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Pilgerfeld ist wieder ein Acker am Lindenhain

Papstbesuch: Ein Jahr danach Pilgerfeld ist wieder ein Acker am Lindenhain

Vor einem Jahr hat Papst Benedikt XVI. das Eichsfeld besucht. Am 23. September 2011 feierte das Kirchenoberhaupt mit 90 000 Pilgern eine Marienvesper an der kleinen Wallfahrtskapelle Etzelsbach. Monatelang hatte sich die Region darauf vorbereitet. Was ist geblieben vom Jahrtausendereignis? Was wird in der Zukunft daran erinnern? Eine Spurensuche.

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Pilgerfeld ein Jahr nach dem Papstbesuch: Ein Acker bedeckt die Fläche oberhalb der Wallfahrtskapelle (Bildmitte).

Quelle: Blank

Eichsfeld/Etzelsbach. Der Marienwallfahrtsort Etzelsbach wirkt unbeeindruckt. Inmitten von Wiesen und Weiden steht immer noch  die kleine Kapelle, die das Gnadenbild der Gottesmutter beherbergt, geschützt in ihrem Lindenhain, ganz so, als wäre nichts gewesen. Nur die goldene Spitze des Turms blitzt von weitem über den Baumkronen.

Wer aufmerksam ist, entdeckt die sparsam verteilten braunen Hinweisschilder, die zu dem neugotischen Klinkerbau führen – wer sie nicht sieht oder kennt, muss die Kapelle unter Umständen suchen. Doch je näher man dem Gotteshaus kommt, desto mehr Hinweise offenbaren, dass an diesem Ort ein Jahrtausendereignis stattgefunden hat.

Am Ortseingang von Steinbach – dem der Kapelle nächstgelegenen Ort – grüßt Benedikt XVI. die Auto- und Radfahrer. Das Willkommensschild für den Heiligen Vater ist zum Erinnerungszeichen geworden. Von Steinbach zur Kapelle geht es über eine von neu gepflanzten Bäumen gesäumte Straße. Auf dem Gelände selbst ist mittlerweile eine kleine Tafel zu finden, die mit Informationen und Bildern auf den Papstbesuch verweist. Auf ihr sind aber auch Dinge zu entdecken, die vor Ort noch gar nicht realisiert worden sind. Dazu später mehr.

Zunächst ein Blick in das Innere der Kapelle. Elmar Hunold aus Beuren zündet gerade eine Kerze an. Zwei Mal die Woche kommt er an den Wallfahrtsort und ist dabei nicht alleine. Etliche Kerzen brennen bereits am Seitenaltar, er treffe jedes Mal etliche Besucher, berichtet Hunold.
Viele nutzen die um die Kapelle herum aufgestellten Bänke für eine Ruhepause. Von dort geht der Blick auf das Pilgerfeld. Wo vor einem Jahr mit Bühnen, Wegen, Zelten, Containern, Park- und Hubschrauberlandeplätzen die Infrastruktur einer Kleinstadt aufgebaut war, ist jetzt ein Acker. Landwirt Frank Schneider hat sein Land wieder in Besitz genommen.

Was erinnert  hier an den Papstbesuch vor einem Jahr?

Diese Frage will ein Planungsstab um Ortspfarrer Franz-Xaver Stubenitzky, die Regionalbeauftragte des bischöflichen Bauamts Heiligenstadt, Cornelia Schimek, und den Eisenacher Landschaftsarchitekten Thomas Herrmann beantworten. Sie begeht gerade den Platz mit einem Mini-Modell eines gewölbten Baldachins, der dort bald das Kreuz schützen soll, das vor rund einem Jahr mit dem Papst auf der Bühne stand. Spätestens bis zum Beginn der neuen Wallfahrtssaison im Frühjahr 2013 soll der Entwurf dann Realität sein.

Das in eine Aussparung der Schutzhecke eingefasste Ensemble von Kreuz und Baldachin soll so ausgerichtet werden, dass der Blick in Richtung der damaligen Papstbühne und auf das Pilgerfeld fällt. Auf der Rasenfläche im Lindenhain sollen Bänke aufgestellt werden, verrät das Planungsteam vorsichtig. Es solle etwas bewegt, aber vor allem „langfristig“ gedacht werden.

Über einen aufgewerteten Wallfahrtsort freuen würden sich auch Dieter und Gertrud Breitenstein, die beim Jahrtausendereignis dabei waren und hin und wieder aus ihrem Heimatort Gernrode mit dem Fahrrad vorbeifahren, um an diesem „Kraftort“ Energie zu tanken und das Erlebte noch einmal nachzuempfinden. „Das kann man hier noch lange spüren“, sagt Gertrud Breitenstein.

Zum Jahrestag findet am Sonntag eine Messe mit dem Kölner Kardinal Joachim Meisner an der Wallfahrtskapelle statt. Beginn ist um 10 Uhr. Erwartet werden bis zu 7000 Menschen.

Von Anna Kleimann
und Ulrich Lottmann

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Ein Jahr Papstbesuch in Etzelsbach. Was ist für das Eichsfeld geblieben? „Eine ganze Menge“, antwortet Hans-Georg Kracht spontan. Der Geschäftsführer des Heimat- und Verkehrsverbandes Eichsfeld (HVE) ennt Beispiele: „Abgesehen von etlichen Besuchern, die täglich per Bus oder Auto Etzelsbach besuchen, um dort zu beten, planen wir dort den Ausbau der Infrastruktur“.

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