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Wenn Näder Werbung macht

Oldtimer als Blickfang Wenn Näder Werbung macht

Es riecht nach Lavendel, zwischen Rosen fliegen summend Bienen umher - ein kleines Stück Idylle auf einer Kreisel-Insel in Duderstadt. Ein gar nicht kleiner Hinweis auf die Kunstausstellung „Mit offenen Augen. Max Näders Fotografien der Fünfziger Jahre“ wurde jetzt dort platziert: ein Oldtimer.

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Mit einem großen Kran wurde der Ford Thunderbird aus der Oldtimersammlung von Hans Georg Näder auf das Podest auf dem Kreisel gesetzt.

Quelle: Harald Wenzel

Duderstadt. Es ist ein schwarzer Ford Thunderbird aus dem Jahr 1957, der seit Donnerstag den Kreisel ziert, auf den auch - wie sollte es anders sein - die Max-Näder-Straße führt. Gehören tut das filigrane Automobil Max Näders Sohn, Hans Georg Näder, dem Geschäftsführer der Ottobock-Gruppe. Gerade erst hat der seine Verlobung bekanntgegeben, da sorgt er schon wieder für Aufsehen: Mit mehreren Fahrzeugen sowie einem großen Kran wurde erst ein extra angefertigtes, knallorangenes Podest für das Auto auf die Kreiselmitte gesetzt, dann in Milimeterarbeit das Fahrzeug mit dem Kran darauf gesetzt.

Die mehrere Stunden andauernde Aktion sorgte nicht nur für neugierige Blicke bei vorbeikommenden Fußgängern, Radfahrern oder Autfahrern, sondern auch für etwas Chaos bei den Verkehrsteilnehmern. Von der Westeröder Straße konnte nicht mehr in den Kreisel eingefahren werden, einige Autofahrer fuhren gegen die Verkehrsrichtung.

Oldtimer als „übergroße Werbung“

„Das Auto wird ein halbes Jahr hier stehen bleiben“, erklärte Karsten Ley von Ottobock, der für die Aktion zuständig war. Bis zum Ende der Ausstellung von Max Näders Fotografien am 8. Oktober solle es als Blickfang, „als übergroße Werbung“ für die Ausstellung dienen. Die Verbindung von Auto und Ausstellung erklärt er so: „Die Fotos von Max Näder stammen von seiner ersten USA-Reise in den Fünfziger-Jahren, das Auto kommt aus derselben Zeit.“ Maria Hauff vom Ottobock-Firmen- und Familienarchiv ergänzt: „Er hat Fotos von der modernen, motorisierten Welt aufgenommen.“ Außerdem sei Max Näder damals selbst mit einem Oldtimer durch 22 Staaten Amerikas gereist, allerdings mit einem Cadillac.

Ein gar nicht kleiner Hinweis auf die Kunstausstellung „Mit offenen Augen. Max Näders Fotografien der Fünfziger Jahre“

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Auch wenn es kein Cadillac ist, der schwarze Oldtimer macht etwas her auf der Kreisel-Insel - und hat viel Zeit verschiedener Menschen in Zeit genommen. So ist das Podest bei Hage Metallbau angefertigt worden, nach den Wünschen von Ausstellungsgestalter Thorsten Platz. „Das Auto sollte so stehen, dass es schräg in den Himmel fliegt“, erklärt er. Die Farbe orange für das Podest habe er gewählt, weil es im schönen Kontrast zum schwarzen Auto stehe - und auffällt. Platz ist auch für die Gestaltung der Ausstellung in der Kunsthalle HGN zuständig.

Konserviert, gewachst, vorbereitet

Den Transport hatte die Firma Vollmer Bau aus Duderstadt übernommen, das Auto war bereits zuvor zum an den Kreisel grenzenden Autohaus Lautenbach gebracht und dort vorbereitet worden auf seine Zeit als Werbungsobjekt: „Der Oldtimer wurde konserviert und gewachst und verschiedene Vorkehrungen getroffen“, erklärt Ley von Ottobock. „Zum Beispiel, dass kein Motoröl ausläuft“, erläutert er weiter. Schließlich steht das Auto auf einer kleinen Pflanzen-Landschaft.

Ausstellung von Fotografien Max Näders

Dass Max Näder (1915 - 2009) nicht nur langjähriger Inhaber und Kopf der Firma Ottobock war, sondern auch ein passionierter Fotograf, wurde erst kürzlich bei Recherchen im Firmen- und Familienarchiv bemerkt. Ab Sonnabend, 24. Juni, werden seine Fotografien in der Kunsthalle HGN, Karl-Wüstefeld-Weg, in der Ausstellung „Mit offenen Augen. Max Näders Fotografien der Fünfziger Jahre“ präsentiert. Im Mittelpunkt stehen Fotografien aus dieser Zeit von seinen Geschäftsreisen mit seiner Frau durch die USA und Mexiko. Eröffnet wird die Ausstellung am 24. Juni um 19 Uhr und dann jeweils sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. hsc

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