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Grundrechte als Basis des Zusammenlebens

Junge Geflüchtete Grundrechte als Basis des Zusammenlebens

Wie lassen sich bedrohliche Situationen vermeiden? Was ist zu tun, wenn Beleidigungen ausgesprochen werden? Welcher Umgang ist mit Frauen der richtige? Mit Fragen wie diesen hat Polizist Dierk Falkenhagen Jugendliche konfrontiert, die ohne ihre Eltern nach Deutschland geflohen sind.

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Quelle: gt

Duderstadt. Der Präventionsbeauftragte der Duderstädter Polizei bereitet junge Menschen auf das Leben in Deutschland vor. Gerade einmal seit wenigen Monaten sind die Jugendlichen in Deutschland, die am Mittwoch in den Räumen der Jugendhilfe Südniedersachsen Besuch von der Polizei bekommen. Sind sie zunächst nicht begeistert davon, in den Ferien Zusatzunterricht zu bekommen, machen sie schon bald wissbegierig mit: Sie antworten auf die Fragen des Polizisten und beteiligen sich an Rollenspielen.

Konsequenzen und Grenzen

Vieles von dem, was Falkenhagen den Jugendlichen nahebringt, ist ihnen geläufig - einiges aber bedarf des Trainings. So steht außer Frage, dass niemand das Smartphone des anderen einstecken darf, ob es nun unbeobachtet auf dem Tisch liegt oder es dem Bestohlenen aus der Hand gerissen wird. Wo aber die Grenze vom Diebstahl zum Raub liegt, das bringt Falkenhagen den Jugendlichen bei - und auch die Konsequenzen, mit denen sie zu rechnen haben, wenn sie Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten begehen.

Er habe zwar „Polizei gelernt“, sei aber in seiner Funktion als Präventionsbeamter unterrichtend unterwegs: „Ich gehe zu den 45 000 Menschen in der Region und erzähle ihnen, was sie tun können, damit ihnen nichts passiert.“ Zu diesen Menschen zählten nun auch die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge - und damit auch zu den Menschen, die sich an die Regeln in Deutschland halten müssten, damit das Zusammenleben gelingt.

Handfeste Konsequenzen

Rechts und links schauen beim Überqueren der Straße als Fußgänger, kein Alkohol am Steuer als Autofahrer, Zivilcourage, wenn andere in Gefahr geraten, ohne den Helden zu spielen. All diese Themenfelder bringt Falkenhagen den Jugendlichen bei. Auch der sichere Umgang mit Medien kommt zur Sprache, ebenso wie das Thema sexuelle Übergriffe, das speziell nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln auch den Ruf der Geflüchteten belastet. „Waren das Syrer?“, fragt so ein Jugendlicher erstaunt.

In seinem Herkunftsland sei kaum vorstellbar, dass eine Frau belästigt würde und um Hilfe rufe, ohne dass gleich zehn Männer zu Hilfe eilten, berichtet ein anderer, ebenfalls aus Syrien stammender Jugendlicher. Der Täter habe anschließend mit handfesten Konsequenzen zu rechnen, erzählt er. „Das ist in Deutschland Sache der Justiz“, erklärt Falkenhagen.

Immer wieder verweist er auf die Grundlage des friedlichen Zusammenlebens, die Grundrechte. Wenn auch die Begriffe wie „Körperliche Unversehrtheit“ den Jugendlichen nach wenigen Monaten in Deutschland noch nicht leicht über die Lippen gehen: den Sinn haben sie nach dem Vormittag mit Falkenhagen besser begreifen können.

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©Richter