädter Dörfer beleben

Förder­pro­gramm Dorfentwicklung Ortskerne der Duderstädter Dörfer beleben

Die Duderstädter Dörfer Breiten­berg, Gerblingerode, Hilkerode, Immingerode, Tiftlingerode und Westerode sind im Förder­pro­gramm „Dorfentwicklung“ des Landes Niedersachsens. Die ersten Projekte hat die Verwal­tung im September beantragt. Zukünftig sollen vor allem die Ortskerne belebt werden.

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In Westerode soll die „Achse des sozialen Lebens“ von der Kirche über den Kindergarten bis zur Mehrzweckhalle gestärkt werden.

Quelle: Foto: Franke

Duderstadt. „Wir haben uns alle sehr gefreut, als das Programm vor Jahren aufgelegt wurde“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jochen Mitschke im Rat der Stadt Duderstadt. Er habe gehofft, dass mit innerdörflichen Projekten leerstehende Häuser und Plätze wieder belebt würden. „Das ist nicht so“, habe er feststellen müssen. „Wir versetzen ein Ehrenmal und bauen ein Gemeindezentrum.“ Das seien alles sinnvolle Sachen, aber auch Projekte, die an der Dorfentwicklung vorbeigehen würden.

Der stellvertretende Bürgermeister Lothar Koch (CDU) erklärte, dass Mitschke berechtigterweise die Frage nach den Inhalten stellen würde. „Wir haben aber hier fachliche Begleitung, die recht kostspielig ist“, sagte er. Er sei mit Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) im alten Eichsfeld unterwegs gewesen. „Wir haben Häuser gesehen, die noch Geschichte atmen und in die Moderne gebracht wurden.“ Allerdings habe der Landkreis Eichsfeld in den Jahren nach 1989/90 eine ganz andere Wucht gehabt. Gedenkkultur wie das Projekt in Gerblingerode sei wichtig und in Tiftlingerode entstünde ein modellhaftes Pilotprojekt. „Ich hoffe aber auch auf andere Ideen“, sagte er und ergänzte, dass es schön wäre, wenn alle eine Gemeinsamkeit fänden.

Die Entwicklung der Verwaltungsstellen in den Dörfern und die Schaffung übergreifender Projekte seien ja mal besprochen worden, erinnerte die SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Glahn. Sie wolle aber die aktuellen Projekte nicht in Abrede stellen sondern anregen, belebende Maßnahmen in den Dörfern zu ergreifen.

Mingerode sei im alten Programm berücksichtigt gewesen, berichtete das fraktionslose Einzelmitglied Hans-Georg Schwedhelm. Damals sei ein dickes Papier produziert worden. Das Ergebnis wären am Ende ein paar Häuser und eine neue Bushaltestelle gewesen. Wenn man durch die Dörfer ginge, wisse man, dass es weitere Leerstände gebe. Er forderte Maßnahmen, um junge Familien ins Eichsfeld zu holen, statt Denkmäler zu versetzen.

Tiftlingerodes Ortsbürgermeister Gerd Goebel (CDU) erwiderte, dass in seinem Ort bereits sieben private Maßnahmen umgesetzt wurden. Das Fördervolumen habe rund 100000 Euro betragen. „Das Projekt läuft bis 2021 und kann verlängert werden“, sagte er. „Das ist eine Riesenchance für die Dörfer.“ Nolte erklärte, dass der Kernpunkt sei, in die Runde der privaten Maßnahmen reinzukommen. „Dafür müssen wir jetzt werben“, sagte er.

Er sehe die Situation ähnlich wie seine Vorredner, sagte der WDB-Fraktionsvorsitzende Lothar Dinges. Die Altstadt von Duderstadt sei saniert. „Und jetzt müssen wir die Dorfkerne wieder lebendiger machen“, forderte er. Er teile die Skepsis seiner Vorredner, doch „die Dörfer müssen ihre Chance bekommen“.

Förderanträge innerhalb dieses Projektes wurden bereits für den Platz des Gedenkens in Gerblingerode und das Gemeindezentrum St. Nikolaus in Tiftlingerode gestellt. Der Bürgergarten Hilkerode und das Projekt Glaubensspuren, die ursprünglich auch über die Dorfentwicklung gefördert werden sollten, sollen nun aus anderen Töpfen unterstützt werden. Mit dem Mehrheitsbeschluss im Rat verpflichtet sich die Stadt Duderstadt, die für die Umsetzung der Projekte über die vorhandenen Beträge hinausgehenden Mittel im Haushalt des Jahres 2018 bereitzustellen. Der Bürgermeister werde bevollmächtigt, die „Nutzungsvereinbarung Gemeindezentrum St. Nikolaus Tiftlingerode“ mit der katholischen Kirchengemeinde St. Cyriakus abzuschließen. Der städtische Anteil an den Gesamtkosten darf auf bis zu maximal 60000 Euro angehoben werden, falls sich die Förderung durch das Amt für regionale Landesentwicklung reduzieren oder die notwendigen Baukosten erhöhen sollten und deshalbeventuelle Mehraufwendungen unter den Beteiligten partnerschaftlich anteilig getragen werden.

Von Rüdiger Franke

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