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Peta kritisiert Duderstädter Brieftaubenwettflüge

Reisevereinigung weist Vorwürfe zurück Peta kritisiert Duderstädter Brieftaubenwettflüge

Einen von Brieftaubenzüchtern der Region am Wochenende organisierten 600-Kilometer-Flug hat die Tierschutzorganisation Peta erneut zum Anlass genommen, grundsätzliche Kritik  an Taubenwettflügen zu üben. Peta hält den Brieftaubensport für tierschutzwidrig und fordert ein Verbot von Taubenwettflügen in Deutschland.

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Tauben werden in Transportboxen zu den jeweiligen Startplätzen gebracht.

Quelle: Walliser

Duderstadt/Berlin. Rund 3730 Tiere des Regionalverbands Süd-Niedersachsen müssten die weite Strecke von Sens südlich von Paris über rund 600 Kilometer zu ihrem Heimatschlag zurückfinden, beklagte Peta in einer Presseerklärung. Für die treuen Tiere sei nicht Ehrgeiz die Motivation zur Heimkehr, sondern die Sehnsucht nach ihrem Heimatschlag.  „Um zu ihrem Partner oder dem Nachwuchs im Nest zurückzufinden, gehen die Tauben über ihre Kräfte hinaus“, so Peta-Fachreferent Peter Höffken. Das habe mit Tierliebe nichts zu tun.  In Deutschland nehmen Peta zufolge rund 25 000 der etwa 50 000 Brieftaubenzüchter mit ihren Tieren an Wettflügen teil. Schätzungsweise leben 2,5 Millionen sogenannte Brieftauben in deutschen Taubenschlägen. Beim Brieftaubensport stehe die Leistung der Vögel im Mittelpunkt, ihr Wohlbefinden spiele keine Rolle. Peta kritisiert unter Berufung auf den Verein Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz, dass bis zu zehn Prozent der Vögel nicht am Ziel ankommen würden.

 
Der Vorsitzende der  Brieftauben-Reisevereinigung Duderstadt,    Hermann Schwedhelm, weist die Vorwürfe zurück. „Tierschutz steht nicht nur bei Peta ganz oben an, sondern auch bei uns“, sagte der Duderstädter, der 35 eigene Tauben an dem Flug von Sens aus teilnehmen ließ. Alle seien am Sonntagabend nach rund acht Stunden wohlbehalten zurück gewesen.  Einige Brieftauben würden bei Flügen von geschützten Wanderfalken oder Sperbern geschlagen, räumte Schwedhelm ein. „Damit müssen wir leben.“  Es gebe kaum noch Fasanen oder Hasen als Nahrung für Greifvögel. Der Taubenzüchter verweist darauf, dass Flüge von zertifizierten Flugleitern organisiert würden. Die Vorbereitung unter anderem mit ständigen Wetterabfragen dauere eine Woche. Bei Hitze würden Flüge abgesagt. Schon seit 4000 Jahren, seit den alten Ägyptern, würden Brieftauben gezüchtet. In Deutschland sei es Tradition, insbesondere im Ruhrgebiet. „Aber das wollen die Leute von Peta nicht wahrhaben“, beklagte Schwedhelm. Man könne mit Leuten nicht reden, die immer behaupteten, Recht zu haben.

 
Eine von Schwedhelms Tauben belegte beim Flug von Sens den dritten Platz. Die schnellste Taube gehört den Brüdern Matthias und Michael Schultz aus Nesselröden. Den zweiten Platz belegte eine Taube von Wilfried Heise aus Holzerode.

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©Richter