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Praktische Hilfe für Flüchtlinge in Duderstadt

Projekt Nächstenliebe Praktische Hilfe für Flüchtlinge in Duderstadt

Mit einer Willkommensbroschüre sollen Flüchtlinge in Duderstadt einen leichteren Start in einer für sie fremden Umgebung haben. Neben dem Nachbarschaftshilfe-Projekt „Nächstenliebe“ sind mehrere Kooperationspartner als Initiator beteiligt.

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Organisieren Hilfe von Mensch zu Mensch: Initiatoren des Projekts Nächstenliebe mit Koordinator Michael Mücke (rechts).

Quelle: Richter

Duderstadt. Menschen, die eine womöglich traumatisierende Flucht hinter sich haben und nun in einem Land leben, wo sie weder die Sprache noch Gesetze oder Gepflogenheiten kennen, brauchen Hilfe. Dieses Problem haben die ehrenamtlichen Mitglieder des Projektes „Nächstenliebe“ erkannt und sind aktiv geworden.

Zusammen mit der Stadt Duderstadt, dem Caritaszentrum, der evangelischen und katholischen Kirche, weiteren ehrenamtlichen Integrationslotsen und Sponsoren als Kooperationspartner wurde eine Broschüre verfasst, die den Flüchtlingen helfen soll, sich in Duderstadt und den umliegenden Dörfern zurechtzufinden und den Alltag zu bewältigen. Der Inhalt umfasst praktische Informationen, beispielsweise über die Anmeldung im Bürgerbüro oder zur Energieversorgung, zu Kindergarten und Schulpflicht, zu Krankenhilfe, zu Sprachkursen oder Notfallnummern.

„Uns ist wichtig, dass wir die Broschüre persönlich an die Flüchtlinge überreichen, die dauerhaft in Duderstadt bleiben“, sagt Mit-Initiator Martin Grosche. Durch den ersten persönlichen Kontakt soll den Menschen die Scheu genommen werden, bei Problemen jemanden zu fragen. Zudem sollen kulturell begründete Missverständnisse, beispielsweise mit Nachbarn oder Vermietern, vermieden werden.

„Um festzustellen, welche Hürden für diese Menschen wo liegen, haben wir Betroffene gefragt, die schon länger hier sind und die uns von ihren Erfahrungen berichteten“, erklärt die Integrationsbeauftrage Regina Steffens-Grosche. Hilfe gab es so auch bei der Übersetzungsarbeit, die Broschüre informiert viersprachig, auf deutsch, englisch, französisch und arabisch.

Das Heft soll nur der Anfang sein. „Natürlich sind immer Menschen willkommen, die mit ihren Fähigkeiten längerfristig helfen können“, sagt Karola van Almsick als Mit-Initiatorin des Projektes. Einbringen könnten sich Ehrenamtliche, die Hilfe bei Hausaufgaben, beim Lernen der deutschen Sprache oder bei Alltagsaufgaben wie Einkaufen anbieten wollen. Über diese Kontakte zu Einheimischen könnten sich Flüchtlinge zudem besser integrieren. Die Initiatoren betonen, dass keine Konkurrenz zu bestehenden Fördereinrichtungen entstehen soll, sondern dass deren Angebote durch ehrenamtliche Hilfe unterstützt werden sollen.

„Wir hoffen, so auf lange Sicht ein immer besseres Netzwerk aufzubauen, um eine möglichst umfassende Hilfe anbieten zu können“, sagt Steffens-Grosche, lobt dabei aber gleich die schon bestehenden Netzwerke im Eichsfeld, „wo jeder jeden kennt“.

Von Claudia Nachtwey

Wer sich bei der Nachbarschafts- oder Flüchtlingshilfe mit einbringen möchte, erhält Infos bei „Projekt Nächstenliebe“ unter Telefon 0 55 27 / 84 74 34 oder bei der Stadt Duderstadt unter Telefon 0 55 27 / 84 11 16.

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