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Premiere: Auslandseinsatz für Eichsfelder Käuze

Zuchtpaar aus Rüdershausen Premiere: Auslandseinsatz für Eichsfelder Käuze

Die Redewendung „Eulen nach Athen tragen“ bezieht sich auf Steinkauz-Abbildungen auf antiken Drachme-Münzen. Erstmals Eulen ins Ausland abgegeben hat Vogelschützer Friedrich-Karl Schöttelndreier: Ein Steinkauz-Paar aus dem Eichsfeld soll in Österreich zur Verbreitung der bedrohten Tierart beitragen.

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Schöttelndreier mit Kauz.

Quelle: Richter

Rüdershausen. Seit 1977 betreibt Schöttelndreier in Rüdershausen eine Greif- und Eulenstation, vor 30 Jahren hat er das Projekt „Rettet den Steinkauz“ gestartet. Seitdem hat er rund 200 Steinkäuze nachgezüchtet und fast 300 ausgewildert. Käuze aus Rüdershausen wurden bundesweit verteilt, vor allem nach Thüringen und Schleswig-Holstein abgegeben.

Die Auslandspremiere war mit vielen Komplikationen verbunden, berichtet Schöttelndreier. Über ein Portal für Greifvögel und Eulen hat der 68-Jährige Kontakt zu einem Falkner aus Österreich aufgenommen, der ein Steinkauz-Paar für ein Zuchtprojekt in Steyr suchte.

Der Transfer gestaltete sich nicht einfach. Zunächst waren bürokratische Hürden zu nehmen. Laut Cites-Übereinkommen (Convention on International Trade in Endangered Species for Wild Fauna und Flora) der EU musste Schöttelndreier die Herkunft der Tiere nachweisen, Formulare ausfüllen und für einen „geschlossenen Zuchtring“ sorgen.

Seiner Übergabe-Mappe fügte er noch Bruttabellen, Notizen zum Brutverlauf und Futterplan bei. Für die Abmeldung der Tiere beim zuständigen Landkreis Göttingen musste zudem eine Tierbestandsmeldung nach der Bundesartenschutzverordnung vorbereitet werden.

Als der österreichische Falkner die Steinkäuze dann persönlich mit dem Auto im Eichsfeld abholen wollte, versagte sein Scheibenwischermotor. Ein neuer Abholtermin musste vereinbart werden, der Kauz-Interessent machte sich schließlich mit dem Wagen seiner Schwester  und seiner Familie auf den Weg ins 720 Kilometer entfernte Rüdershausen, fuhr die Nacht durch und kam bei widrigem Wetter nach mehr als 13 Stunden in Rüdershausen an. Nur die Skalare und Wasserpflanzen, die der ehemalige Betreiber eines Zoogeschäfts in Steyr dem Vogel- und Fischfreund Schöttelndreier mitbringen wollte, hatte er in der Hektik vergessen.

Immerhin war der ganze Aufwand nicht vergeblich. Die Steinkäuze kamen schließlich heil in Steyr an und leben sich dort jetzt in ihrer neuen Zuchtvoliere ein.

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©Richter