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Polizei kontrolliert Lkw und Busse

Rastplatz Leinetal an der A 38 Polizei kontrolliert Lkw und Busse

Etwa 100 Polizeibeamte aus Thüringen und Niedersachsen haben am Mittwoch an der Autobahn 38 den gewerblichen Personen- und Güterverkehr kontrolliert. Im Fokus auf dem Parkplatz Leinetal standen die Ladungssicherheit, die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten sowie die Fahrzeugsicherheit.

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Lkw-Kontrolle auf dem Parkplatz Leinetal an der A 38

Quelle: Rüdiger Franke

Eichsfeld/Göttingen. „Polizei – bitte folgen!“ leuchtet im Heck der Polizeifahrzeuge auf. Die Beamten sind in Dienstfahrzeugen, aber auch in zivil unterwegs. Die gemeinten Fahrer lenken ihren Lkw, Bus oder Kleintransporter auf den Parkplatz „Leinetal“ zwischen den Abfahrten Heiligenstadt und Leinefelde. „Wir wollten nicht den gesamten Verkehr lahmlegen“, begründete der Leiter der Kontrollgruppe, Polizeihauptkommissar Jens Meisegeier von der Autobahnpolizeiinspektion Thüringen, warum nicht der gesamte Verkehr über den Parkplatzanlage geführt werde. „Wenn wir nicht speziell nach einem Fahrzeug fahnden, ziehen wir die Fahrzeuge punktuell aus dem Verkehr.“ Dazu seien die Parkplatzanlagen in beiden Fahrtrichtungen für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Das geschehe aber auch nur, „weil wir den Platz für die Kontrolle benötigen“. Der Parkplatz Leinetal biete sich an, weil es kaum Möglichkeiten gebe, dem Kontrollpunkt auszuweichen. Zusätzlich zu den Beamten im Einsatzwagen würden auch noch Beamte an der Einfahrt zum Parkplatz mit einem Fernglas den fließenden Verkehr beobachten und gegebenenfalls einen Lkw herauswinken. Dabei würden sie vor allem nach Gefahrguttransporten Ausschau halten.

Gemeinsamer Einsatz

„Solch groß angelegte Kontrollen nutzen wir gern zum gemeinsamen Einsatz mit den Kollegen aus den benachbarten Bundesländern“, sagte Polizeioberrat Holger Schulz, Sachgebiet Verkehr der Polizeidirektion Erfurt. Dabei könnten die Beamten bei der Zusammenarbeit lernen, was in Thüringen oder Niedersachsen anders und vielleicht auch besser gemacht werde. Ein Drittel der Beamten sei in Niedersachsen stationiert, berichtete Polizeihauptkommissar Peter Osburg von der Regionalen Kontrollgruppe der Polizeidirektion Göttingen. Eingesetzt seien Spezialkräfte aus Northeim, Osterode und Göttingen. Hinzu kämen Teilnehmer des Lehrgangs „Transportmonitoring“, der gerade an der Polizeiakademie in Hann. Münden unterrichtet werde. „Die Teilnehmer sind dabei, um Praxis sammeln zu können“, erläuterte Osburg.

109 Fahrzeuge kontrolliert

Unterstützt von anderen Behörden, wie dem Bundesamt für Güterverkehr, dem Thüringer Landesverwaltungsamt (Umwelt, Gefahrguttransporte, Groß- und Schwertransporte) und dem Thüringer Landeskriminalamt wurden gesamt 97 Lkw und Kleintransporter sowie zwölf Kraftomnibusse einer tiefgreifenden Kontrolle unterzogen. Unter anderem waren zudem 20 Sondertransporte wie Abfall- oder Gefahrgut zu begutachten. Abgeben müssen die Fahrer einen ganzen Stapel an Unterlagen: Führerschein, Ausweis, Fahrtenschreiberkarte und bei Fahrern aus Nicht-EU-Ländern auch eine spezielle Erlaubnis, in EU-Ländern fahren zu dürfen. „Hinzu kommen die Zulassungen für Zugmaschine und Hänger, die Speditionszulassung und die Ladungspapiere“, erklärt Polizeihauptmeister Uwe Müller, als er am Rechner die Daten eines polnischen Fahrers prüft.

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Großkontrolle von Lkw auf dem Parkplatz Leinetal an der A 38 mit Beamten aus Thüringen und Niedersachsen

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Falsch gesicherte Ladung

Ein großes Problem beim gewerblichen Güterverkehr sei die falsch gesicherte Ladung, erklärte Oberkommissar Ralf Wolter von der Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Northeim-Osterode. Er ist Mitglied der Arbeitsgruppe Ladungssicherung und damit einer der Experten in Niedersachsen. „Ladungssicherung ist ein komplexes Gebiet“, sagte er. Am Beispiel eines rumänischen Lkw erklärt er bedeutende Fehler. Die Südosteuropäer hatten Big-Packs mit losem Altmetall gefüllt. „In Big-Packs befindet sich meistens lose Ladung. Die lassen sich aber mit Spanngurten nicht dauerhaft befestigen.“ Auch das übereinandergestapelte Altmetall der Rumänen könne so nicht auf einem Lkw mit Plane transportiert werden. Deshalb dürfe der Lkw nicht weiterfahren und müsse umgeladen werden.

Keine gravierenden Verstöße

„Die Kontrollen sind wichtig“, sagt Lkw-Fahrer Frank Brackelmanns aus Krefeld, „sonst würden es manche Kollegen mit den Lenkzeiten und der Ladungssicherheit stark übertreiben.“ Er wurde darauf hingewiesen, dass er zwei seiner Spanngurte besser austausche, weil sie leicht angerissen seien. „Kein Problem“, sagt er. „Ich habe genug neue dabei.“ Insgesamt ist einzuschätzen, zog Kontrollgruppenleiter Meisegeier ein zufriedenes Fazit, dass es keine gravierenden Verstöße festzustellen gegeben habe. Die „Beanstandungsquote“ liege im Bereich der durchschnittlichen Feststellungen.

Fazit der Großkontrolle

Im Ergebnis wurden bei den Kontrollen der 97 Lkw und Kleintransporter sowie zwölf Omnibusse unter anderem festgestellt und geahndet:

30 Verstöße gegen die Sozialvorschriften (Lenk- und Ruhezeiten)

2 Verstöße gegen Gefahrgutvorschriften (in geringem Umfang)

6 Verstöße gegen Ladungssicherungsvorschriften

14 Geschwindigkeitsverstöße

9 Verstöße nach allgemeinen Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO)

6 Verstöße gegen Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)/ Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV)

3 mal wurde eine Weiterfahrt untersagt, da die vorgegebenen Ruhezeiten „nachzuholen“ waren.

2 Fahrzeuge konnten erst nach Behebung der technischen Mängel ihre Fahrt fortsetzen

Von Rüdiger Franke

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