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Positive Resonanz für Laientheatergruppe Wollbrandshausen

Geld verdirbt den Charakter Positive Resonanz für Laientheatergruppe Wollbrandshausen

Für ihre  Aufführung der Komödie „Tante Rosels Lottoschein“ haben die Darsteller der Laientheatergruppe des Männergesangsvereins nicht nur reichlich Gelächter geerntet – sie erinnerten mit der Darstellung keifender Frauen und nörgelnder Männer den ein oder anderen Gast an das eigene Familienleben.

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Trautes Familienglück? Von wegen. Seit Tante Rosel im Lotto gewonnen hat, tun sich Abgründe auf.

Quelle: Schauenberg

Wollbrandshausen. Auch in diesem Jahr spielte die Laientheatergruppe eine hochdeutsche Komödie in drei Akten. Regisseur Manfred Bodmann und seine Tochter Michaela entschieden sich für „Tante Rosels Lottoschein“, ein Stück für neun Darsteller.

In dieser Inszenierung tun sich in der gutbürgerlichen Wohnstube der Familie Böckel Abgründe auf, die durch Komik und Selbstironie wirken. Um die alte Tante Rosel, passionierte Lottospielerin, will sich nämlich niemand so recht kümmern: Beide Neffen sehen sie lieber bei anderen als bei sich.

Als die Familie jedoch von Rosels Lottogewinn erfährt, ändert sich die Situation. Ob die polnische Schwägerin Olinka, Pastor Gottlob oder Stallknecht Karl, alle möchten sich ein Stück vom Jackpot abschneiden.

Das Dilemma wird schließlich perfekt, als Tante Rosel vor Freude zu sterben scheint. An Tote, da ist sich Familie Böckel ungewohnt schnell einig, wird nämlich nichts ausgezahlt. Also hecken die Familienmitglieder einen Plan aus, der natürlich zum Scheitern verurteilt ist – nicht erst durch das plötzliche Wiederauferstehen Tante Rosels.

Getreu dem Motto „Geld verdirbt den Charakter, aber beruhigt die Nerven“ jeder nur auf den eigenen Vorteil bedacht. So spielen sich die Darsteller durch Intrigen, Tricks und Maskierungen, um an die 7,5 Millionen Euro zu gelangen. Schnelle Dialoge, fremde Akzente und Rollenverkleidungen verlangten den Laiendarstellern dabei viel ab.

Brilliert hat vor allem Neuzugang Eileen Engelhardt in der Rolle der Olinka. Erstmals auf der Bühne stehend, imitierte Engelhardt den schwierigen Akzent nahezu perfekt und sorgte für lauten Applaus. Aber auch Walter Friederici, der auf 36 Jahre Theaterengagement zurückblicken kann, Michaela Bodmann, die seit 27 Jahren auf der Bühne steht, und Florian Kopp, der seit 19 Jahren mit von der Partie ist, glänzten.

Die monatelangen Vorbereitungen für das Stück verlangten den Schauspielern der Laientheatergruppe St. Joseph Engagement und Zeit ab. „In diesem Jahr ist es daher etwas schwieriger gewesen, eine Truppe zusammen zu trommeln. Schichtdienste und veränderte Arbeitszeiten sind dazwischen gekommen“, erklärte langjähriger Regisseur Bodmann. Seit er sechzehn ist, wirkt er jedes Jahr an der Aufführung mit – erst mit seinem Vater, nun mit Tochter Michaela.

Wie eh und je sei der Kartenverkauf auch in diesem Jahr gut angelaufen, die Resonanz des Publikums weiterhin positiv. Das konnte man auch an diesem Abend spüren: Große Lacher und viel Applaus waren nicht nur nach den drei Akten der hochdeutschen Komödie von Beate Irmisch zu hören, sondern auch während des Stücks.

Mit Kalauern wie „Wie nennt man das Lebensende? – Ehe!“ oder „Ein Orkan ist gegen diese Frau ein laues Lüftchen“ begeisterten die Laienschauspieler die Zuschauer.

Für einige von ihnen ist die Theateraufführung in der Höherberggemeinde zu einem Pflichttermin am zweiten Weihnachtstag avanciert, so wie für Anke und Berit Sommer. Die Gieboldehäuserinnen kommen bereits seit Jahren zur Inszenierung am zweiten Weihnachtstag. „Man kann sich nach den Festtagen richtig auslachen und ist durch die lebhafte Aufführung voll dabei“, sagte Anke Sommer.

Kommen würden sie jedes Jahr aufs Neue, um den Darstellern Motivation zum Weitermachen zu verleihen, „und weil es richtig gut ist“, sind sich Mutter und Tochter einig.

Für die Vorstellungen am Sonnabend, 3. Januar, um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 4. Januar, um 14.30 Uhr gibt es noch Karten.

Von Elisa von Hof

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