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Pianist Chi Ho Han begeistert im Duderstädter Rathaussaal

Präzise Handarbeit Pianist Chi Ho Han begeistert im Duderstädter Rathaussaal

„So hat noch nie jemand den Bösendorfer bearbeitet“, entfährt es Sabine Holste-Hoffmann, als der Applaus für Chi Ho Han langsam abebbte.

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Minenspiel untermalt Fingerspiel: Chi Ho Han.

Quelle: Schneemann

Duderstadt. Tatsächlich trifft es die flapsige Äußerung der Geschäftsführerin der Theater- und Konzertvereinigung ganz gut: Der gerade einmal 22 Jahre alte Koreaner, der heute in Deutschland studiert, hat das Instrument während seines Rathauskonzertes gestern Abend in Duderstadt zärtlich gestreichelt, sanft massiert, neckend gekitzelt und fordernd gestupst – bis hin dazu, dass er es beinahe mit Schlägen malträtierte. Und das alles mit höchster Präzision.

Die Bandbreite, die der jüngst mit dem Publikumspreis im ARD-Musikwettbewerb ausgezeichnete Pianist dabei abdeckte, war bemerkenswert: Der Klavierabend begann mit Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 1 B-Dur BWV 825, in dessen Finale die Hände des Spielenden geradezu über die Oktaven hüpften. Dann Robert Schumanns Kreisleriana Op. 16, das sich von Leidenschaft und Drang in ein schwärmerisches Umherschwirren verwandelt, um schließlich ins Ängstliche und Bedrohliche zu kippen.

Mit Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 3 Es-Dur op. 31 bewegte sich Chi Ho Han ins Lebensbejahende und Humorvolle, um in Alexander Skrjabins Sonate Nr. 3 fis-Moll op. 23 die Abgründe der menschlichen Psychologie zu erkunden. All das begleitete der Pianist mit einem Minenspiel, das keinen Zweifel am tiefen Verständnis daran lässt, dass jede Note eine emotionale Bedeutung für ihn hat. Die rund 120 Besucher des Konzertes danken es mit anhaltendem Applaus.

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©Richter