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Ortsrat Nesselröden votiert für Verbrauchermarkt

SPD lehnt Vorhaben ab Ortsrat Nesselröden votiert für Verbrauchermarkt

Der Ortsrat Nesselröden hat die Pläne zur Ansiedlung eines Lebensmitteldiscounters im Bereich Spickenweg gebilligt. CDU und Grüne votierten für die dafür erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung eines Bebauungsplanes, die SPD stimmte dagegen.

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Ob und wie das von außen an den Ortsrat herangetragene Projekt überhaupt realisiert werden könne, sei noch offen, betonte Ortsbürgermeister Bernd Frölich (CDU) in der Sitzung mit rund 50 Zuhörern.

Nesselröden. Ob und wie das von außen an den Ortsrat herangetragene Projekt überhaupt realisiert werden könne, sei noch offen, betonte Ortsbürgermeister Bernd Frölich (CDU) in der Sitzung mit rund 50 Zuhörern.

Bei der Genehmigung durch den Landkreis spielt auch das Raumordnungsprogramm eine Rolle, die Planfläche gehört verschiedenen Grundeigentümern, Parkplätze, Zu- und Abfahrten sind zu klären. Um die bestehenden Geschäfte zu schützen, will der Ortsrat die Nutzfläche auf maximal 1000 Quadratmeter begrenzen, Lebensmittel-Handwerk und Friseursalon ausschließen – falls es nicht zu einer Kooperation mit der Handelskette Norma als Marktbetreiber kommt.

Enttäuscht von dem Beschluss ist Dirk Wollersen, der seit drei Jahren im ehemaligen Schlecker-Markt im Ortskern eine Bäckerei mit Verbrauchermarkt betreibt. Ein Wechsel in den Discountermarkt ist für den Bäckermeister keine Option. Wollersen will kein „Lückenbüßer“ sein und erwägt, sein Geschäft in Nesselröden zu schließen.

„Die weitere Entwicklung hängt vom Kundenverhalten ab“, meinte Frölich und appellierte, die innerörtlichen Geschäfte zu nutzen. Als dienstältestes Ortsratsmitglied erinnerte er daran, dass der Standort schon seit den 80er-Jahren für einen Verbrauchermarkt ins Auge gefasst worden sei: „Verschiedene Akteure haben sich darum bemüht, geklappt hat es nie.“ 

Mit Wollersens Geschäftseröffnung seien alle Bemühungen eingeäschert worden, bis in diesem Frühjahr die Stadtverwaltung das Interesse eines Projektenwicklers am Standort Nesselröden signalisiert habe. Das Vorhaben könne sich noch in Luft auflösen, sei aber eine echte Chance für den Ort, die genutzt werden sollte: „Sonst stehen wir mit leeren Händen da, wenn sich an den Angeboten im Ort etwas ändert.“

Seine Fraktion habe sich intensiv mit Vor- und Nachteilen beschäftigt und wolle mit der Planänderung Weichen stellen, sagte Peter Kohlstedt (CDU): „Andere Orte hätten gerne einen Verbrauchermarkt. Wir müssen unser Dorf weiterentwickeln.“ Auch Hans-Joachim Bruns-Kaisinger (Grüne) schloss sich mit Blick auf den demografischen Wandel dem „Kompromissvorschlag zur Verbesserung der Infrastruktur mit Ausschlusskriterien“ an:

„Das Vorhaben ist eher als Chance denn als Risiko zu betrachten.“ Die Handelskette Norma werde sich nicht darauf einlassen, auf Bäcker und Fleischer zu verzichten, meinte hingegen Ulrich Wißmann (SPD) und stimmte den Plänen nicht zu. Weitere Gegenstimmen gab es nicht: Wißmanns Fraktionskollegin Heike Mantel ist als Angestellte der vorhandenen Bäckerei persönlich betroffen und hatte deshalb kein Mitwirkungsrecht.

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©Richter