Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Pionierprojekt in Gieboldehausen: Ladesäule am Lidl-Markt freigeschaltet

Direktstrom aus der Biogasanlage Pionierprojekt in Gieboldehausen: Ladesäule am Lidl-Markt freigeschaltet

An ihrem Blockheizkraftwerk direkt neben dem Lidl-Markt haben die Betreiber der Bioenergie Gieboldehausen GmbH & Co am Montag eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge eröffnet. Damit leistet Geschäftsführer Mario Sommer Pionierarbeit. „Bislang gibt es kaum Kombinationen von Biogasanlagen und Elektromobilität“, sagt Silke Weyberg vom Fachverband Biogas.

Voriger Artikel
Großmeister Festing bei Malteser-Wallfahrt in Germershausen
Nächster Artikel
Raumordnungsprogramm bremst Neuansiedlung in Lindau

Wirbt für die Vorzüge eines E-Motorrades: Matthias Schmidt (rechts) fährt täglich 300 Kilometer mit seiner Maschine.

Quelle: Richter

Gieboldehausen. Der Termin für die Freischaltung der Säule war nicht zufällig gewählt. Einige Teilnehmer der internationalen E-Mobil-Rallye Wave Trophy legten mit Eigenkonstruktionen einen Zwischenstopp im Flecken ein, während auf der „Nationalen Konferenz Elektromobilität“  darüber räsoniert wurde, wie man die lahmende Mobilitätswende in Schwung bringen kann.

 
In Gieboldehausen ist von Resignation nichts zu spüren. „Wenn alle Betreiber dezentraler regenerativer Energiequellen den Gedanken aufgreifen, ermöglicht das ein flächendeckendes Netz für E-Mobile“, meint  Sommer, der sich durch die Direktvermarktung des Stroms Durchleitungsgebühren erspart. Geld verdienen kann er mit der Ladesäule am Lidl noch nicht. Voraussetzung dafür ist lediglich ein Smartphone, aber die Entwicklung der entsprechenden App ist noch nicht abgeschlossen. Bis dahin kann kostenlos Strom getankt werden.

 
„Wir brauchen Leute, die voranpreschen“, sagt  Matthias Schmidt vom „Schaufenster Elektromobilität Osterode“. Die Initiative verfügt über zehn Elektro-Motorräder zum Verleihen, Schmidt war mit einem Brammo Empulse angereist. „Leistung und Beschleunigung sind besser als beim Verbrennungsmotor“, lockt der 53-Jährige, der täglich 300 Kilometer mit zweimal Aufladen fährt, gestandene Biker: „Es macht mehr Spaß als jedes andere Motorrad, und man nervt keinen mehr mit dem Lärm.“ Selbst eine Elektro-Harley gebe es inzwischen. Nur E-Traktoren sind bislang noch nicht möglich – wegen Gewichts- und Speicherproblemen.

 
Mit Kilian Rüfer von der Energieagentur Göttingen, deren Mitarbeiter diese Woche auf „Solartour“ mit Info-Ständen im Landkreis unterwegs sind, ist sich Schmidt einig, den Anschaffungspreis für Elektroautos nicht überzubewerten. Sie seien zehn Jahre steuerfrei und würden sich ab 16 000 Kilometern pro Jahr rechnen. Rüfer weist auch darauf hin, dass Photovoltaikanlagen-Betreiber den selbst erzeugten Strom mit E-Mobilen besser ausnutzen können. Der Wollbrandshäuser E-Autofahrer Friedhelm Döring merkt an, dass zugeparkte Ladesäulen das Hauptproblem seien. Flecken-Bürgermeisterin Maria Bock (CDU) freut sich über den E-Bike-Boom und Wertschöpfung in der Region, Samtgemeinde-Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU) betrachtet das Projekt nicht als Konkurrenz zur im Aufbau befindlichen EEW-Ladesäule am Rathaus, sondern als Ergänzung „Positive Energie können wir in Gieboldehausen gar nicht genug bekommen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter