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Pflege auf allen Ebenen

60 Jahre Hollenbach-Stiftung Pflege auf allen Ebenen

Das Seniorenheim der Hollenbach-Stiftung ist ein Ort, der Erinnerungen wachhält und Erinnerungen weckt. Und ein Ort, an dem sich alte Menschen geborgen fühlen. Die durch einen Brehme-Seitenlauf  und viel Grün vom Adenauerring abgeschirmte Einrichtung genießt einen guten Ruf, die auf neun Doppel- und 76 Einzelzimmer mit eigenen Badezimmern aufgeteilten Heimplätze sind begehrt, die Warteliste ist lang.

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Mehrfach erweitert und modernisiert: Das Seniorenheim der Hollenbach-Stiftung verfügt über viel Platz, auch im Außenbereich.

Quelle: Richter

Duderstadt. Am Mittwoch, 20. Mai, ist der Gebäudekomplex Schauplatz eines Festaktes von Heimleitung und Kuratorium samt ökumenischem Gottesdienst und Beiträgen der Musikschule. Anlass ist das 60-jährige Bestehen der Hollenbach-Stiftung. Über deren Geschichte spricht Kuratoriumsvorsitzender Helmuth Artmann, Petra Schülke hält einen Festvortrag über die Zukunft der Altenpflege, Mitarbeiter berichten vom Arbeitsalltag früher und heute.

Einer Zeitreise gleicht auch ein Rundgang durch die Einrichtung. Heimleiterin Bettina Wüstefeld hat ihr Büro mit Röhrenradio, Wanduhr und wuchtigen alten Möbeln bestückt, im Foyer mit Vogelvoliere, Ölbildern und Wandgemälden ist eine Gedenkecke für die Gründerfamilie eingerichtet.

Seit 1955 werden am Adenauerring Senioren betreut.

Seit 1955 werden am Adenauerring Senioren betreut.

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Nostalgisch eingerichtet: Heimleiterin Bettina Wüstefeld.

Nostalgisch eingerichtet: Heimleiterin Bettina Wüstefeld.

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Anlaufpunkt Atrium. OT

Anlaufpunkt Atrium. OT

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„Wir arbeiten wirtschaftlich, anders als private Heime aber nicht gewinnorientiert“, betont Wüstefeld: „Wir müssen uns selbst tragen, Überschüsse werden investiert.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Küche und Wäscherei sind auf dem neuesten Stand der Technik, ein Farbsystem erleichtert die Orientierung in dem Gebäudekomplex mit drei Treppenhäusern und zwei Aufzügen, Herzstück des Neubaus ist ein ovales Atrium über vier Ebenen, an den Speisesaal schließt sich eine große Terrasse mit Treppe zum Garten samt Pavillon an, in dem zwischen Beeten und Buchsbaumhecken eine Büste von Franz Hollenbach steht. Punkten kann die Einrichtung auch mit ihrer stadt- und naturnahen Lage. Ein Penny-Markt liegt um die Ecke, Obertorteich und Stadtpark sind auf kurzem Wege erreichbar.

Im Seniorenheim der Hollenbach-Stiftung werden alle Pflegestufen abgedeckt. Das Bild habe sich seit Einführung der Pflegeversicherung und ambulanter Pflege gewandelt, sagt Wüstefeld. Früher seien die Bewohner beim Eintritt ins Haus zwischen 60 und 80 Jahre alt gewesen, heute liege das Eintrittsalter bei rund 80, das Durchschnittsalter bei 86 Jahren.

Das Pflegeleitbild verfolgt einen christlich-ganzheitlichen Ansatz. Viel Wert wird auf Therapien und Freizeitgestaltung gelegt, Fotos im Flur dokumentieren die Aktivitäten der Woche. Zu den Beschäftigungsangeboten des sozialen Dienstes gehören Kegeln, Spiele, Biographiearbeit und feinmotorische Übungen. Besonders beliebt sei das Bingo-Spiel, sagt Wüstefeld. Jeden Montag gibt es dabei Preise zu gewinnen.

Geschichtliches
Im Mai 1955 haben die ersten Bewohner das Heim bezogen, das Minna und Franz Hollenbach in Erinnerung an ihren 1944 in Italien gefallenen Sohn gestiftet haben. Franz Hollenbach, der 1958 zum Ehrenbürger ernannt wurde, war Textilfabrikant, seine Fabrik damals größter Arbeitgeber in Duderstadt. Die Produktion wurde 1995 eingestellt, die 1909 gegründete Fabrik an der Ziegeleistraße ein Jahr später abgerissen. Enkel Helmuth Artmann, der im Taunus wohnt, sich Duderstadt mit Herz und Seele verbunden fühlt und hier zahlreiche Liegenschaften besitzt, ist als Immobilienentwickler tätig und Stiftungsratsvorsitzender der gemeinnützigen Hollenbach-Stiftung. Erste Heimleiterin war Eva Licht, die das Haus bis 1978 leitete. Auf die ebenfalls langjährige Heimleiterin Waltraud Goldmann folgte 2003 Bettina Wüstefeld. In diesem Jahr wurde auch der Altbau um das Dr.-Waldemar-Artmann-Haus ergänzt, das Helmuth Artmann seinem Vater widmete. Weitere  Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten schlossen sich in den Folgejahren an. 2009 wurde eine Abteilung für Demenzerkrankungen geschaffen, 2012 der Mitteltrakt aufgestockt. Heute kümmern sich 80 Mitarbeiter mit Voll- und Teilzeitstellen um die 94 Heimbewohner. ku
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