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Premiere für Lehrfilm im Kelly-Insel-Projekt

Duderstadt Premiere für Lehrfilm im Kelly-Insel-Projekt

Rund 50 geladenen Gästen im Duderstädter Max-Näder-Haus ist am Dienstag der neu gedrehte Lehrfilm im Kelly-Insel-Projekt vorgestellt worden. Der Film soll Kinder dafür sensibilisieren, wie sie sich in unangenehmen oder Notsituationen verhalten sollen.

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Interessiert schauten die geladenen Gäste bei der Premiere im Duderstädter Max-Näder-Haus den neuen Lehrfilms im Kelly-Insel-Projekt.

Quelle: Foto: Richter

Duderstadt. Rund 50 geladenen Gästen im Duderstädter Max-Näder-Haus ist am Dienstag der neu gedrehte Lehrfilm im Kelly-Insel-Projekt vorgestellt worden. Der Film soll Kinder dafür sensibilisieren, wie sie sich in unangenehmen oder Notsituationen verhalten sollen.

Der rote Teppich war ausgerollt und die Hauptdarsteller wurden mit einem Oscar ausgezeichnet. Das Team von Duderstadt 2020 hatte für einen Hauch von Hollywood im Max-Näder-Haus gesorgt. Duderstadts zweiter stellvertretender Bürgermeister Matthias Schenke (SPD) fragte nach Autogrammkarten der vier jungen Hauptdarsteller Finnja Otto, Niklas Kellner, Celine Krüger und Johann Malorny. Das Quartett spielt im Film die Schüler Lea, Ben, Anna und Philipp. Diese erleben unterschiedliche Situationen, die sie unterschiedlich bewerten sollen. Dürfen sie mit zur Freundin gehen? Wie reagieren sie, wenn sie bedängt werden? Wie, wenn ein Fremder sie ins Auto locken will? Dierk Falkenhagen, Präventionsbeauftragter des Polizeikommissariats Duderstadt, gibt dazwischen immer wieder Hinweise, was die Kinder beachten sollen.

Projekt in Duderstadt seit zehn Jahren

Das Projekt der Kelly-Inseln sei 2003 in Esslingen und Filderstadt ins Leben gerufen worden, berichtet Falkenhagen. Grund der Projektentwicklung sei die Ermordung einer Sechsjährigen im Jahr 2000 in Filderstadt gewesen. In Duderstadt bestehe das Projekt seit zehn Jahren. Es gebe mittlerweile 43 Anlaufpunkte. In Gieboldehausen, wo das Projekt in diesem Jahr angelaufen sei, hätten sich gleich zum Start 17 Ansprechpartner gefunden. „Im Eichsfeld gibt es 60 Kelly-Inseln“, sagte Falkenhagen, „bundesweit sind es mehr als 3500.“

Der bisherige, in München gedrehte Film, sei mittlerweile 17 Jahre alt, erklärte Falkenhagen, warum er einen Neudreh angeregt hatte. „Die Kinder schauten bei unseren Schulveranstaltungen schon komisch, wenn die jungen Darsteller vor einer Telefonzelle standen und eine Telefonkarte zeigten.“ Außerdem sei der bayerische Kollege nicht immer leicht zu verstehen gewesen. Und so habe er sich 2015 überlegt, dass ein moderner Film gedreht werden müsse. Die passenden Partner, die sich um die Umsetzung kümmerten, habe er beim Team von Duderstadt 2020 gefunden.

Es sei gut, dass Kinder in den Kelly-Inseln einen Schutzraum finden, in dem ihnen geholfen werde, sagte Klaus Häuser, Leiter des Dezernates Kriminalitätsbekämpfung. „Vielleicht kann nach Duderstädter Vorbild auch in anderen Städten ein ähnliches Projekt entstehen.“ Auch der frisch vereidigte Landtagsabgeordnete Thomas Ehbrecht (CDU) lobte das Projekt. „Ich wünsche mir, dass es niemals in Anspruch genommen werden muss, aber es ist schön, dass wir es haben.“ Schenke betonte, dass immer etwas passieren könne. Deshalb sei es wichtig, „wenn jedes Kind weiß, welche Anlaufstellen es hat, wenn die Eltern nicht greifbar sind“.

Von Rüdiger Franke

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