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Papst: „Wie gerne würde ich mitkommen!“

Meisner predigt Papst: „Wie gerne würde ich mitkommen!“

„Wir müssen heute schnell machen, ich fliege morgen in den Libanon“, hat der Papst vergangene Woche zu Joachim Kardinal Meisner gesagt. Der Kölner Erzbischof war zu einem Arbeitsgespräch in den päpstlichen Sommerpalast in Castelgandolfo gekommen.

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Zelebriert die Messe und richtet Grüße vom Papst aus: Joachim Kardinal Meisner (links).

Quelle: Walliser

Etzelsbach. „Das passt mir gut, denn ich muss in zehn Tagen nach Etzelsbach“, erwiderte der Kardinal.

Der Papst: „Wie gerne würde ich mitkommen!“ Der Kardinal: „Komm!“ Der Papst lächelte und sagte: „Mach‘ eine gute Figur und richte den Eichsfeldern meine Grüße aus.“ Als Meisner das gestern den 7500 Pilgern berichtete, die unter den alten Linden vor der Wallfahrtskapelle in Etzelsbach zusammengekommen waren, brandete tosender Applaus auf.

Nirgends seien Katholiken dem Heiligen Vater so nahe, wie wenn sie zusammen die Eucharistie feierten, erklärte der Kardinal. Er sprach anlässlich des ersten Jahrestags des Papstbesuchs im Eichsfeld. „Auf den ersten Blick hat sich nichts verändert“, meinte Ortspfarrer Franz-Xaver Stubenitzky bei der Begrüßung. Die Bühne ist verschwunden. Das große Pilgerfeld dient wieder als Acker.

Die Kapelle ist ein stiller Ort geblieben. An deren Eingang hängt nun allerdings ein Papstrelief. Der Kardinal hat es nach der Messe gesegnet. „Zu jeder Stunde wird in der Kapelle gebetet“, erzählte der Priester. Besuchergruppen kämen vorbei. Sonntags feierten die Gläubigen dort nun immer im Gedächtnis an den heiligen Vater eine Vesper, eine Abendandacht. Die Gemeinde habe ein Buch für Wallfahrer mit Gebeten und Liedern veröffentlicht.

Eine Prachtausgabe erhielt der Kardinal. Einfache Versionen gab es an einem Stand am Rande des Kapellenvorplatzes zusammen mit Rosenkränzen, Kerzen und Papstbildbänden zu kaufen. Der Kardinal, der Anfang der 60er-Jahre Kaplan in Heiligenstadt war und von 1975 bis 1980 als Erfurter Bischof das Eichsfeld betreute, redete in seiner Predigt den Christen ins Gewissen.

Zwei Menschen fänden im Glaubensbekenntnis, dem Credo, Erwähnung, führte der 78-Jährige aus: die Gottesmutter Maria und der römische Statthalter Pontius Pilatus. Die eine schenke Jesus das irdische Leben, der andere nehme es ihm. Die eine gebe dem Heiligen Geist in ihrem Dasein Hausrecht und diene. Der andere höre auf die Meinung der Menschen und herrsche.

Meisner mahnte die jungen Eichsfelder, das Klopfen des Engels an ihrer Tür nicht zu überhören. Männer seien als Priester berufen, Frauen für geistliche Aufgaben. Wenn die Eichsfelder nur fünf Prozent des Vertrauens, das Gott in sie habe, erwiderten, sei ihm um die Kirche nicht bange. Christen seien „Brückenkopf“ Gottes in der Welt.

Dringend appellierte der Kardinal an die Gläubigen, nicht „fahnenflüchtig“ zu werden und sich auf den „Holzweg falscher Propheten“ zu begeben. Man könne sich nur für oder gegen Gott entscheiden. Dazwischen gebe es nichts.

Von Michael Caspar

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