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Pilotprojekt zur Einstiegsqualifizierung von Flüchtlingen

Sprachliche Qualifikation als Schlüssel zum Erfolg Pilotprojekt zur Einstiegsqualifizierung von Flüchtlingen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat mit Bundesarbeitsagenturvorstand Frank-Jürgen Weise in Nordhausen den Startschuss für ein Pilotprojekt erlebt, das aus einem Gespräch des Unternehmers Helmut Peter mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) in Duderstadt entstanden war – die Einstiegsqualifizierung für Flüchtlinge.

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Duderstadt. „Wir sind dabei, das Gesicht der Flüchtlingspolitik zu verändern“, sagte Ramelow. „Es soll nicht mehr bei denen zu sehen sein, die Ängste schüren, sondern in den Wirtschaftsunternehmen.“

Das Projekt sei ein erstes Signal nach Köln. Die Diskussion dürfe nicht in die falsche Richtung gehen, dass eine Million Menschen eine Bedrohung für Deutschland darstellen, wenn das Land nachweislich in den kommenden Jahren zehn Millionen Menschen als Zuwanderer brauche. „Und es muss klar sein, dass es keine Armlänge als Norm gibt. Es gibt nur das Miteinander.“

Als Altmaier zum Oktoberfest der Göttinger Kreis-CDU ins Autohaus Peter in Duderstadt gekommen war, hatte er im Gespräch mit Geschäftsführer Peter erwähnt, dass zur Bewältigung des Flüchtlingsproblems Initiativen aus der Wirtschaft erforderlich seien.

Der Nordhäuser Unternehmer, der mittlerweile rund 700 Mitarbeiter in seinen Standorten in Thüringen und Südniedersachsen beschäftigt, zögerte nicht und entwickelte die Idee, Flüchtlingen eine Einstiegsqualifizierung zu ermöglichen. Unterstützung fand er beim Nordhäuser Unternehmerverband.

Dessen Vorsitzender Niels Neu berichtete, dass mittlerweile auch Unternehmer aus dem Kyffhäuserkreis und dem Eichsfeld beteiligt seien: „Wir haben dort die ersten Gespräche geführt.“ Bei allem Engagement für die Flüchtlinge, betonte Karsten Froböse von der Nordhäuser Arbeitsagentur, „vergessen wir aber auch die Langzeitarbeitslosen in der Region nicht. Wir haben fast 14 Prozent weniger Arbeitslose als vor einem Jahr.“

Wie Ramelow erklärte, sei für die Integration von Flüchtlingen die deutsche Sprache der Schlüssel zum Erfolg, was Weise bestätigte: „Ich sehe den hier gewählten Weg, die berufliche und sprachliche Ausbildung zu kombinieren, als sehr effektiv an.“ Wie gut Integration funktionieren kann, zeigte sich am Beispiel des 21-jährigen Eriträers Michael Teclom Asnelash, der am Donnerstag den ersten von zwölf Verträgen unterzeichnete: „Ich bin in einem Alter, in dem ich noch viel lernen muss. Ich muss vorwärts laufen, jeden Tag. Das ist meine Zeit, die ich hier investiere - und Zeit ist Geld.“

Acht der Flüchtlinge arbeiten im Autohaus Peter. Vorerst wird Helmut Peter seine neuen Mitarbeiter an seinem Stammsitz in Nordhausen qualifizieren, will sie aber im Erfolgsfall auch an anderen Standorten einsetzen. „Das Ziel ist, eine Klasse in der Region zu bilden. In einem halben Jahr sprechen wir uns wieder“, zeigt er sich zuversichtlich, dass das Konzept erfolgreich sein wird.

Von Rüdiger Franke

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