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Polizist Dierk Falkenhagen plädiert für Mut zur Hilfe

„Zivilcourage ist immer positiv“ Polizist Dierk Falkenhagen plädiert für Mut zur Hilfe

„Der Fall Tugce ist Thema in den Präventionsprojekten an den Eichsfelder Schulen“, sagt der Duderstädter Polizist Dierk Falkenhagen, der auch als Zivilcourage-Trainer Kinder und Jugendliche unterrichtet. Die Offenbacher Studentin wurde ins Koma geprügelt, weil sie zwei minderjährigen Mädchen geholfen hat, die belästigt wurden.

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Polizist Dierk Falkenhagen plädiert für Mut zur Hilfe.

Duderstadt. Und sie ist kein Einzelfall einer mutigen Person, die den Tod fand, weil sie sich für andere einsetzte. Lohnt sich Zivilcourage oder ist Wegschauen sicherer?

„Zivilcourage ist immer positiv. Es gibt zwar negative Beispiele, wo die Helfer selbst angegriffen wurden, aber in viel mehr Fällen konnte dank der Hilfe anderer Schlimmeres abgewendet werden“, sagt Falkenhagen. Dass es für brenzlige Situationen bestimmte Verhaltensrichtlinien gibt, die auch die Helfer schützen sollen, wissen im Eichsfeld Kinder und Jugendliche, die an Präventionsprojekten teilgenommen haben, zum Beispiel bei der Schulung von Bus-Scouts.

„Erwachsene haben deutlich weniger Kenntnisse über richtiges Helfen“, fällt dem Polizisten auf. Er rät: „Erstmal um das Opfer kümmern und den Täter auf Distanz halten. Jugendliche sollten möglichst schnell Erwachsene mit ins Boot holen.

Statt sich selbst in Gefahr zu bringen, ist es hilfreicher, Beobachter zu bleiben und später als Zeuge zur Verfügung zu stehen, auch das ist Zivilcourage. Und natürlich so schnell wie möglich die 110 wählen. Auch wenn sich ein Streit als harmlos herausstellt, wird kein Kollege böse darum, umsonst gekommen zu  sein, statt im Ernstfall zu spät zu kommen.“

Vorreiterposition

Im Eichsfeld wird seit vier Jahren in der Kooperation der Eichsfelder Schulen mit dem Duderstädter Polizeikommissariat und seit zwei Jahren mit Unterstützung des Projektes „Prävention als Chance“ (PAC) des Landkreises Göttingen gezielt Zivilcourage thematisiert. Schon Grundschüler können lernen, sich auf dem Schulhof für andere einzusetzen, ohne sich selbst zu gefährden.

„Gerade bei Jugendlichen besteht allerdings die Angst, als Petze zu gelten, wenn man einen Vertrauenslehrer zu Hilfe holt“, weiß Falkenhagen. Es erfordere Mut und Training, Petzen von Helfen zu unterscheiden. Auch die Angst, nach einer Hilfsaktion von den Tätern bedroht zu werden, kennt der Polizist bei den Schülern.

„Aber zumindest aus dem Eichsfeld ist mir kein solcher Fall bekannt, zumal auch die Polizei ein Auge auf die Täter wirft“, sagt er. Beim Thema Zivilcourage-Training nehme das Eichsfeld inzwischen eine Vorreiterposition ein. Die Früchte der Arbeit zeigten sich beispielsweise in den Schulbussen, wo die Gewaltbereitschaft deutlich zurückgegangen sei. 

„Man kann zwar nicht alles verhindern, aber vieles minimieren“, plädiert der Polizist für Prävention und überlegte Zivilcourage.

Infos beim Präventionsteam der Polizeidienststelle Göttingen unter pd-goe.polizei-nds.de oder bei aktion-tu-was.de.
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©Richter