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Patenschaft für Servatius-Schlussstein

Kirchenkreis Basilika-Sanierung Patenschaft für Servatius-Schlussstein

Die katholische Heiligenverehrung lehnen Lutheraner ab. Trotzdem hat die evangelische Gemeinde St. Servatius in Duderstadt die Patenschaft für eine Heiligendarstellung in der katholischen Kirche St. Cyriakus übernommen. Sie spendet 500 Euro für die Sanierung des Servatius-Schlusssteins im Altarraum.

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Heiligendarstellung in der katholischen Kirche St. Cyriakus.

Quelle: Thiele

Duderstadt. „Wir Lutheraner sehen in den Heiligen Glaubenszeugen, aber, anders als die Katholiken, keine Fürsprecher der Menschen vor Gott“, stellt Pastorin Claudia Edelmann klar. Dass alte Kirchen wie St. Servatius den Namen ihres Patrons behalten hätten, drücke den Respekt der Lutheraner vor der Tradition aus.

„Wir haben im Kirchenvorstand über die Patenschaft lange beraten und dann beschlossen, den Gemeindemitgliedern die Entscheidung zu überlassen“, berichtet Edelmann. In der Gemeinde wird nun im Namen guter ökumenischer Beziehungen um Spenden gebeten. 250 Euro sollen so zusammenkommen. Weitere 250 Euro gibt der Kirchenkreis Harzer Land dazu.

Nach Einschätzung von Edelmann wissen die evangelischen Gemeindemitglieder kaum etwas über die Heiligen Servatius und Cyriakus. Cyriakus, einer der vierzehn Nothelfer soll der Überlieferung nach Menschen geheilt und bei der Tochter des römischen Kaisers Dämonen ausgetrieben haben. Er wurde später wegen seines Glaubens enthauptet. Servatius, der im vierten Jahrhundert in Belgien Bischof war, gehört zu den drei Eisheiligen. Katholiken rufen ihn etwa bei Rattenplagen an.

Dass die Lutheraner die Patenschaft über den Schlussstein übernehmen, betrachtet der Propst als „ein schönes Zeichen“. Die evangelischen Christen fühlten sich offenbar in „ihrer Basilika“ zuhause.
Zum Stand der Fundraising-Aktion sagt der Rendant der katholischen Gemeinde, Stefan Dornieden: „Wir haben bisher für 35 der insgesamt 80 Schlusssteine Paten gefunden.“

Auch für Abschnitte der Decke im Altarraum sowie im Mittel- und in den Seitenschiffen hätten sich einige Sponsoren gefunden. So seien bisher 44.000 Euro zusammengekommen. Es müssten in den kommenden Monaten 124.000 Euro werden.

Die Gesamtkosten der Deckensanierung und der Installation eines neuen Beleuchtungssystems betragen 450.000 Euro, wovon das Bistum Hildesheim 235.000 Euro übernimmt. Die Gemeinde verfügt über eine Rücklage von 91.000 Euro. Die Bauarbeiten sollen nach Pfingsten beginnen.

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©Richter