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Projekt in Duderstadt mit den Kelly-Inseln

Filmdreh mit starken Kindern Projekt in Duderstadt mit den Kelly-Inseln

Seit zehn Jahren sind die Kelly-Inseln sichere Anlaufstellen in Duderstadt. Seit diesem Jahr beteiligen sich auch die Samtgemeinde Gieboldehausen und die Grundschulen am Projekt, sagt der Kontaktbeamte Dierk Falkenhagen. Zurzeit werde ein neuer Informationsfilm gedreht, so der Polizeioberkommissar.

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Erste Dreharbeiten für Kelly-Insel-Film in Duderstadt (von links): Susanne Bednorz (Duderstadt2020), Kontaktbeamter Dierk Falkenhagen, Stefan Burchard (Duderstadt2020).

Quelle: Franke

Duderstadt. Das Projekt der Kelly-Inseln entstand in Esslingen bei Stuttgart, erklärt Falkenhagen. Dabei stehen Einzelhändler oder Gewerbetreibende Kindern, die in Notsituationen geraten als sichere Anlaufstelle bereit. Das Projekt werde immer in den zweiten Klassen an den Grundschulen vorgestellt, sagt der Kontaktbeamte. Zunächst bereite der Klassenlehrer die Kinder vor.

Zum Abschluss gehe Falkenhagen für zwei Stunden in die Klassen. „Wir wollen die Kinder für Situationen sensibilisieren“, sagt er. „Und wir wollen den Kindern Handlungsmuster und -alternativen mit auf den Weg geben.“ Dazu sei bislang immer ein Film gezeigt worden, der vor etwa 15 Jahren in Bayern gedreht wurde. „Der Film ist zwar nicht schlecht, aber doch längst nicht mehr auf dem heutigen Stand“, sagt der Polizeioberkommissar. Darin kämen zum Beispiel ziemlich zu Beginn eine Situationen vor, wo die Kinder mit Telefonkarte aus einer Telefonzelle anrufen. „Das kennen die heutigen Kinder nicht mehr“, berichtet Falkenhagen. „Sie fragen uns, was das ist.“ Der Film würde auch den Eltern gezeigt. „Das Schlimmste, was einem in der Prävention passieren kann, ist, dass man belächelt und nicht ernst genommen wird.“

Vor einem halben Jahr hat Falkenhagen mit den Kelly-Inseln Kontakt aufgenommen und die Erlaubnis eingeholt, einen neuen Film zu drehen. Mit der Initiative Duderstadt2020, der Stadt und der St.-Elisabeth-Schule hat er die passenden Partner gefunden. Am Freitag wurde sein Part aufgenommen.  Die Einspieler mit den Kindern sollen am 8. und 9. September aufgenommen werden. „Wir wollen den Film kurz nach den Herbstferien präsentieren“, so Falkenhagen, denn im November würden die neuen Einheiten zur Vorstellung in den zweiten Klassen beginnen. „Und dann wollen wir natürlich schon den neuen Film zeigen.“

Das Drehbuch beschreibt unterschiedliche Situationen, in die ein Kind geraten kann. „Insgesamt gibt es zehn Szenen“, so Susanne Bednorz von Duderstadt2020. Sie wird als Sprecherin im Film  zu hören sein. „Die Situationen werden in kleinen Sequenzen von 30 Sekunden bis 1:58 Minuten eingespielt“, erzählt ihr Kollege Stefan Burchard. Er ist für die Aufnahmen zuständig. Im Anschluss gibt Falkenhagen Erläuterungen, wie sich die Kinder in dem Fall verhalten sollten.

Als Schauspieler agieren vier Schüler der St.-Elisabeth-Schule, die bereits gecastet wurden. Darüber hinaus gibt es fünf Erwachsenenrollen: die Mutter, den Onkel, den Nachbarn, eine junge Erwachsene und einen Autofahrer. Damit sind sowohl die Vertrauensperson und Fremde als auch Verwandte und Bekannte abgedeckt. „Die höchste Quote an Gewalt an Kinder passiert immer noch im näheren Umfeld der Kinder“, erzählt der Kontaktbeamte.

Der Film soll nach seiner Fertigstellung nicht nur an Eichsfelder Schulen zum Einsatz kommen. „Wir schicken ihn auch an die Initiatoren der Kelly-Inseln“, so Falkenhagen. „Er hat zwar für die hiesigen Kinder den direkten lokalen Bezug, kann aber insgesamt auch losgelöst vom Konzept der Kelly-Inseln gesehen werden, so Falkenhagen. „Er soll schon professionell und aktuell werden“, ergänzt Bednorz, "und nicht nur für den kleinen Hausgebrauch werden." Erfahrungen haben sie während der gemeinsamen Arbeit bereits beim Polizei-Nachwuchsfilm und beim Schutzengelfilm gesammelt. Dazu verrät Falkenhagen auch bereits eine Neuigkeit: "Für 2018 planen wir einen neuen Schutzengelfilm." Hier hätten sich auch die Schwerpunkte verschoben. War es damals die Warnung vor dem Alkohol stünde mittlerweile viel häufiger die Ablenkung zum Beispiel durch Smartphones im Mittelpunkt.

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©Richter