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Politiker fordern Augenmaß bei Verteilung

Flüchtlinge im MPI Lindau Politiker fordern Augenmaß bei Verteilung

Die Mitglieder des Ortsrates Lindau fordern Boris Pistorius auf, sie über die aktuelle Planung zum ehemaligen Max-Planck-Institut zu informieren. Gleichzeitig appellieren sie an den niedersächsischen Innenminister (SPD), bei der Anzahl der unterzubringenden Flüchtlinge Verhältnismäßigkeit zu wahren.

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Das ehemalige Max-Planck-Institut in Lindau.

Quelle: Pförtner

Lindau. Das Land Niedersachsen hatte im Herbst angekündigt, in den leerstehenden Gebäuden des Max-Planck-Institutes (MPI) eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zu installieren. Die Unterzeichner eines offenen Briefes an den Innenminister fürchten nun, ein Dorf mit rund 1700 Einwohnern könnte dafür nicht geeignet sein: „Seitdem Gerüchte um die Planung einer ,Massen‘-Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen MPI im Dorf kursieren und Ihrerseits keine offene Informationspolitik gelebt wird, werden Ängste und Befürchtungen in der Bevölkerung geschürt“, berichten die Mitglieder des Ortsrates dem Innenminister. Es sei davon auszugehen, dass Lindau mit der Integration von 1000 und mehr Flüchtlingen schlichtweg überfordert wäre, formulieren sie weiter. „Wir haben keine Infrastruktur – weder verkehrstechnisch noch konsumtechnisch – für eine derart große Anzahl an ,Neubürgern‘.“
Ortsrat und auch die Mehrzahl der Lindauer Bürger sähen die Notwendigkeit, hilfsbedürftigen Flüchtlingen zu helfen. Sie seien auch bereit, eine Flüchtlingsunterkunft zu unterstützen. „Allerdings muss die Anzahl der Hilfsbedürftigen im Verhältnis zu unserer Ortschaft stehen“, so die Ortspolitiker. „Wird solch eine Verhältnismäßigkeit nicht eingehalten, so wird sich dies für alle Beteiligten negativ auswirken“, fürchten sie.
Die Mitglieder des Ortsrates bitten Pistorius, sie regelmäßig und aktuell über den Planungsstand zu informieren, um Verunsicherungen entgegenzuwirken. „Schon jetzt verunsichern Pressemitteilungen, verstärkte Polizeipräsenz, Demonstrationen und Mahnwachen zusätzlich. Ohne Offenheit und Gesprächsbereitschaft werden Ängste, Sorgen und Vorbehalte weiter vermehrt.“
In dem offenen Brief schildern die Ortspolitiker dem Innenminister die aktuelle Situation in Lindau – 1700 Einwohner, die Mehrheit pendele zur Arbeit, kleinere Gewerbe, Bäcker, Hofschlachterei und Banken. „Wir haben keinen Supermarkt, keine Tankstelle, keinen Bahnhof“, erklärt der Ortsrat. Die Infrastruktur sei schlicht „dörflich“. Stolz seien die Lindauer auf ihr reges Vereins- und aktives Dorfleben, das sich die Lindauer trotz „diverser Rückschläge“ nicht hätten nehmen lassen. Gemeint seien damit die Schließung des Einkaufsmarktes und der Tankstelle sowie diverser Läden und Arbeitgeber und der Wegzug des MPIs nach Göttingen. Außerdem machen sie darauf aufmerksam, dass Integration „seit Jahrzehnten“ gelebt werde. „Ob es sich um internationale Mitarbeiter des MPIs oder Flüchtlinge und Spätaussiedler handelt – Integration im angemessenen Rahmen war nie ein Problem.“

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©Richter